24. Mai 2022 / 17:33 Uhr

"Das Projekt ist beendet": Die Karriere von Felix Magath als Retter vor dem Abstieg

"Das Projekt ist beendet": Die Karriere von Felix Magath als Retter vor dem Abstieg

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Felix Magath hat bereits viele Teams vor dem Abstieg gerettet.
Felix Magath hat bereits viele Teams vor dem Abstieg gerettet. © IMAGO/Rust, Pressefoto Baumann, Avanti, Matthias Koch (Montage)
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Bereits zum vierten Mal konnte Felix Magath ein Team vor dem Abstieg retten. Mit dem Sieg von Hertha BSC in der Relegation gegen den Hamburger SV wurde Magath erneut seinem Ruf als "Feuerwehrmann" gerecht. Der SPORTBUZZER blickt auf die vergangenen Rettungstaten des Trainers zurück.

Wieder einmal hat Bundesliga-Trainer Felix Magath eine Mannschaft vor dem Abstieg bewahrt: Der Klassenerhalt in der Relegation mit Hertha BSC gegen seinen Herzensklub den Hamburger SV war bereits die vierte erfolgreiche Rettungsmission des 68-Jährigen. Nach einer wenig überzeugenden 0:1-Niederlage im Hinspiel im Olympiastadion in Berlin konnten sich Magath und die Hertha im Rückspiel mit 2:0 bei den Hamburgern durchsetzen und den Nichtabstieg feiern. Sein Engagement beim Hauptstadtklub endet trotzdem. "Meine Aufgabe war, den Klassenerhalt zu schaffen. Das ist mit dem Schlusspfiff so gewesen", erklärte der Trainer nach der Partie. In der kommenden Saison wird wohl ein neuer Trainer auf der Hertha-Bank sitzen.

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Die Rettung der Hertha war jedoch nicht die erste erfolgreiche Rettung vor dem Abstieg, die Felix Magath vollbracht hat. Bereits früh in seiner Karriere als Bundesliga-Trainer konnte er sich den Ruf als "Feuerwehrmann" erarbeiten. Der SPORTBUZZER blickt auf die Rettungstaten des aufgrund seiner intensiven und anspruchsvollen Trainingsmethoden auch "Quälix" genannten Trainers zurück.

Saison 1999/2000: Ein Kurzintermezzo in Frankfurt

Nachdem er schon beim HSV und in Nürnberg gezeigt hatte, dass er ein abstiegsbedrohtes Team verbessern und im Falle des HSV sogar nach seiner Übernahme am neunten Spieltag noch die Qualifikation für den UEFA-Pokal erreichen kann, wurde Magath bei Bundesligist Eintracht Frankfurt gebraucht. Mit nur elf Punkten aus 17 Spielen stand die SGE in der Bundesliga-Saison 1999/2000 auf dem 17. Tabellenplatz. Magath kam zur Rückrunde – und verlor gleich sein erstes Spiel gegen die SpVgg Unterhaching. Es folgte jedoch eine Siegesserie von drei Spielen. Die Eintracht konnte zum Ende der Saison schließlich die Klasse halten. Zwar erreichte Magath mit den Frankfurtern am Ende "nur" den 14. Platz, die Rettung war jedoch vollbracht. Nach einem eher enttäuschenden Start in die Saison 2000/2001 wurde Magath allerdings auch in Frankfurt entlassen.

Saison 2000/2001: Bis zur Champions League mit dem VfB Stuttgart

Diese Entlassung freute dafür den VfB Stuttgart: Die damals von Ralf Rangnick trainierten Stuttgarter standen nach dem 22. Spieltag auf dem vorletzten Tabellenplatz. Rangnick trat zurück und Magath übernahm das Ruder. Wieder einmal startete er mit einem Unentschieden – gegen den VfL Bochum gab es am 23. Spieltag lediglich ein 0:0 – bis zum letzten Spieltag erreichte Magath mit den Stuttgartern aber Rang 15 und damit das rettende Ufer. Sein Ex-Klub Eintracht Frankfurt stieg übrigens in die zweite Bundesliga ab.

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Dem VfB blieb Magath daraufhin noch einige Jahre treu, führte ihn in seiner dritten Saison zur Vizemeisterschaft hinter dem FC Bayern München und damit auch in die Champions League. Neben seiner Tätigkeit als Trainer, die er wie schon bei seinen vorherigen Stationen sehr autoritär ausführte, seit Dezember 2002 bis zum Ende seines Engagements in Stuttgart im Mai 2004 auch als Manager der Schwaben tätig. Einer seiner ehemaligen Spieler, Verteidiger Stefan Blank, sagte über die Trainings bei Magath und die darin integrierten und gefürchteten Waldläufe: "Natürlich ist es für jeden Spieler nicht gerade angenehm, so viel zu laufen. Aber wir wollen den Erfolg. Da ist das alles halb so wild."

Saison 2010/2011: Rettung bei den "Wölfen"

Im März 2011 übernahm Felix Magath das Traineramt und zeitgleich die Position als Geschäftsführer Sport beim VfL Wolfsburg. Die seit einigen Wochen von Interimstrainer Pierre Littbarski trainierten "Wölfe" lagen auf Rang 17, waren acht Spieltage vor Saisonende stark abstiegsgefährdet. Und das, obwohl man vor gerade erst zwei Jahren zum ersten – und bisher einzigen Mal – in der Vereinsgeschichte deutscher Meister wurde: Unter Trainer Felix Magath. Dieser hatte die "Wölfe" bereits von 2007 bis 2009 trainiert, entschied sich aber nach Gewinn der Meisterschaft in der Saison 2008/2009 dazu, Wolfsburg zu verlassen und zum FC Schalke 04 zu gehen. "Ich habe mich in Wolfsburg nicht mehr genügend unterstützt gefühlt", sagte er der AZ/WAZ im Interview.

Dort wurde er im März 2011 schließlich nach einer sportlichen Krise entlassen und heuerte nur zwei Tage später erneut beim VfL Wolfsburg an. Magaths erstes Spiel beim VfL Wolfsburg ging – wie sollte es anders sein – unentschieden aus. Wolfsburg und Stuttgart trennten sich 1:1. Mit einem 3:1 Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim am letzten Spieltag schafften die "Wölfe" unter Magath aber schließlich den Klassenerhalt. In der Folgesaison verpasste man sogar knapp die Qualifikation für die Europa League. Nachdem Wolfsburg in der Saison 2012/2013 nach acht Spieltagen aber auf dem letzten Tabellenplatz stand, erfolgte erneut die Trennung von Magath.

Saison 2021/2022: Die letzte Rettung?

Nach Stationen in England beim FC Fulham, in China bei SD Luneng und in Österreich bei Admira Wacker holte im März 2022 Hertha BSC Felix Magath als Nachfolger von Tayfun Korkut. Die Herthaner standen trotz enormer Investitionen in den Kader im vergangenen Sommer und trotz der Verpflichtung von Fredi Bobic als Geschäftsführer Sport auf Rang 17. Magath übernahm und führte die Hertha in die Relegation. Bis zum letzten Spieltag der Saison sah es noch ganz danach aus, als würde man den direkten Klassenerhalt schaffen, eine 2:1-Niederlage gegen Borussia Dortmund und ein 2:1-Sieg des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln sorgte jedoch dafür, dass die Hertha in der Relegation gegen den Hamburger SV ran musste.

Nach einer 0:1-Niederlage im Relegations-Hinspiel rappelte sich Magaths Hertha auf und siegte im Rückspiel mit 2:0. Damit war die mittlerweile vierte Rettung von Felix Magath perfekt. Nach der Partie erklärte Magath, dass "das Projekt" schon beendet sei. Um seine Zukunft müsse sich Magath laut eigener Aussage jedoch keine Gedanken machen. "Deshalb gehe ich gelassen", erklärte er. Die Mission Klassenerhalt bei der Hertha hat der 68-Jährige erfolgreich erfüllt. Ob dies nun seine letzte Rettungsmission war, oder ob er auch in Zukunft zur Verfügung stehe, um Vereine vor dem Abstieg zu bewahren, ließ er jedoch offen. "Ich werde nach Hause gehen und Holz hacken", scherzte er nach Spielende. Schlussendlich blickt Magath ohnehin auf eine große Trainer-Karriere inklusive insgesamt drei deutschen Meistertiteln mit dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg sowie zwei DFB-Pokalsiegen mit den Münchenern zurück.

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