29. November 2021 / 18:07 Uhr

Pro und Contra: Hat Bayern-Stürmer Robert Lewandowski den Ballon d'Or verdient?

Pro und Contra: Hat Bayern-Stürmer Robert Lewandowski den Ballon d'Or verdient?

Tobias Manzke und André Batistic
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gewinnt Robert Lewandowski nach dem offiziellen FIFA-Weltfußballer-Titel auch die Fachauszeichnung Ballon d'Or?
Gewinnt Robert Lewandowski nach dem offiziellen FIFA-Weltfußballer-Titel auch die Fachauszeichnung Ballon d'Or? © IMAGO/Loop Images/FC Bayern München/Montage
Anzeige

Am Montagabend wird in Paris der Ballon d'Or für den besten Spieler des Jahres verliehen. Heißer Kandidat auf den Titel ist Bayern-Star Robert Lewandowski. Hat der amtierende FIFA-Weltfußballer die begehrte Trophäe verdient? Tobias Manzke und André Batistic diskutieren. 

PRO: Ja, Lewandowski ist der Beste der Welt!

von SPORTBUZZER-Chefreporter Tobias Manzke

Anzeige

Wenn es überhaupt noch eines weiteren Beweises bedurft hätte, warum Robert Lewandowski am Montagabend in Paris den Ballon d’Or für den besten Spieler im Jahr 2021 in Empfang nehmen sollte, dann hat er ihn in dieser Woche abgeliefert: Sein Treffer per Fallrückzieher in der Champions League bei Dynamo Kiew war ein Kunstwerk, ein Tor der Superlative – wie sein ganzes Jahr. Der Stürmer des FC Bayern hat 2021 den mit 40 Saisontreffern als nicht einstellbar geltenden Bundesliga-Rekord von Gerd Müller gebrochen und die neue Bestmarke auf 41 geschraubt. Die er jetzt schon wieder jagt. In dieser Saison hat der Pole in zwölf Ligaspielen schon wieder 14 Mal getroffen, in insgesamt 19 Pflichtspielen 25 Buden erzielt. Im gesamten Kalenderjahr kommt er auf wahnsinnige 64 Tore.

Unglaubliche Zahlen eines unglaublichen Stürmers, der sowohl den FC Bayern als auch die polnische Nationalmannschaft auf ein anderes Niveau hebt. Lewandowski ist besessen vom Erfolg, hat seinen Körper zu einer Hochleistungsmaschine gestählt, die seit Jahren immer auch höchstem Niveau abliefert. Das tun andere Profis auch, wie die ebenfalls nominierten Mohamed Salah oder Lionel Messi. Aber in diesem Jahr gibt es eindeutig keinen besseren als Lewandowski.

CONTRA: Nein, weil Lewandowski in keiner Top-Liga spielt

von SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic

41 Tore in einer Saison? Trotz Verletzungspause und insgesamt fünf verpassten Spielen? Das klingt so, als ob jemand den FIFA-Karrieremodus trotz guter Skills auf einer geringen Schwierigkeitsstufe wie "Halb-Profi" spielt. Und nichts anderes ist die Bundesliga im internationalen Vergleich - besonders mit dem FC Bayern, wo sich zahlreiche Gegner schon vor Anpfiff aufgrund der Überlegenheit des Klubs vorzeitig ergeben. Reichen Tore gegen Augsburg, Mainz oder Bielefeld wirklich aus, um sich als bester Spieler der Welt bezeichnen zu dürfen? Im Europacup lief es mäßig: In der vergangenen Champions-League-Saison schied "Lewa" mit dem FCB im Viertelfinale aus, bei der EM konnte der Superstar seine Individuelle Klasse mit den Polen nicht unter Beweis stellen - Vorrunden-Aus!

Ein Blick nach England lohnt sich: Was beispielsweise Mohamed Salah seit Jahren beim FC Liverpool leistet, sucht seinesgleichen. Nicht umsonst schwärmte "Reds"-Trainer Jürgen Klopp zuletzt, das aktuell "keiner besser ist" als sein Stürmer. In der deutlich konkurrenzfähigeren englischen Premier League hat Salah in dieser und in der vergangenen Saison insgesamt 33 Treffer erzielt und vor allem auch als Teamplayer geglänzt. Da bei der internationalen Fach-Jury natürlich die Premier League mehr im Fokus steht, dürfte es Lewandowski ohnehin schwer haben, sich den Goldenen Ball zu sichern.