02. März 2017 / 20:43 Uhr

Protest-Verbot: Augsburg-Fans fühlen sich "verraten"

Protest-Verbot: Augsburg-Fans fühlen sich "verraten"

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
FC Augsburg Fans
Die Fans des FC Augsburg planen weiter Proteste gegen RB Leipzig. © imago
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Die Anhänger des FC Augsburg üben massive Kritik an den Maßnahmen des Klubs vor dem Spiel gegen RB Leipzig. Von Protesten gegen den Aufsteiger wolle man sich nicht abhalten lassen.

Immer wieder kommt es bei Bundesliga-Spielen gegen Aufsteiger RB Leipzig zu gewaltsamen Ausschreitungen und oft geschmacklosen Protesten. Zuletzt sorgten Anhänger von Borussia Dortmund mit brutalen Übergriffen auf Leipzig-Fans und zahlreichen üblen Plakaten für Aufregung. Der DFB reagierte, sperrte die berühmte Dortmunder Südtribüne für das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg und verhängte außerdem eine hohe Geldstrafe.

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Spruchband
Borussia Dortmund - RB Leipzig © dpa

Ein ähnliches Szenario möchte der FC Augsburg vermeiden. Um Ausschreitungen zu verhindern, wurden die Sicherheitsmaßnahmen vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger Leipzig am Freitag erhöht. Zudem sollen Plakate und Banner, die Fans mit ins Stadion bringen, kontrolliert werden. Eine Maßnahme, die den Anhängern der Bayern so gar nicht schmeckt.

In einem offenen Brief verurteilte der Fanclubverband "Szene Fuggerstadt" die Beschlüsse des Bundesligisten scharf. "Statt einer Relativierung der öffentlichen Panikmache und Versachlichung der Scheindebatte um steigende Gewalt beugt sich der Vorstand dem öffentlichen Druck und verrät die Werte der viel zitierten 'FCA-Familie'", heißt es in der Mitteilung. Der Verband wirft der Vereinsführung einen "Vertrauensbruch" vor und mahnte, dass eine "Fankultur" Freiräume benötige, um sich zu "entfalten".

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Auf die Beschlüsse des FC Augsburg wolle man keine Rücksicht nehmen und nicht auf Proteste gegen RB Leipzig verzichten. Demnach werde man weder Banner noch eine geplante Choreographie "anmelden oder genehmigen lassen". Auch am Freitag muss der Aufsteiger damit wohl mit massiven Protesten rechnen - und vermutlich leider auch mit Beleidigungen.