08. Oktober 2019 / 16:24 Uhr

Prignitzer Trainer über Karten gegen Offizielle: Sinnvoll oder überflüssig?

Prignitzer Trainer über Karten gegen Offizielle: Sinnvoll oder überflüssig?

Stefan Peglow
Märkische Allgemeine Zeitung
Sie haben eine klare Meinung.
Sie haben eine klare Meinung. © SPORTBUZZER-Grafik
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Seit der Saison 2019/20 dürfen Schiedsrichter auch Trainer und Offizielle mit einer Karte verwarnen - der SPORTBUZZER fragt nach, wie die neue Regelung ankommt

Ronald Hohn, Co-Trainer, SV Eiche 05 Weisen, Kreisoberliga Prignitz-Ruppin: Eine Karte hat einer unserer Betreuer gleich zu Beginn der Saison bekommen. Da war ich ein bisschen betrübt, dass ich nicht der Erste war, der Gelb bekam. Aber Scherz beiseite. Ich halte davon gar nichts. Das ist doch Pillepalle. Früher ist der Schiri zu dir rausgekommen und hat gesagt, du sollst Ruhe geben. Hat man das nicht gemacht, kam er noch mal und hat dich hinter die Barriere geschickt. Jetzt zeigt er dir eine Karte, oder eben zwei. Neu ist eigentlich nur, dass nun auch unsere Offiziellen wegen einer Gelben Karte für ihre Meckerei zwei Euro in die Mannschaftskasse zahlen müssen.

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Kevin Torster, Co-Trainer, SSV Einheit Perleberg, Landesliga Nord: Ich habe im Spiel gegen Babelsberg 74 eine Gelbe Karte vom Schiedsrichter gesehen, konnte damit aber überhaupt nichts anfangen. Denn so eine Karte nimmt ein Stück weit die Kommunikation zwischen Schiri und Trainer. Man bekommt Gelb und erfährt nicht einmal, wofür. Das ist von oben herab. Dann sollte man den Trainer doch lieber verbal ermahnen und beim nächsten Mal hinter die Bande schicken. Dabei braucht man keine Gelbe Karte zeigen, zumal sie in unserer Liga bedeutungslos ist. Ein Schiri sollte besser die Spieler auf dem Feld schützen, indem er dort Karten verteilt.

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Marko Bruhn, Trainer, Pritzwalker FHV, Landesklasse West: Die neue Regelung mit den Gelben und Gelb-Roten Karten gegen Trainer und Offizielle halte ich im Amateurbereich für absolut überflüssig. Für die Bundesliga sehe ich das allerdings etwas anders. Da werden die Trainer bezahlt, da geht es um Millionen. Da sollten sich alle am Spielfeldrand schon ordentlich bewegen. Natürlich sollte man sich auch im Amateurbereich respektvoll verhalten, jedoch halte ich die Kartenregelung dort für Blödsinn. Denn Emotionen gehören nun mal zum Fußball und sollten, sofern es nicht beleidigend wird, gerade am Spielfeldrand zugelassen werden.

Martin Schmidt, Spielertrainer, Reckenziner SV, Kreisliga West Prignitz-Ruppin: Ich finde es gar nicht so schlecht, dass Trainer und Offizielle jetzt auch Karten bekommen können. Denn manche Trainer benehmen sich echt daneben. Die sollten sich besser beherrschen. Schließlich haben sie eine Vorbildfunktion und dementsprechend müssen sie sich benehmen. Dazu kommt, dass es die Schiedsrichter so schon nicht immer einfach haben. Sie sollten geschützt werden. Kurz gesagt: Karten gegen Offizielle sind eine gute Sache. Bislang hat aus unserem Verein übrigens noch keiner eine Karte vom Schiedsrichter bekommen.

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