13. April 2021 / 18:21 Uhr

Pro und Contra: Notwendig oder unfair - soll es Auf- und Absteiger in den Ligen des NOFV geben?

Pro und Contra: Notwendig oder unfair - soll es Auf- und Absteiger in den Ligen des NOFV geben?

Mirko Jablonowski und Stephan Henke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die SPORTBUZZER-Redakteure Stephan Henke (l.) und Mirko Jablonowski streiten über die Auf- und Abstiegsregelung des NOFV.
Die SPORTBUZZER-Redakteure Stephan Henke (l.) und Mirko Jablonowski streiten über die Auf- und Abstiegsregelung des NOFV. © Detlev Scheerbarth, Friedrich Bungert
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Das Präsidium des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) entscheidet am Freitag über den Saisonabbruch und die Wertung in seinen Ligen. Die SPORTBUZZER-Redakteure Stephan Henke und Mirko Jablonowski haben ganz unterschiedliche Meinungen, wie der NOFV handeln sollte.

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Die Präsidiumssitzung des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) am kommenden Freitag wird mit Spannung erwartet. Die Vorschläge des Spielausschusses liegen auf dem Tisch, doch das Präsidium muss diesen noch zustimmen - oder sie abändern. Größter Streitpunkt: Wie werden die Ligen gewertet und gibt es Auf- und Absteiger? Auch in der Redaktion des SPORTBUZZER gibt es dazu unterschiedliche Meinungen. Stephan Henke und Mirko Jablonowski liefern sich ein Pro und Contra:

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Pro (Stephan Henke): Richtig und notwendig

Die NOFV-Spielordnung ist unmissverständlich: „Muss das Spieljahr aufgrund höherer Gewalt oder nicht vorhersehbarer und nicht beeinflussbarer Ereignisse vorzeitig beendet werden...“ So beginnt Paragraf 9, anschließend werden die Regelungen für Auf- und Abstieg aufgelistet – und genau daran sollte sich der NOFV halten. Dieser Paragraf wurde mit Blick auf die Erfahrung der Vorsaison im vergangenen Sommer in der Spielordnung ergänzt. Diese ist für jeden einsehbar und war allen Vereinen schon vor Saisonbeginn bekannt. Als der Paragraf im Juni 2020 veröffentlicht wurde, gab es keinen Aufschrei – also darf sich jetzt auch kein Verein beschweren, dass er in dieser Saison angewendet wird. Umso mehr nicht, da die Saison von Beginn an auf wackeligen Beinen stand und die Entwicklung der Corona-Pandemie im Sommer 2020 noch nicht absehbar war.

Der NOFV tut gut daran, sich an seine Spielordnung zu halten, auch wenn sich beispielsweise die Regionalligisten einstimmig gegen den Abstieg einer Mannschaft ausgesprochen hatten. Denn die Ligen dürfen nicht noch größer werden, als sie es eh schon sind. Eine Regionalliga mit – im extremsten Fall – 23 Mannschaften und damit 44 Spielen pro Team würde den eh schon engen Terminkalender noch weiter aufblähen. Zumal auch jetzt noch nicht gesichert gesagt werden kann, wie der Einfluss der Pandemie auf die Saison 2021/22 sein wird. Natürlich ist es verständlich, dass die betroffenen Vereine nicht begeistert sind, sportlich ist die Aussagekraft der Tabelle nach nicht mal einem Drittel der Saison sicherlich fragwürdig – aber konform der Spielordnung und unbedingt notwendig ist die Entscheidung.

Contra (Mirko Jablonowski): Nicht im Sinne des Fußballs

Paragrafen und Spielordnungen hin oder her: Der Vorschlag des Spielausschusses des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes, nach Abbruch der Saison 2020/21 und bei weniger als einem gespielten Drittel der Saison sowohl Auf- als auch Absteiger zu benennen, ist nicht im Sinne des Fußballs. Dass der Brandenburger SC Süd nach neun von 32 zu absolvierenden Partien als Tabellenletzter der Oberliga Nord den Gang in die Brandenburgliga antreten soll, dürfte für Trainer Mario Block und sein Team ein Schlag ins Gesicht sein. Noch in der Saison 2019/20 hatten sie doppelt so viele Spiele absolviert, hielten die Klasse aber aufgrund der ausgesetzten Abstiegsregelung. Schwer nachvollziehbar. Auf der anderen Seite soll sich der MSV Neuruppin mit sieben gespielten Begegnungen das Ticket für die Oberliga verdient haben – ein sportlich fairer Wettkampf geht anders.

Mehr zum NOFV

Natürlich kann der NOFV nichts für die Pandemielage. Zumindest in der Regionalliga, die man als professionelle Liga verkaufen möchte, hat er es verpasst, Konzepte für einen Spielbetrieb, der zumindest die Beendigung der Hinrunde unter Ausschluss der Öffentlichkeit möglich gemacht hätte, zu erarbeiten. Andere Sportverbände haben da besser gearbeitet. Die Leidtragenden sind die Vereine. Sofern man keinen anderen Weg als einen Abbruch sieht, darf es mit Blick auf die wenigen ausgetragenen Duelle keine Wertung geben. Regionalligist Viktoria Berlin als Aufsteiger zu benennen, ist fragwürdig, aber noch am ehesten nachvollziehbar. Natürlich will der NOFV den Startplatz für ein Team aus seinem Verbreitungsgebiet in der 3. Liga nicht verfallen lassen. Alle anderen Entscheidungen erscheinen einfach ungerecht.