19. April 2021 / 22:59 Uhr

Klopp-Frust! Liverpool kassiert späten Ausgleich – Fans und Leeds-Spieler protestieren gegen Super League

Klopp-Frust! Liverpool kassiert späten Ausgleich – Fans und Leeds-Spieler protestieren gegen Super League

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Rund um das Spiel des FC Liverpool bei Leeds United kam es zu Protesten. Fans versammelten sich vor dem Stadion (oben links, im Uhrzeigersinn), ein Flugzeug flog mit einem Banner über die Arena, Jürgen Klopp äußerte Verständnis für die Kritik und die Spieler von Leeds machten ihrem Ärger mit Aufwärmshirts Luft.
Rund um das Spiel des FC Liverpool bei Leeds United kam es zu Protesten. Fans versammelten sich vor dem Stadion (oben links, im Uhrzeigersinn), ein Flugzeug flog mit einem Banner über die Arena, Jürgen Klopp äußerte Verständnis für die Kritik und die Spieler von Leeds machten ihrem Ärger mit Aufwärmshirts Luft. © IMAGO/PA Images/Montage
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Vor dem Premier-League-Spiel zwischen dem FC Liverpool und Leeds United kam es zu teils heftigen Unmutsbekundungen von Fans beider Klubs gegen die geplante Super League, die unter anderem von den Reds mitbegründet wird. Deren Trainer Jürgen Klopp bezog vor der Partie Stellung.

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Der Unmut über die geplante Super League wird immer heftiger: Rund um das Premier-League-Spiel des englischen Meisters FC Liverpool, der die Eliteliga als einer von zwölf internationalen Spitzenklubs in der Nacht zu Montag mitbegründete, bei Aufsteiger Leeds United, das nach Toren von Sadio Mané (31.) und Diego Llorente (87.) 1:1 (0:1) endete und für die Reds einen empfindlichen Rückschlag im Kampf ums internationale Geschäft bedeutete, kam es am Montagabend zu Protesten von Fans beider Klubs vor dem Stadion an der Elland Road sowie der Spieler der Gastgeber im Vorfeld der Partie.

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Diese trugen beim Aufwärmen T-Shirts, auf denen "Football is for the Fans" (deutsch: Fußball ist für die Fans) und "Earn It" (Verdient es euch) stand - daneben war ein Logo der Champions League abgebildet. Auch in der Kabine der Gäste sollen diese Shirts gehangen haben. Auf der Tribüne war ein großes Banner mit einem ähnlichen Schriftzug zu sehen. Die Königsklasse wollen die zwölf Vereine, zu denen aus der Premier League auch noch der FC Arsenal, Tottenham Hotspur, der FC Chelsea sowie die Manchester-Klubs City und United zählen, verlassen, um in einer gesonderten Superliga anzutreten, in der 15 Topklubs gesetzt sein sollen. Die Gründer wollen offenbar auch den FC Bayern und Borussia Dortmund für die Liga gewinnen.

Fans protestieren mit Bannern gegen Super-League-Einführung

Vor der Arena des Traditionsklubs aus Yorkshire versammelten sich zahlreiche Fans, die gegen die geplante Einführung der Super League demonstrierten. Dabei wurde ein Trikot des FC Liverpool verbrannt. Auch Fans der Reds stellen sich deutlich gegen die Pläne ihres eigenen Vereins. "Liebe für das Spiel der Arbeiter, das von Gier und Korruption zerstört wird. Ruhe in Frieden, LFC", hieß es auf einem Plakat. Auf einem anderen stand: "Der Fußball ist nichts ohne die Fans. Sagt Nein zur ESL." Über das Stadion flog während des Aufwärmens ein Kleinflugzeug, das eine Fahne mit dem Schriftzug "#SayNoToSuperLeague" hinter sich herzog.



Für all diesen Ärger zeigte Reds-Trainer Jürgen Klopp, der sich in der Vergangenheit immer wieder gegen eine Superliga der reichsten Vereine ausgesprochen hatte, Verständnis. "Meine Gefühle und meine Meinung haben sich nicht geändert", so der Ex-BVB-Trainer, der im Gespräch mit Sky bekräftigte, erst am Sonntag von den Plänen erfahren zu haben. "Wir haben einige Informationen erhalten, nicht viele um ehrlich zu sein. Das meiste davon kann man in den Zeitungen lesen."

Klopp betonte, dass die Protagonisten bei der Entscheidungsfindung keine Rolle spielten. "Wir waren in keine Prozesse involviert - weder die Spieler noch ich selbst. Wir wussten davon nichts. Die Fakten sind raus. Nun müssen wir sehen, wie es sich entwickelt." Er bekannte sich als Fan der Königsklasse, die wohl ein Opfer der neuen Liga sein würde: "Ich bin 53 Jahre alt, seit ich selbst Profi war, gab es die Champions League. Als Spieler war es mir nicht möglich, aber als Trainer war es immer mein Ziel, dort ein Team zu trainieren. Ich habe keinerlei Probleme mit der Champions League. Ich mag den Fußball als Wettbewerb. Ich mag die Tatsache, dass West Ham im kommenden Jahr vielleicht in der Champions League spielen könnte. Ich möchte das nicht, weil wir das tun wollen - aber mir gefällt, dass sie die Chance dazu haben."

Klopp attackiert UEFA und FIFA: "Können nicht einfach Dinge entscheiden"

Allerdings ging der Meistertrainer auch hart mit der UEFA ins Gericht, die sich kategorisch gegen die Superliga-Planungen aussprach und den Vereinen mit harschen Konsequenzen drohte. Der Verband hatte am Montag seinerseits eine Reform der Champions League verabschiedet. "Ich weiß, dass sich manche Dinge im Fußball in Zukunft verändern werden. Manche Dinge müssen sich im Fußball auch verändern. Das ist klar. Wo die Macht ist zum Beispiel. Das ist nicht richtig", so Klopp. "Die UEFA und die FIFA können nicht einfach Dinge entscheiden. Jeder plant neue Wettbewerbe. Es sind immer mehr Spiele, mehr Spiele. Es heißt immer, den Klubs geht es um Geld - aber was denken sie, worum es der UEFA geht?" Klopp weiter: "Die FIFA will eine Klub-WM, wann auch immer sie stattfinden soll. Es geht um Geld und nichts anderes. Es passiert, es sind nicht nur diese Klubs."