18. Mai 2022 / 20:30 Uhr

Pro und Contra zum Europa-League-Finale: Holt sich Eintracht Frankfurt den Titel?

Pro und Contra zum Europa-League-Finale: Holt sich Eintracht Frankfurt den Titel?

Roman Gerth und Timon Zöfelt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Eintracht Frankfurt und die Glasgow Rangers spielen in der Europa League um den Titel.
Eintracht Frankfurt und die Glasgow Rangers spielen in der Europa League um den Titel. © IMAGO/Revierfoto/Shutterstock/Sven Simon (Montage)
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Eintracht Frankfurt greift im Finale der Europa League am Mittwoch nach einem historischen Coup. Vermiesen die Glasgow Rangers den Hessen ihre Europa-Party? RND-Redakteur Roman Gerth und SPORTBUZZER-Redakteur Timon Zöfelt diskutieren.

JA, die SGE geht den letzten Schritt zum historischen Sieg

von RND-Redakteur Roman Gerth

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42, 50.000 und 15,64 Millionen – diese drei Zahlen haben für Eintracht Frankfurt eine große Bedeutung. Vor 42 Jahren holte der hessische Klub zum bisher einzigen Mal einen europäischen Titel. Mit der verstorbenen Vereinslegende Jürgen Grabowski gewann Frankfurt den UEFA-Cup. Nun wollen rund 50.000 Eintracht-Fans in Sevilla den nächsten Titelgewinn erleben. Und der würde die Champions-League-Teilnahme in der kommenden Saison bedeuten. Das Debüt in der Königsklasse beschert der SGE allein für die Teilnahme an der Gruppenphase schon 15,64 Millionen Euro, ohne Medienerlöse, ohne Ticketeinnahmen, ohne eine einzige Prämie für Sieg oder Remis.

Und: Die Eintracht wird sich diesen Traum erfüllen. Nach einer unspektakulären Gruppenphase steigerte sich das Team. Ein Last-Minute-Erfolg im Achtelfinale gegen Betis Sevilla hat die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner zusammengeschweißt und sicherlich den Glauben erheblich wachsen lassen. Dann kam der Coup im Camp Nou, mit über 30.000 Frankfurtern in Barcelona. Das Rückspiel war sportlich die beste Leistung in der Ära Glasner. Die wehrhaften Londoner von West Ham im Halbfinale über zwei Partien niederzuringen, war eine kämpferische Glanzleistung.

Der Finalgegner Glasgow Rangers hat Leipzig und Dortmund aus dem Weg geräumt. Aber im laufenden Wettbewerb traf der schottische Rekordmeister, der selbst Historisches schaffen kann, bisher noch nicht auf ein deckungsgleiches Gegenüber. Frankfurt kommt das entgegen, wird sich nicht daran gewöhnen müssen. Fest steht: Die Euphorie ist bei beiden Klubs ungebrochen, rund 130.000 Fans beider Lager sind in Andalusien dabei. Im Stadion des FC Sevilla wird die Stimmung großartig sein. Auf dem Platz aber wird die Eintracht den letzten Schritt zum historischen Sieg gehen.

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NEIN, die Rangers aus Glasgow schreiben ihre eigene Geschichte

von SPORTBUZZER-Redakteur Timon Zöfelt

Der Europa-Traum der Eintracht wird im Finale platzen. Warum? Was aus deutscher Perspektive oft untergeht: Die Rangers aus Glasgow schrauben in dieser Saison an ihrem eigenen Märchen auf internationalem Terrain, stehen der SGE aus Frankfurt in nichts nach. Im Gegenteil. Als vermeintlicher Underdog räumte der schottische Vizemeister im laufenden Wettbewerb schon so manch großes Kaliber aus dem Weg.

Keine schillernden Stars, stattdessen Teamspirit, Kampfgeist und ein leidenschaftlicher zwölfter Mann sind das Erfolgsrezept des Teams von Trainer Giovanni van Bronckhorst. Mit Borussia Dortmund und RB Leipzig bissen sich nicht umsonst auch zwei deutsche Vertreter an den Rangers die Zähne aus. Nicht irgendwelche, sondern der Vizemeister und der Tabellenvierte der Bundesliga-Saison – beides Champions-League-Teilnehmer dieser und der nächsten Spielzeit. Im Finale wird der Rangers Football Club nun endgültig zum Deutschland-Schreck.

Außerdem: Die von den zurückliegenden Erfolgen genährte Rangers-Wucht erhält von der Chance auf einen historischen Meilenstein weiteres Futter. Denn mit einem Triumph in Sevilla schließt sich in der Vereinshistorie ein Kreis. Vor 50 Jahren holte man den ersten und bisher einzigen Europapokal-Titel. Dazwischen liegt der Absturz in die Viertklassigkeit, der gerade einmal zehn Jahre her ist. Doch die Durststrecken und dunklen Kapitel der Klub-Geschichte können nun überstrahlt werden – und das alles 150 Jahre nach der Gründung.

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