23. März 2020 / 16:55 Uhr

Prignitzer Rasenplätze werden seltener gemäht

Prignitzer Rasenplätze werden seltener gemäht

Stefan Peglow
Märkische Allgemeine Zeitung
Der Perleberger Jahn-Sportpark soll vom Platzwart hier und dort eine Frischzellenkur bekommen.
Der Perleberger Jahn-Sportpark soll vom Platzwart hier und dort eine Frischzellenkur bekommen. © Stefan Peglow
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Kreis Prignitz/Ruppin: Die Sportanlagen in der Region erfahren in der Zeit des Stillstandes differenzierte Aufmerksamkeit.

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Auch wenn der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen ruht, müssen diese natürlich nach wie vor gepflegt werden. Das gilt im Besonderen für die Rasenplätze der Fußballer. Um die kümmern sich in der Prignitz überwiegend Ehrenamtler. Hauptberuflich tätige Platzwarte gibt es in der Region nur in wenigen Städten und Gemeinden. Der SPORTBUZZER hat sich unter ihnen umgehört, was es in Zeiten des sportlichen Stillstands auf den Sportplätzen noch zu tun gibt.

„Nach wie vor genug. Rasen und Unkraut wachsen ja trotz Coronavirus weiter“, erklärt Ulf Liebmann. Er ist der Platzwart im Perleberger Jahn-Sportpark. „Hier wird die Pflege natürlich aufrecht erhalten. Des Weiteren werden wir versuchen, ein paar Sachen, die jetzt vielleicht nicht angewachsen oder noch nicht grün sind, noch mal neu einzusäen. Vor allem vor unserem neuen Funktionsgebäude ist das angebracht. Da ist bislang nie jemand dazu gekommen, diese Fläche zu bearbeiten“, verweist Liebmann auf den weitgehend unbewachsenen, mehrere Meter breiten braunen Streifen vor dem gepflasterten Fußweg am Gebäude. „Das wollen wir jetzt in die Gänge bringen. Ich bin hier zwar allein beschäftigt, aber die Wohnungsgenossenschaft als Verpächter wird natürlich auch zugreifen. Die hat ja noch mehr Flächen, zum Beispiel das Schwimmbad nebenan, um das sie sich kümmern muss. Und wahrscheinlich wird jemand mit schwererer Technik kommen und zumindest einen Streifen vor dem Funktionsgebäude umeggen, bevor hier was gesät wird“, informiert der angestellte Platzwart weiter. Anders als vor Corona sei derzeit, dass er sich seine Arbeitsabläufe nun frei einteilen könne. „Denn wenn kein Schulsport mehr auf der Anlage stattfindet, muss ich keine Rücksicht mehr nehmen. Ich kann jetzt zum Beispiel jederzeit mit dem Kantenschneider arbeiten.“

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Liebmann wolle aber auch andere Sachen in Angriff nehmen, die sonst liegen blieben. „Darunter viele Kleinigkeiten. Zum Beispiel möchte ich hier und da mit ein bisschen Farbe an die Kassiererhäuschen des Stadions gehen.“ Zunächst kümmere er sich aber um den A-Platz der Perleberger Einheit-Fußballer. „Dünger ist beantragt. Der kommt wohl in dieser Woche. Dann ist er zwar diesmal sechs Wochen früher drauf als sonst, aber dann habe ich alles fertig. Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, dass hier doch noch gespielt werden kann im Sommer.“

„Unsere Plätze wurden schon gedüngt und werden weiterhin normal gemäht“, informiert Björn Rohde, der Fußball-Chef des Pritzwalker FHV. Da der Rasen in der Dinnebier-Arena bei den gegenwärtigen Temperaturen aber noch nicht wachse, wolle man sich in Pritzwalk jetzt um alles kümmern, „was so in all den Jahren liegen geblieben ist“.

Groß Pankow: "Auf beiden Plätzen Dünger aufgebracht und gewalzt“

Auch in Groß Pankow war man in den vergangenen Tagen nicht untätig. „Bei uns wurden zwei Auswechselbänke auf dem zweiten Platz aufgestellt, auf beiden Plätzen Dünger aufgebracht und gewalzt“, erzählt Hagen Franzke, der Vereinschef des Kreisligisten Pankower SV Rot-Weiß. Und er ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht, ob unser Platzwart mäht. Ich vermute aber ja, da ja beide Plätze immer akkurat aussehen.“

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Die Brandenburger Helden der Woche der Saison 2019/20. Zur Galerie
Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20. ©

In der nördlicheren Prignitz, im Dorf Gerdshagen, werde ebenso weiter gemäht, versichert Männer-Trainer Michael Nagl: „Wir haben einen Platzwart der sich um die Anlage kümmert und das klappt sehr gut. Unserem Platz tut die Pause sicher gut, auch wenn wir alle natürlich lieber Fußball spielen würden. Wir treffen uns erst mal gar nicht hier und klären alles, was wichtig ist, übers Telefon.“

SV Demerthin: "Alles komplett heruntergefahren“

Im Süden des Landkreises handhabt man es ähnlich. „Beim SV Demerthin haben wir allerdings alles komplett heruntergefahren“, sagt Marko Graff vom Vorstand. Die Platzpflege übernehme weiterhin Platzwart Guido Reich. „Er mäht immer noch, aber nicht mehr so oft. Auch da fahren wir jetzt alles runter, werden nur noch alle 14 Tage mähen beziehungsweise nur wenn es absolut nötig ist.“ Für den 18. April hatte der Sportverein einen Arbeitseinsatz geplant. „Aber der wird natürlich nicht stattfinden. Es ist bisher von uns nicht angedacht, irgendwas zu machen. Wir sind hier in der Schwebe. Es sollte zum Beispiel ein Spielplatz gebaut werden. Es sollte ein Konzept erstellt werden, damit die Eisenbarriere um den Platz wegkommt. Sie soll durch Holz oder Rosensträucher ersetzt werden“, so Graff weiter. Immerhin befinde sich der Sportplatz direkt neben dem Demerthiner Schloss, einem Renaissancesitz aus dem 16. Jahrhundert. Die Rudimente des ehemaligen Schlossparks, mit einem zum Teil sehr alten Baumbestand, sollen wieder mehr zur Geltung kommen. „Aber vorerst mähen wir nur den Rasen, wenn er gemäht werden muss. Ansonsten passiert hier nichts. Die Gesundheit geht vor!“, wird Graff deutlich.