06. Dezember 2019 / 09:52 Uhr

Premier League inside: Leicester City träumt nach Tod von Klub-Besitzer vom nächsten Märchen

Premier League inside: Leicester City träumt nach Tod von Klub-Besitzer vom nächsten Märchen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Leicester-Profi Youri Tielemans und sein Team spielen bisher eine überragende Saison.
Leicester-Profi Youri Tielemans und sein Team spielen bisher eine überragende Saison. © picture alliance / Andreas Geber
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Der Tod des Besitzers hat Leicester City zusammen gebracht. Der aktuelle Erfolg könnte sogar nachhaltiger sein als der Sensationstitel vor drei Jahren, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister. Daran hat auch ein ehemaliger HSV-Funktionär seinen Anteil.

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Der Boss ist immer noch da. Man sieht und spürt ihn überall bei Leicester City. An der Fassade des King-Power-Stadions ist ein großes Porträt von ihm angebracht. In den Fluren der Spielstätte hängen Fotos, auf denen er die Sensationsmeisterschaft von 2016 feiert. Hinter dem Stadion hat ihm Verein einen Garten gewidmet, mit Springbrunnen und Gedenkstein.

Leicester Citys thailändischer Besitzer Vichai Srivaddhanaprabha, von allen nur der Boss genannt, kam vor etwas mehr als einem Jahr ums Leben. Er stürzte nach einem Spiel mit seinem Privathubschrauber ab. Sein Tod hat den Verein tief getroffen. Spieler und Fans weinten um den Besitzer wie man sonst nur um ein Mitglied der Familie weint. So abgedroschen das klingt: Durch das Unglück ist der Klub noch enger zusammen gerückt.

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Auch beim Titelgewinn vor drei Jahren hatte Leicester keine Chance. Eigentlich.

Vor diesem Hintergrund ist es besonders rührend, was sich gerade in Leicester abspielt. Die "Foxes” sind die Überraschung der Saison in der Premier League und befinden sich als Tabellenzweiter auf Champions-League-Kurs. Dass man sogar ein Kandidat auf die Meisterschaft sei, streiten Spieler und Trainer Brendan Rodgers ab. Aber wer soll ihnen das glauben? Auch beim Titelgewinn vor drei Jahren hatte Leicester keine Chance. Eigentlich.

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In dieser Saison haben die "Foxes" die richtige Mischung gefunden

Der Sensationserfolg hat den Klub danach gelähmt. Leicester versank im Mittelmaß und verschliss mehrere Trainer. In dieser Saison haben die “Foxes” die richtige Mischung gefunden mit Spielern aus dem Meisterjahr, Talenten aus der eigenen Akademie und guten Transfers. Gesicht des Aufschwungs ist der für seine Menschenführung gerühmte ehemalige Liverpool-Coach Rodgers. Die Chancen stehen gut, dass der Erfolg diesmal nachhaltiger ist als bei der Meisterschaft. Leicester ist dabei, sich dauerhaft in die Spitzengruppe zu etablieren.

Dabei behilflich ist ein Funktionär, der einst beim Hamburger SV eine nebulöse Rolle spielte. Der Waliser Lee Congerton arbeitete unter Sportchef Frank Arnesen zwischen 2011 und 2014 beim damals noch unabsteigbaren Bundesligisten als Technischer Direktor. Das Duo blieb vor allem dafür in Erinnerung, dass es reihenweise Spieler ihres Ex-Klubs Chelsea nach Hamburg importierte. Über Sunderland und Celtic landete Congerton im Frühjahr als Chefscout bei Leicester. Und egal, wie erfolgreich er dort seinen Job macht: der Titel als Boss ist schon vergeben.