16. April 2020 / 21:02 Uhr

Premnitzer Handballer vor ungewisser Verbandsliga-Zukunft

Premnitzer Handballer vor ungewisser Verbandsliga-Zukunft

Christoph Laak
Märkische Allgemeine Zeitung
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Ob die Chemiker (in Grün) in der kommenden Saison noch in der Verbandsliga spielen steht noch nicht genau fest. © Christoph Laak
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Handball-Verbandsliga: Die Mannschaft von Chemie-Trainer Peter Stolle beendet die abgebrochene Spielzeit auf dem 9. Tabellenplatz, hat aber mit Personalproblemen zu kämpfen.

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„Es hätten schon ein paar Punkte mehr sein dürfen“, erklärt Peter Stolle, Trainer der Premnitzer Verbandsliga-Handballer im Rückblick auf die abgebrochene Spielzeit. Sein Team hatte am Ende den neunten Tabellenplatz belegt und somit sportlich den Klassenerhalt geschafft. Da sich der brandenburgische Handball-Landesverband aber für eine moderate Regelung in der Abstiegsfrage ausgesprochen hatte, muss kein Team die Liga nach unten verlassen.

Mit dem Abbruch kann der Premnitzer Trainer leben: „Es war ja relativ schnell klar, dass es keine Fortsetzung geben kann. Insofern geht das für mich auch in Ordnung. Wir stehen auf einem Nichtabstiegsplatz und haben damit unser Saisonziel erreicht.“ Er hatte mit seiner Mannschaft eine Saison mit Höhen und Tiefen gespielt. Personell arg gebeutelt, mussten die Premnitzer vor allem in fremden Hallen meist mit einem ganz kleinen Aufgebot antreten.

Erster Saison-Sieg gegen den SV Motor Hennigsdorf

Zum Auftakt hatte der TSV knapp in Wittenberge verloren und danach ging es kurios weiter. Das Spiel gegen den 1. SV Eberswalde fiel aus. Und das obwohl die Gäste angereist waren und auch die Schiedsrichter parat standen. Eine nicht funktionierende Hallenuhr führte zur Absage und in der Folge für zwei Minuspunkte auf dem Konto der Chemiker. Da auch das Auswärtsspiel in Eichstädt verloren wurde stand man schnell ganz weit unten drin in der Tabelle.

Am 4. Spieltag konnte das Stolle-Team dann aber mit dem 26:25-Erfolg gegen den SV Motor Hennigsdorf die ersten Punkte einfahren. „Gerade zu Hause spielten wir meist ordentlichen Handball, waren auch gar nicht so schlecht besetzt“, schätzt Peter Stolle ein. Auch Werder II konnte nach einem zwischenzeitlichen Neun-Tore-Rückstand geschlagen werden. Auswärts sah das meist ganz anders aus. In Neuruppin, Falkensee oder Wusterwitz blieben die Premnitzer ohne Punkte. „Berufsbedingt konnten wir nicht immer so trainieren, wie wir das wollten. Und bei den Auswärtsspielen waren wir dann meist auch nicht so gut besetzt“, so der Premnitzer Trainer, dem ein Spiel besonders im Gedächtnis geblieben ist.

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„Im Spiel gegen den 1. VfL Potsdam II haben wir eine ganz starke Leistung abgerufen. Als sie zu uns kamen, hatten sie null Minuspunkte und wir haben das Spiel mit riesiger Leidenschaft lange offen gehalten“, sagt Peter Stolle. Das Spiel ging denkbar knapp mit 25:26 verloren. In der Folge konnte noch das Kellerkind aus Eichstädt geschlagen werden und gegen Falkensee erhielten die Premnitzer die Punkte am grünen Tisch, so dass letztlich ein zufriedenstellender neunter Platz zu Buche steht – auch wenn mehr Punkte möglich gewesen wären.

Personelle Probleme sind nicht von der Hand zu weisen

In den letzten Wochen wurde selbstverständlich auch bei den Premnitzer nicht trainiert. „Ich habe den Jungs auch keine Trainingspläne mit an die Hand gegeben. Es war für mich klar, dass es nicht weiter geht. Hätte man uns gesagt, dass es weiter gehen kann, hätten wir uns aber natürlich auch vorbereitet“, erklärt Peter Stolle, der aber findet, „dass Laufen das Hallentraining nicht ersetzt.“

In den kommenden Wochen stehen für die Chemiker nun wegweisende Entscheidungen auf dem Plan. Das die Personalsituation nicht die beste ist, ist klar. Doch im Mai wollen sich Mannschaft und Verantwortliche zusammensetzen und darüber beraten, ob der Verbandsliga-Platz weiter in Anspruch genommen wird. „Wir müssen die abgelaufene Saison analysieren und schauen, ob es noch Sinn macht. Wir haben das aber auch schon jetzt angeschoben und führen Gespräche“, erklärt der Premnitzer Trainer.