15. August 2020 / 20:29 Uhr

Premierensieg mit Knalleffekt: RSV Eintracht 1949 besiegt Lok Stendal (mit Galerie)

Premierensieg mit Knalleffekt: RSV Eintracht 1949 besiegt Lok Stendal (mit Galerie)

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Jubel RSV, RSV Eintracht - LOK Stendal, Oberliga Nord, 1. Spieltag, Saison 20/21, Stahnsdorf, 15.08.2020, Foto: Benjamin Feller
Lennart Buchholz (2.v.r.) traf mit einem Traumtor zum 1:0 für den RSV Eintracht 1949 beim Oberliga-Premierenspiel gegen Lok Stendal. © Benjamin Feller
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NOFV-Oberliga Nord: Aufsteiger RSV Eintracht 1949 startet mit einem 2:1 (2:0)-Erfolg in die Oberliga Nord, Innenverteidiger Lennart Buchholz schießt das erste Oberliga-Tor der Vereinsgeschichte. Nur mit der eigenen Chancenverwertung haderten die Stahnsdorfer.

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Um 14.26 Uhr hallte am Samstagnachmittag ein lauter Knall über den Sportplatz an der Stahnsdorfer Zillestraße. Lennart Buchholz hatte eine Flanke von Dima Ronis kurz auftippen lassen und dann seine ganze Kraft in seinen wuchtigen Volley gepackt. Der abgefeuerte Ball des RSV-Eintracht-Spielers klatschte geräuschvoll an die Innenseite des langen Pfostens und landete anschließend im Tor. „Ich schieße echt nicht viele Tore, das war wohl eines der schönsten, das klappt auch nur einmal in 100 Versuchen“, sagte der Innenverteidiger. Sein Treffer war nicht nur spektakulär, sondern zugleich historisch, schließlich war es das erste Tor der Stahnsdorfer in der Fußball-Oberliga. Buchholz’ Traumtor ebnete den Weg zum 2:1(2:0)-Premierensieg des Aufsteigers gegen Lok Stendal.

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RSV Eintracht gleich spielbestimmend

Dass die Gastgeber ihr erstes Spiel überhaupt in der Oberliga absolvierten, war allerdings nicht zu sehen. Von Minute eins an übernahm der RSV die Spielkontrolle und zeigte die fußballerisch reifere Leistung. Während Stendal vor allem mit hohen Bällen versuchte, in die gegnerische Hälfte zu kommen, spielte der RSV zielstrebig und kombinationssicher nach vorne. Das 1:0 von Buchholz fiel in der 26. Minute allerdings nach einer kurz ausgeführten Ecke. „Wir spielen oftmals kurz, immer nur reinspielen ist langweilig. Wenn es natürlich klappt und dann so ein Abschluss dabei ist, sieht es natürlich doppelt schön aus“, meinte RSV-Trainer Patrick Hinze.

In Bildern: Der RSV Eintracht 1949 gewinnt Oberliga-Premierenspiel gegen Lok Stendal mit 2:1.

Der RSV Eintracht 1949 (weiße Trikots) gewann das Oberliga-Premierenspiel gegen Lok Stendal mit 2:1 (2:0). Für die Stahnsdorfer trafen Lennart Buchholz (26.) und Dima Ronis (38.), Niclas Buschke gelang das 1:2 in der 89. Minute. Zur Galerie
Der RSV Eintracht 1949 (weiße Trikots) gewann das Oberliga-Premierenspiel gegen Lok Stendal mit 2:1 (2:0). Für die Stahnsdorfer trafen Lennart Buchholz (26.) und Dima Ronis (38.), Niclas Buschke gelang das 1:2 in der 89. Minute. © Benjamin Feller

Nach einer kurzen Phase der Unaufmerksamkeit beim RSV – Maurice Pascale Schmidt zirkelte den Ball freistehend vor Eintracht-Torwart Daniel Hemicker knapp über das Tor – hätte Buchholz auf 2:0 erhöhen können. Wieder bekam der 22-Jährige nach einem Eckball eine Chance, doch mit seinem Schuss scheiterte er an Bryan Giebichenstein. Der Stendal-Keeper machte in der 35. Minute auch eine traumhafte Kombination des RSV zunichte, als er den Abschluss des freistehenden RSV-Torjägers Julian Rauch noch parierte. Und nur zwei Minuten später zeigte er die dritte starke Parade innerhalb kürzester Zeit, dieses Mal scheiterte Tim Schönfuß, der im Sturm aushalf. „Wenn sie heute fünf, sechs oder sieben Dinger kriegen, dann braucht man sich nicht beschweren“, sagte Trainer Hinze in Richtung der Gäste aus Stendal. Immerhin zwei Tore waren es dann für den RSV, Dima Ronis drückte in der 38. Minute eine Flanke von Dominik Kruska mit der Brust über die Linie.

Schlechte Chancenverwertung

Wenige Sekunden nach der Halbzeitpause gingen die Stahnsdorfer erneut fahrlässig mit ihren Chancen um. Torben Neubauer fing einen Pass an der Mittellinie ab, tankte sich durch die Hintermannschaft der Gäste aus Sachsen-Anhalt und scheiterte freistehend am Gästekeeper. Allerdings verloren die RSV-Kicker in der Folge ihre Zielstrebigkeit, Stendal kam besser in die Partie. „Die zweite Halbzeit war nicht so gut, die erste Halbzeit war überragend“, fasste Hinze das Spielgeschehen zusammen. „Wir müssen natürlich deutlich mehr Tore schießen, dann wird es am Ende nicht mehr so eng.“ Denn der RSV ging weiter verschwenderisch mit seinen Möglichkeiten um, Rauch (60., 72.) alleine hätte die Gastgeber zum sicheren Sieg schießen können.

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Doch die Stendaler gaben nicht auf, in der 89. Minute segelte ein langer Ball in den Stahnsdorfer Strafraum und Niclas Buschke verkürzte zum 1:2. Zwar wurde es in den vier Minuten Nachspielzeit noch etwas hektisch, doch eine echte Chance sprang nicht mehr für Stendal heraus. „Wichtig war, dass wir das Spiel gewinnen. Das ,wie’ ist zweitrangig, gerade beim ersten Spiel“, sagte Hinze, der auf die vier potenziellen Startelfspieler Felix Matthäs, Niklas Goslinowski, Fabio Engelhardt und Levi Böttcher verzichten musste und Marcus Stachnik erst spät einwechseln konnte. „Wenn du improvisieren musst und kriegst trotzdem eine gute Mannschaft auf den Platz und gewinnst das Spiel, dann weiß man als Team, was wir geleistet haben“, sagt Hinze.

Die gesamte Mannschaft tanzte nach der Partie im Kreis und sang „Lenny gibt einen aus“. Lennart Buchholz trug es mit Fassung: „Für das erste Oberligator in der Vereinsgeschichte muss ich wohl einen ausgeben.“ Nach solch einem Premierensieg dürfte er es verschmerzen können.

RSV Eintracht 1949: Hemicker – Ring, Bensch, Buchholz – Heinze, Ronis (68. Krüsemann), Kausch, Neubauer (79. Lietz), Kruska – Schönfuß, Rauch (90.+2 Stachnik).