29. März 2020 / 23:47 Uhr

Bericht: Premier League diskutiert WM-ähnliches Saison-Modell in Juni und Juli – als großes TV-Event?

Bericht: Premier League diskutiert WM-ähnliches Saison-Modell in Juni und Juli – als großes TV-Event?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In London (hier das Emirates Stadium des FC Arsenal) und den Midlands (der Villa Park in Birmingham) könnte die Premier League in einem WM-ähnlichen Modus zu Ende gespielt werden.
In London (hier das Emirates Stadium des FC Arsenal) und den Midlands (der Villa Park in Birmingham) könnte die Premier League in einem WM-ähnlichen Modus zu Ende gespielt werden. © imago images/Montage
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Die Premier League soll trotz der Coronavirus-Krise zu Ende gespielt werden - notfalls im Juni und Juli. 92 Partien stehen noch aus. Laut "Independent" kommen auch spektakuläre Denkmodelle auf den Tisch - darunter ein WM-ähnliches Konzept.

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Gibt es ein spektakuläres Ende der Premier League? Während Tottenham-Star Harry Kane einen Abbruch der Liga fürchtet, versuchen die Klub- und Ligabosse, den Wettbewerb noch zu retten. Vorerst ist das englische Ligensystem bis zum 30. April pausiert. Wie es danach weitergeht, ist vollkommen offen. Denkverbote gibt es, ähnlich wie in Deutschland, keine mehr. Die Modelle, mit denen die Saison trotz der Coronavirus-Pandemie zu Ende gespielt werden kann, werden zunehmend ausgefallener.

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Seit einigen Tagen gibt es laut Independent einen konkreten Vorschlag, der sich wachsender Beliebtheit erfreut. Demnach soll es im Juni und Juli eine WM-ähnliche Austragung der restlichen 92 Spiele der Liga geben - und zwar in London und den Midlands rund um Birmingham, wo es eine große Konzentration von Stadien gibt. Auch Partien auf Trainingsplätzen seien möglich. Ein ähnlicher Plan wird nach SPORTBUZZER-Informationen auch für die Bundesliga diskutiert.

Geisterspiele präferiert - WM-Modell lockt als "Mega-TV-Event"

Zwar gelten Geisterspiele als präferierte Variante der Bosse, doch die Idee der "Liga-WM" mit einer Handvoll Spielen an jedem Tag hat einen besonderen Reiz: man könnte den immensen Schaden begrenzen, der durch Ausfälle bei den TV-Rechten entstanden ist. Denn ein entsprechendes Modell lässt sich hervorragend vermarkten, es wäre laut Independent ein äußerst lukratives "Mega-TV-Event". Demnach sollen alle verbliebenen Spiele im Fernsehen übertragen werden. Wie das logistisch funktionieren könnte, blieb zunächst offen.

Um diesen Plan durchzusetzen wären gewisse Maßnahmen notwendig: die Mannschaften müssten abseits ihrer Familien in strikt voneinander getrennten Hotels wohnen, die eine häusliche Quarantäne ermöglichen können. Weil ein jeder Coronavirus-Fall in der Premier League eine Fortsetzung der Saison torpedieren könnte, wären die Regelungen ganz besonders restriktiv.

Hilft der Fußball bei der Rückkehr in die gesellschaftliche Normalität?

Es gibt noch eine Parallele zu Deutschland: laut Independent folgen die Chefs der Premier League den Worten von Ex-DFL-Chef Andreas Rettig, wonach der Fußball bei der Rückkehr in die gesellschaftliche Normalität helfen könnte - weshalb ein Event im Juni oder Juli, wo die Zahl der Coronavirus-Fälle abnehmen dürfte, zu bevorzugen wäre. Rettig hatte in einem Gastbeitrag für den Kicker eine entsprechende Sonderbehandlung des Fußballs ins Spiel gebracht.

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Für Rettig wäre Fußball in der schweren Krise für die Bevölkerung ein wichtiges Mittel der Ablenkung. "Da kein Zeitpunkt absehbar ist, an dem das normale Leben wieder beginnt, kann bei abnehmenden Restriktionen die Austragung dieser Geisterspiele einen Beitrag zur Zerstreuung und damit für das Wohlbefinden der Menschen leisten", sagte der frühere Geschäftsführer der DFL. Das müsse die Politik fördern. So sei dies "ein Argument, dem Profifußball seitens der Politik eine Sonderstellung einzuräumen, stellt er doch den vielzitierten Kitt der Gesellschaft dar."