15. Januar 2021 / 21:23 Uhr

Pro und Contra zu Schalke 04: Wäre ein Transfer von Klaas-Jan Huntelaar die Königslösung?

Pro und Contra zu Schalke 04: Wäre ein Transfer von Klaas-Jan Huntelaar die Königslösung?

Leon Schaefer und Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sollte der FC Schalke 04 Klaas-Jan Huntelaar zurückholen? Sönke Gorgos und Leon Schaefer debattieren.
Sollte der FC Schalke 04 Klaas-Jan Huntelaar zurückholen? Sönke Gorgos und Leon Schaefer debattieren. © Getty Images (Montage)
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Der FC Schalke 04 beschäftigt sich intensiv mit einer Rückhol-Aktion von Vereinslegende Klaas-Jan Huntelaar. Doch könnte der 37-Jährige S04 entscheidend nach vorn bringen? Die SPORTBUZZER-Kollegen Leon Schaefer und Sönke Gorgos tauschen im Pro-Contra-Duell Argumente aus.

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PRO: Huntelaar garantiert Tore – und 100 Prozent Identifikation

von SPORTBUZZER-Mitarbeiter Leon Schaefer

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Die Frage, ob Huntelaar den Schalkern helfen kann, hat er am Donnerstag eigentlich schon selbst beantwortet: Als Joker führte der Stürmer Ajax mit zwei Treffern zum späten Sieg gegen Enschede und schoss die Saisontore Nummer sechs und sieben. Viel wichtiger aber aus Schalker Sicht: Nach dem Spiel ließ er seine Verbundenheit dem Ex-Klub gegenüber in einem Interview mehr als deutlich werden.

Zweifler könnten Schalke mit Verweis auf einen ähnlichen Transfer aus der Horror-Saison von Huntelaar abraten: Statt Erfahrung und Tore brachte der ebenfalls routinierte Vedad Ibisevic vor allem Unruhe. Ohne ein einziges Liga-Tor war nach zwei Monaten schon wieder Schluss. Doch Huntelaar würde das mitbringen, was Ibisevic zum erfolgreichen Knappen fehlte: Bedingungslose Identifikation mit dem Verein. Sollte sich der Holländer tatsächlich dazu entscheiden, die Mission Klassenerhalt mit Schalke anzugehen, statt mit Ajax um Titel zu spielen, dann wohl aus tief empfundenem Pflichtgefühl: "Schalke hat große Probleme, sie brauchen mich mehr", sagte er.

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Der jüngste 4:0-Erfolg gegen Hoffenheim lieferte schon ein Indiz, dass auf Schalke vor allem Anführer gebraucht werden: Sead Kolasinac, seinerseits von Arsenal zurückgekehrt, führte das Team als Kapitän auf dem Platz zur Kehrtwende. Mit dem "Hunter" könnte eine weitere Gallionsfigur mit Erfahrung zum Aufschwung beitragen. Das Team von Christian Gross bekäme zudem einen eiskalten Torjäger, der bisher fehlt. Ob von Beginn an oder von der Bank – Huntelaar ist auch mit 37 Jahren noch eine Waffe. Den anderen Angreifern – dem glücklosen Mark Uth und dem unerfahrenen Matthew Hoppe – könnte das den Druck nehmen. Kurzum: Königsblau bekäme mit Huntelaar ein Paket, das sich Schneider und Co. nicht entgehen lassen sollten.


CONTRA: Huntelaar? Deshalb braucht Schalke andere Lösungen

von SPORTBUZZER-Redakteur Sönke Gorgos

Ernsthaft, Schalke? Nachdem die Knappen laut übereinstimmenden Medienberichten bei Vedad Ibisevic (36) und Mario Mandzukic (34) abblitzten, soll nun Klaas-Jan Huntelaar (37) die dringend benötigten Tore für den Klassenerhalt beisteuern. Damit wir uns richtig verstehen: Huntelaar ist der wohl beste Stürmer der jüngeren Schalker Vereinsgeschichte, eine Legende. Aber er ist eben auch 37 Jahre alt und seit seinem angekündigten Karriereende im Dezember auf einer Abschiedstournee. In der Eredivisie noch regelmäßig zu treffen, ist zudem nicht zwangsläufig ein Indiz für Bundesliga-Tauglichkeit, denn die niederländische Liga ist international Mittelmaß.

Dass Schalke einen Stürmer holt, ist grundsätzlich richtig und angesichts von lediglich zwölf Saisontoren sogar dringend notwendig. Allerdings war im bisherigen Saisonverlauf ein Schalker Problem, dass der Strafraum nur in den seltensten Fällen überhaupt erreicht wurde. Mehr noch als die Chancenverwertung war die Einbindung der Stürmer eine der großen Hürden im S04-Spiel - und das wird bei aller Erfahrung und Coolness vor dem Tor auch ein reiner Strafraum-Stürmer wie Huntelaar, der schon in seinem letzten Bundesliga-Jahr 2017 mit dem Tempo der Liga etwas Mühe hatte, nicht lösen können.

In der schwierigen Lage der Schalker setzt Sportchef Jochen Schneider vor allem auf alte Verbundenheit mit S04 - siehe Kolasinac. Dagegen ist in Anbetracht der Kader-Zusammenstellung nichts einzuwenden und es ehrt die Spieler über alle Maßen, dass ihnen der Verein so am Herzen liegt. Allerdings darf die Einbindung alter Publikumsfavoriten kein Selbstzweck sein, um den Verfall mit Lokalkolorit "aufzuhübschen" - frei nach dem Motto: "Wir haben alles probiert, aber nicht mal eure Lieblinge haben es hinbekommen!" Huntelaar selbst wäre ein ruhigeres Karriereende mit einem möglichen Titel in Holland als krönendem Abschluss seiner Laufbahn eher zu gönnen als die Schalker Tristesse und schlimmstenfalls sogar ein Abstieg.

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