19. April 2021 / 10:14 Uhr

Pressestimmen zum Superliga-Plan: "Ein Erdbeben im europäischen Klub-Fußball"

Pressestimmen zum Superliga-Plan: "Ein Erdbeben im europäischen Klub-Fußball"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Pressestimmen zum Superliga-Plan im Überblick.
Die Pressestimmen zum Superliga-Plan im Überblick. © Getty Images (Montage)
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Mit den Plänen einer neuen Superliga sorgen Vereine wie Real Madrid, Manchester City oder auch Juventus Turin für viel Unruhe. Der SPORTBUZZER fasst die internationalen Pressestimmen nach der Ankündigung der Top-Klubs zusammen.

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Zwölf Top-Klubs aus Italien, Spanien und England haben sich zusammengeschlossen und wollen eine europäische Superliga gründen. Deutsche Vereine sind bei dem höchst umstrittenen Projekt bislang nicht dabei. Es geht um viel Geld - und angeblich auch um die Fans. Die internationale Presse kritisiert die Pläne von Real Madrid und Co. scharf. In England kommentiert die Daily Mail die Entscheidung als "Erdbeben-Bewegung, die Krieg im Sport ausgelöst hat". In Italien ist in der La Repubblica von einem "inakzeptablen Verlust" die Rede.

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Im Überblick: Internationale Pressestimmen zur Superliga

Der Tagesspiegel (Deutschland): "Dass die Idee aus purer Geldgier entstanden ist, darüber lässt sich kaum streiten. Dass es ein Schlag ins Gesicht der kleineren Vereine und Fußballfans des ganzen Kontinents ist, da sind sich fast alle einig. Kurz gefasst: eine europäische Superliga aus zwölf bis 20 Megaklubs wäre ein grotesker 'Scheißhaufen'. Doch jetzt liegt der Haufen auf dem Tisch, und nun stellt sich die Frage: Was tun?"

Daily Mail (England): "Die Großen Sechs des englischen Fußballs haben sich einer neuen europäischen Super League angeschlossen, in einer Erdbeben-Bewegung, die Krieg im Sport ausgelöst hat. Die Entscheidung droht, den englischen Fußball zu spalten, nachdem die Premier League in einem Brief an die Klubs Sonntagnacht erkennen ließ, dass sie keinem derartigen Wettbewerb zustimmen werde."



The Guardian (England): "Das ist eine Idee, die sich nur jemand ausgedacht haben kann, der Fußball wirklich bis auf die Knochen hasst. Der den Fußball so sehr hasst, dass er ihn beschneiden, ausnehmen, zerlegen will, vom Spiel an der Basis bis zum Weltcup."

Die Stimmen aus Italien

La Gazzetta dello Sport (Italien): "Die Super League, die er (Juve-Boss Andrea Agnelli) fördert, würde eher den Interessen seines Klubs nützen, als den allgemeinen Interessen der Serie A. Ein Parallelturnier zwischen einigen Vertretern des europäischen Klub-Adels würde Geld nur in die Kassen der beteiligten Vereine spülen. Die Superliga steht im Widerspruch zum Versuch, die italienische Meisterschaft wieder aufzuwerten und noch stärker im Gegensatz zum Projekt der neuen Champions League, die vorhat, den Wettbewerb von 2024 an auf 36 Mannschaften auszuweiten."

La Repubblica (Italien): "Die Nacht, die den europäischen Fußball veränderte" - "Die geschlossene Superliga (...) beendet die Qualifikation auf dem Spielfeld - und damit das grundlegende Konzept des verdienten Erfolgs -, bei der die Voraussetzung der Teilnahme aller gilt. Ein inakzeptabler Verlust."

Corriere della Sera (Italien): "Eine grobe Idee, die sich gegen die Fans richtet"

"PSG steht vor einem Dilemma"

Marca (Spanien): "Die Schaffung der neuen Liga kommt in einer Zeit, in der die weltweite Pandemie die Instabilität des aktuellen ökonomischen Modells des europäischen Fußballs beschleunigt hat. Jahrelang hatten die Gründerklubs zum Ziel gehabt, die Qualität und Intensität der bestehenden europäischen Wettbewerbe zu verbessern und vor allem, ein Turnier zu schaffen, bei dem die besten Clubs und Spieler häufiger aufeinandertreffen könnten."

L'Équipe (Frankreich): "Derzeit gegen das Projekt der europäischen Super League eingestellt, steht PSG vor einem Dilemma. Der Pariser Club gehört nicht zu den zwölf Gründungsclubs des Projekts, dessen möglicher Start nicht ohne Konsequenzen für ihn wäre."

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"Es ist keine Überraschung, dass..."

Kronen Zeitung (Österreich): "Die Schwergewichte des europäischen Fußballs machen Ernst. Zwölf Top-Klubs wollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine europäische Superliga gründen."

Blick (Schweiz): "Ein Erdbeben im europäischen Klub-Fußball! Zwölf Top-Klubs wollen so schnell wie möglich in einer eigenen europäischen "Super League" aufspielen."

New York Times (USA): "Es ist wirklich keine Überraschung, dass die Rebellen glauben, ihr Plan könnte funktionieren und es keine rote Linie gibt. Dass, was auch immer sie tun, wir weiter alle zuschauen und der Ball weiter rollen wird. Es ist keine Überraschung, dass sie denken, sie können tun was immer sie wollen. Das haben sie schließlich seit Jahren, und niemand hat sie bislang aufgehalten."