11. Februar 2021 / 19:48 Uhr

Privatjet, Quarantäne, Ausfallzeit: So geht es für Thomas Müller nach der Corona-Diagnose weiter

Privatjet, Quarantäne, Ausfallzeit: So geht es für Thomas Müller nach der Corona-Diagnose weiter

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Bayern muss länger auf Thomas Müller verzichten.
Der FC Bayern muss länger auf Thomas Müller verzichten. © imago images/Christian Kolbert/kolbert-press/Pool
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Mit Thomas Müller fällt einer der wichtigsten Spieler des FC Bayern vorerst aus. Der FCB-Star hat sich bei der Klub-WM mit dem Coronavirus infiziert und fliegt nicht mit der Mannschaft zurück nach München. So geht es für Müller nun weiter.

Dieser Ausfall trifft die Bayern richtig hart: Kaum einer – abgesehen von Nationaltorhüter Manuel Neuer und Top-Torjäger Robert Lewandowski – fehlt dem Triple-Sieger so sehr wie Thomas Müller, der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz. Er ist der Motivator und Lautsprecher der Mannschaft, der in der Offensive die Kommandos gibt, kurz: die gute Seele des Teams. Und nicht nur das. In der Bundesliga kommt der 31-Jährige auf zehn Tore und zehn Vorlagen, ist einer der besten Scorer. Nun, kurz vor dem Klub-WM-Finale gegen Tigres UNAL (1:0 - hier der Spielbericht) in Katar, hat sich Müller mit dem Coronavirus infiziert. Die Bayern gewannen auch ohne ihn.

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Der Schock für den FC Bayern München ereignete sich bereits am Mittwoch. Müller musste das Turnier nach zwei positiven Corona-Tests vorzeitig abbrechen, wurde bereits vom Rest der Mannschaft isoliert und in ein anderes Hotel gebracht. Was den Meister den ganzen Donnerstag über in Atem hielt, waren die Ergebnisse der unterschiedlichen Tests bei Müller nach dem 2:0 im Halbfinale gegen Afrika-Vertreter Al Ahly aus Kairo.

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Der erste Test brachte beim Weltmeister von 2014 völlig überraschend ein positives Ergebnis, alle anderen Profis im Kader waren negativ. Daher wurde bei Müller erneut getestet - negativ. Also musste ein dritter Test, übrigens keine Schnelltests, sondern die verlässlichere PCR-Methode, die im Labor untersucht wird, Klarheit bringen – und der war wieder positiv. Also sperrte der Weltverband FIFA Müller für das Finale und ordnete für den Spieltag eine weitere, komplette Testreihe beim Rest des Teams an. Auf der Homepage des FC Bayern heißt es dazu: "Es ergab sich kein weiterer positiver Befund." Daher konnte auch das Finale am Donnerstagabend angepfiffen werden.

Müller geht es den Umständen entsprechend gut

Was passiert jetzt mit Müller? Ihm gehe es den Umständen entsprechend gut, er zeigt keinerlei Symptome. Allerdings ist der Frust über das Verpassen des Finals und die Isolation vom Team natürlich groß. Der Ex-Nationalspieler wollte den möglichen 28. Titel seiner Profi-Laufbahn auf dem Platz und mit seinen Kollegen feiern. Schon jetzt mit 27 Trophäen dekoriert, ist der gebürtige Bayer der erfolgreichste deutsche Fußballer der Geschichte. Nun kann er ganz allein in einem Hotelzimmer lediglich vor dem Fernseher die Daumen drücken. Der Verein hat für Müller nach Informationen der Bild einen Privatjet für die Rückreise organisiert. Aufgrund der Infektion kommt natürlich kein Linienflug infrage.

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Weil der Staat Katar nicht auf eine Quarantäne vor Ort besteht, könnte der Mittelfeldspieler bereits in der Nacht auf Freitag nach Hause zurückfliegen – fast parallel zur Mannschaft. "Nach seiner Rückkehr nach München wird sich Thomas Müller umgehend in Quarantäne begeben. Der FC Bayern hat sich mit den zuständigen Behörden abgestimmt", so schreibt der Verein auf seiner Homepage. Zurück in der Heimat greifen die bayerischen Corona-Bestimmungen nach denen umgehend zehn Tage häusliche Quarantäne angeordnet wird. Erst mit einem negativen Testergebnis kann er die Quarantäne beenden. Damit fehlt Müller mindestens in den nächsten beiden Bundesliga-Partien gegen Arminia Bielefeld (Montag) und am Samstag darauf bei Eintracht Frankfurt (20. Februar). Weil er durch die häusliche Isolierung dann Trainingsrückstand hat, dürfte auch Müllers Mitwirken beim Champions-League-Auswärtsspiel am 23. Februar gegen Lazio Rom keinen Sinn machen. Also das Aus fürs Achtelfinal-Hinspiel.

Bitter für Flick, der im Finale gegen die Tigres aus Monterrey kurzfristig auch auf Jerome Boateng verzichten musste, der aus persönlichen Gründen bereits abgereist ist. Immerhin könnten am Montag gegen Bielefeld Leon Goretzka und Javi Martinez, die nach ihrer Corona-Infektion die erforderliche Quarantäne beenden konnten, wieder zur Verfügung stehen – vorbehaltlich ihrer Fitness.

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