05. Juni 2020 / 11:29 Uhr

Premier League Inside: Warum die Idee mit den neutralen Stadien Unsinn ist

Premier League Inside: Warum die Idee mit den neutralen Stadien Unsinn ist

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Premier-League-Spiele nach dem Restart auf neutralem Grund austragen zu lassen, ist keine gute Idee, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.
Premier-League-Spiele nach dem Restart auf neutralem Grund austragen zu lassen, ist keine gute Idee, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister. © Getty Images/Montage
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Wenn die Premier League zurück kehrt, könnten einige Partien an neutralen Orten ausgetragen werden – aus Angst vor Menschen-Ansammlungen. Die Idee gehört verworfen, findet SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

Beim Neustart könnte alles schon wieder vorbei sein. Wenn es optimal läuft für den FC Liverpool, dann wird die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp schon beim ersten Spiel nach Rückkehr der Premier League (ab dem 17. Juni) Meister, und das nicht gegen irgendeinen Gegner, sondern beim FC Everton, der nur ein paar Fußminuten vom Anfield-Stadion entfernt zu Hause ist.

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Die ersehnte erste Meisterschaft seit 30 Jahren, im Stadion des Stadtrivalen – einen größeren Anlass zur Freude könnte es nicht geben für den roten Teil von Merseyside. Allerdings ist allzu große Freude ein Problem in Zeiten der Corona-Pandemie. Liverpools Fans müssten den Titel zu Hause oder im kleinen Kreis feiern, vor dem Stadion oder in der Stadt versammeln dürfen sie sich nicht.

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Nordlondon-Derby und Liverpools Meister-Spiel: Mehrere Spiele an neutralen Orten im Gespräch

Weil aber einige Entscheidungsträger bei der Polizei der Auffassung sind, dass man Fußball-Fans diese Form der Entbehrung nicht zutrauen kann, steht zur Debatte, einige Partien beim Premier-League-Endspurt in neutrale Spielstätten zu verlegen. Liverpools Duell mit Everton könnte in Manchester stattfinden, das Nordlondon-Derby zwischen Tottenham und Arsenal in Birmingham.

Eine kleine Anzahl von Spielen kommt angeblich in Frage für eine örtliche Verlegung, immerhin. Als die Premier League vor ein paar Wochen erstmals ihr Project Restart diskutierte, waren neutrale Spielorte noch flächendeckend im Gespräch. Doch egal, ob alle Partien oder nur ausgewählte Spiele auf neutralem Boden stattfinden sollen – die Idee ist unsinnig und gehört verworfen. Denn sie geht am Problem vorbei und stigmatisiert Fans unnötig.

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Die Idee stigmasiert Fans in England einmal mehr

Das einzige, was die Debatte über neutrale Stadien erreicht, ist eine Vertiefung des historisch gewachsenen Misstrauens zwischen Autoritäten und Fußball-Fans. Diese haben wieder einmal den Eindruck, man würde ihnen besonders misstrauen. Dabei hat der Neustart der Bundesliga gezeigt, dass sich Fans an die besonderen Anforderungen dieser besonderen Zeit halten und den Stadien fern bleiben, trotz gegenteiliger Befürchtungen.

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Wichtiger als über Alternativ-Spielorte zu fantasieren wäre es, dass Polizei und Behörden mit Fans zusammen arbeiten, um gemeinsam einen störungsfreien Verlauf der Rest-Saison zu gewährleisten. Und um die Bedenken in Liverpool zu zerstreuen, wird sicher auch Jürgen Klopp noch ein paar mahnende Worte an die rote Gemeinde richten. Liverpools Fans verehren ihn als Messias, als den spirituellen Anführer ihres Kults. Wenn er die Fans aufruft, den Titel zu Hause zu feiern, dann ist davon auszugehen, dass seine Worte Gehör finden. Dass es irgendwann eine richtige Feier geben soll, das hat er schon versprochen. Wann das sein werde? Das sei doch egal.

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