19. Februar 2021 / 11:39 Uhr

Preußen 07 statt Hertha BSC für Torhüter Dominik Schultz

Preußen 07 statt Hertha BSC für Torhüter Dominik Schultz

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Neues Terrain: Dominik Schultz spielt nun für den BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow – zuvor lief er für Hertha BSC III auf.
Neues Terrain: Dominik Schultz spielt nun für den BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow – zuvor lief er für Hertha BSC III auf. © Privat
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Landesliga Süd: Dominik Schultz erschließt beim BSC Preußen 07 Blankenfelde-Mahlow sportliches Neuland und kommt von Hertha BSC.

Dominik Schultz war nun ein Teil seines Herzensvereins, er kickte im Trikot des Großclubs Hertha BSC, als er sich bei der Alten Dame angemeldet hatte. „Ich bin seit ich klein bin Hertha-Fan. Klar hat es mich gereizt, für den Verein zu spielen. Es kamen aber auch andere Faktoren dazu, die wesentlich entscheidender waren. Zum Beispiel, dass ich den Torwarttrainer schon seit Jahren kannte, die guten Trainingsbedingungen und auch der kurze Weg zu den Übungseinheiten.“

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Zwei Jahre stand Dominik Schultz, der vor Kurzem zum Fußball-Landesligisten BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow gewechselt ist, für die dritte der insgesamt vier Männermannschaften des Berliner Bundesligaclubs im Tor. Bezirksliga Berlin, die dritthöchste Spielklasse der Hauptstadt. Die Gegner in der Staffel 2 hießen Berolina Mitte, NSF Gropiusstadt II oder SSV Köpenick-Oberspree – weit entfernt vom Glamour der Profi-Abteilung. Berührungspunkte mit dem hoch bezahlten Starensemble gab es nicht – trotzdem war Dominik Schultz ein Herthaner.

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„Bei Hertha BSC hat man sich versucht, so gut es ging, um die Amateur-Mannschaften zu kümmern, aber der Fokus lag verständlicherweise bei den Leistungsmannschaften in der Nachwuchs-Akademie, dem U23-Team und den Profis“, berichtet der 21-Jährige. „Ich habe aber eine gute Weiterbildung als Torhüter bekommen, auch deshalb war es eine gute Zeit.“ Trotzdem war nun der Moment für einen Neuanfang gekommen. „Ich habe beschlossen, den nächsten Schritt zu gehen und mich in der Landesliga in Brandenburg beweisen zu wollen“, sagt Dominik Schultz, „überzeugt hat mich beim BSC Preußen das tolle Umfeld, die guten Trainingsbedingungen und vor allem das Team, das mich beim Probetraining sehr herzlich empfangen hat.“

Beim BSC 07 wird Dominik Schultz unter der Regie von Torwarttrainer Marijo Ferencak mit seinen Keeperkollegen Tim Kuper und Maximilian Möller ein Trio bilden, das zwischen den Pfosten auf der letzten Verteidigungslinie die gegnerischen Angriffe abwehren soll. „Dominik hat damals beim Probetraining einen exzellenten Eindruck hinterlassen, deshalb bin ich froh, dass der Wechsel geklappt hat“, sagt Mirko Schult, der Coach der Landesliga-Vertretung.

Offener Dreikampf um den Platz im BSC-Kasten

„Das ist auch im Interesse unseres Torwarttrainers Marijo Ferencak, der gerne mit jungen Talenten zusammenarbeitet. Die sportliche Ausgangslage ist so, dass jeder unserer drei Torhüter auch die Chance haben soll, im Landesliga-Team im Tor zu stehen.“ Marijo Ferencak, der zweimal pro Woche auch die A- und B-Jugend-Torhüter des Vereins trainiert, sagt: „Alle haben eine gute Ausbildung, das sieht man. Maximilian Möller habe ich schon als B-Jugendlicher gecoacht, es macht mich stolz, dass er es bis in die erste Mannschaft geschafft hat. Es ist wichtig, dass wir drei Torhüter auf Augenhöhe haben, es ist ein ganz offener Dreikampf.“

Der ambitionierte Club aus der Dahme-Fläming-Region hat sich auf Rang vier der Landesliga Süd in die Spielpause wegen der weltweiten Corona-Pandemie verabschiedet. Der Rückstand auf Spitzenreiter SV Germania Schöneiche beträgt bei einer weniger ausgetragenen Partie lediglich vier Zähler. In acht Begegnungen hatte der BSC 18 Zähler erkämpft. Mit elf Gegentreffern verfügt der Club über die drittbeste Abwehr der Staffel Süd – bei 22 erzielten Toren.


Mehr Fußball aus Brandenburg

Dominik Schultz, ein Kind der Hauptstadt, der im Stadtbezirk Lichterfelde wohnt und bei den Berliner Wasser-Betrieben als Kundenberater arbeitet, erschließt nun eine ganz neue Fußballregion. „Ich habe mit acht Jahren angefangen, Fußball zu spielen beim Verein Sportfreunde-Charlottenburg-Wilmersdorf und bin dann in der B-Jugend zu Brandenburg 03 gewechselt, wo ich schon bereits in der A-Jugend sowohl für die 1. als auch 2. Herrenmannschaft Spielerfahrung sammeln durfte“, berichtet der Ballfänger.

Dahme-Fläming-Region also statt Alter Dame, die Buchstaben „BSC“ im Vereinsnamen haben sich aber beim Neustart nicht geändert – auch wenn die Kürzel in Blankenfelde-Mahlow für „Ball-Sport-Club“ und bei der Hertha für „Berliner-Sport-Club“ stehen.

Ein Quartett zwischen den Pfosten

Zum Torwartteam der Landesliga-Vertretung des BSC Preußen gehören neben dem Neuzugang von der dritten Mannschaft des Bundesligisten Hertha BSC, Dominik Schultz, auch Torwarttrainer Mario Ferencak, der selber viele Jahre für den Club spielte, sowie die Schlussmänner Maximilian Möller und Tim Kuper.  Marijo Ferencak (44) spielte als Aktiver mehr als zehn Jahre in Blankenfelde-Mahlow und lief außerdem eine Halbserie für den RSV Mellensee auf.

Er fungiert inzwischen als Coach der Torhüter, in der Saison 2018/19 kickte er außerdem für den FSV Admira. Der 27 Jahre alte Tim Kuper durchlief die Jugendabteilungen bei Hertha 03 Zehlendorf, Hertha BSC, dem Berliner SC (U19) und spielte im Männerbereich beim FC Hertha Zehlendorf und Preussen Eberswalde. 2015 wechselte er nach Blankenfelde-Mahlow in die Landesliga Süd. In seiner Vita stehen unter anderem ein Einsatz in der U19-Bundesliga Nord/Nordost und 23 Partien in der Brandenburgliga. Maximilian Möller (20) stammt aus dem eigenen Nachwuchs des Vereins und schaffte anschließend den Sprung in die erste Männermannschaft.