03. Juli 2020 / 19:52 Uhr

Premier League Inside: Warum Leroy Sané bei Manchester City ein Versprechen blieb 

Premier League Inside: Warum Leroy Sané bei Manchester City ein Versprechen blieb 

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mit dem Wechsel von Leroy Sané zum FC Bayern trennen sich die Wege des Nationalspielers mit Manchester City.
Mit dem Wechsel von Leroy Sané zum FC Bayern trennen sich die Wege des Nationalspielers mit Manchester City. © imago images/Montage
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Der Abgang von Leroy Sané wird in England schulterzuckend zur Kenntnis genommen. Bei Manchester City konnte er die Erwartungen nicht erfüllen, die er selbst geschürt hat, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

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Die Fans von Manchester City hätten sich sicher gerne verabschiedet, sie hätten sicher gerne noch einmal “Leroy! Leroy! Leroy!” gerufen. Doch wie so viele andere Dinge im Corona-Zeitalter war auch das nicht möglich. Weil der Fußball unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet im Moment, absolvierte Leroy Sané seinen letzten (Kurz-) Einsatz vor seinem Wechsel zum FC Bayern beim 5:0 gegen Burnley vor knapp zwei Wochen vor der tristen Kulisse leerer Sitzschalen. Der seltsame Ausstand passt zu seiner Zeit in England. Sie bleibt unvollendet.

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Der deutsche Nationalspieler hat vier gemischte Jahre bei dem Verein von Pep Guardiola erlebt. Nach seiner Eingewöhnungsphase spielte er eine überragende zweite Saison, trug entscheidend zur Meisterschaft mit 100 Punkten – Rekord! – bei und wurde zum Nachwuchsspieler des Jahres gewählt. Was aussah wie der Beginn einer großen Premier-League-Karriere war in Wahrheit schon der Höhepunkt. Das Versprechen, das Sané in dieser Saison gab, konnte er nicht einlösen.

Beinahe wäre Sané in England in Vergessenheit geraten

Er kam in der Spielzeit danach auf deutlich weniger Einsatzzeit und war im Endspurt auf dem Weg zum zweiten Titel in Folge nur noch eine Randerscheinung. Das letzte Jahr in England verbrachte Sané nach seinem Kreuzbandriss bekanntlich komplett im Krankenstand. Dass sich Manchester City im Titelrennen vom FC Liverpool düpieren ließ, lag aber eher am Chaos in der Defensive als an seinem Fehlen. Beinahe hätte man ihn vergessen können, wären da nicht die ständigen Spekulationen über seinen Wechsel nach München gewesen.

Die Karriere von Leroy Sané in Bildern

Leroy Sané ist einer der hoffnungsvollsten deutschen Spieler im Ausland. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt seine Karriere in Bildern! Zur Galerie
Leroy Sané ist einer der hoffnungsvollsten deutschen Spieler im Ausland. Der SPORTBUZZER zeigt seine Karriere in Bildern! ©

Manchester City hätte ihn gerne behalten, doch Guardiola hat klare Prinzipien, die er gerade noch einmal bekräftigt hat: Wenn ein Spieler nicht bleiben will, muss er gehen. Das Verhältnis des Trainers zu seinem (neuerdings) Ex-Angestellten war immer kompliziert, zumindest nach außen hin. So sehr er Sanés Talent schätzte, so sehr wurden auch immer wieder Vorbehalte an dessen Einstellung spürbar. Als Sané überraschend aus dem deutschen Kader für die WM 2018 gestrichen wurde, gab es von Manchester Citys Trainer keinen Protest.

Sané-Transfer in England nur ein Randthema

Anders als in Deutschland ist Sanés Transfer in der englischen Öffentlichkeit nur ein Randthema. Vielleicht auch deshalb, weil er gefühlt schon lange weg war. Sein Abschied ist “das enttäuschende Ende einer City-Karriere, die an der Schwelle zu großartigen Dingen zu stehen schien”, so formuliert es die BBC. In einer Schulnote ausgedrückt wäre diese City-Karriere wohl eine Drei. Das ist respektabel, aber es ist zu wenig für einen Spieler mit Sanés Fähigkeiten.