11. März 2020 / 22:53 Uhr

BVB enttäuscht im Geisterspiel: Sancho & Co. scheiden gegen PSG nach schwacher Leistung aus

BVB enttäuscht im Geisterspiel: Sancho & Co. scheiden gegen PSG nach schwacher Leistung aus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Profi Jadon Sancho ist nach dem zweiten PSG-Tor im Prinzenpark enttäuscht.
BVB-Profi Jadon Sancho ist nach dem zweiten PSG-Tor im Prinzenpark enttäuscht. © UEFA via Getty
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Borussia Dortmund hat gegen Paris Saint-Germain den ersten Viertelfinal-Einzug seit 2017 verpasst. Im wegen der Coronavirus-Pandemie leeren Prinzenpark zeigte der BVB vor allem offensiv zu wenig und zeigte sich in der Abwehr anfällig. Emre Can sah in der Schlussphase nach einer Tätlichkeit gegen Neymar Rot.

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Borussia Dortmund ist im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden! Der seltsam gehemmte BVB verlor bei Paris Saint-Germain mit 0:2 (0:2) und verspielte im wegen des Coronavirus leeren Prinzenpark-Stadion die eigentlich gute Ausgangsposition aus dem Hinspiel. Schon in der ersten Halbzeit konnte PSG das Hinspiel-Ergebnis (2:1 für den BVB) drehen, kam durch Superstar Neymar (28.) und den früheren Bayern-Profi Juan Bernat (45.+1) zu einer verdienten 2:0-Führung. Der BVB mühte sich im zweiten Durchgang, die hochgelobte, junge Dortmund-Offensive um Erling Haaland und Jadon Sancho ließ im letzten Drittel des Spielfeldes aber die nötige Konsequenz vermissen und blieb überraschend harmlos. Emre Can sah in den Schlussminuten nach einer Tätlichkeit gegen Neymar (89.) noch Rot.

BVB in Noten: Die Einzelkritik zum Achtelfinal-Rückspiel gegen Paris

Borussia Dortmund ist im Achtelfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain ausgeschieden. Alle BVB-Profis hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
Borussia Dortmund ist im Achtelfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain ausgeschieden. Alle BVB-Profis hier in der Einzelkritik. ©

Die Dortmunder, die ihren ersten Viertelfinal-Einzug seit 2017 verpassten (damals übrigens unter dem heutigen PSG-Coach Thomas Tuchel), waren angesichts der zuletzt starken Form eigentlich mit Zuversicht in das Rückspiel vor Geisterkulisse gegangen. BVB-Manager Michael Zorc wollte den Parisern "mit einem ähnlichen Auftreten wie in Dortmund" Paroli bieten, sagte aber auch: "Wir erwarten sie aktiver." Es ginge darum, Neymar und Angel di Maria die Freude am Fußball zu nehmen, gleichzeitig die Defensivschwäche der Franzosen aber auszunutzen, sagte Zorc. Die Negativserie des Abo-Meisters der Ligue 1 sei kein Thema: "Darauf wollen wir uns nicht verlassen." Dem BVB kam zupass, dass der erkrankte Kylian Mbappé zunächst nur auf der Bank saß - der Weltmeister stand sogar zeitweise unter Corona-Verdacht.

Neymar und Ex-Bayern-Profi Bernat schocken den BVB im ersten Durchgang

Der zweite Superstar Neymar sorgte für die erste Szene des Spiels - allerdings ohne sportlichen Mehrwert. Nach einem astreinen Tackling von BVB-Abwehrchef Mats Hummels fiel der Brasilianer theatralisch und verletzte sich beim Sturz an der Schulter. Nach einigen Augenblicken der Behandlung konnte er jedoch weiterspielen. Die Dortmunder hatten zunächst Schwierigkeiten, ins Spiel zu kommen. PSG diktierte den Spielverlauf und hatte in der 25. Minute die erste Großchance des Spiels: Bürki lenkte einen Schuss von Cavani (25.) an den Außenpfosten.

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Drei Minuten später war der Ball verdientermaßen im Tor - und Paris virtuell weiter: Neymar (28.) kam nach einem Eckball per Kopf zum Abschluss und überwand Bürki zum 1:0. Von den Dortmundern kam auch im weiteren Verlauf der ersten Hälfte zu wenig, Dortmunds hochgelobter, junger Offensivabteilung um die Wunderkinder Jadon Sancho und Erling Haaland gelang im letzten Drittel einfach zu wenig. Anders PSG, das sich sehr effizient präsentierte. Der Lohn: das 2:0 durch den früheren Bayern-Profi Juan Bernat (Hoeneß: "Er hat Scheißdreck gespielt") in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Der Spanier hatte den Ball selbst gegen Hazard gewonnen, wurde von Sarabia wieder bedient und spitzelte den Ball ins Tor. Der BVB brauchte nun ein Tor für die Verlängerung.

Zoff in der Schlussphase: Neymar geht zu Boden, Emre Can sieht Rot

Nach Wiederanpfiff war von einem Schockmoment zunächst nichts zu spüren - der BVB war jetzt präsenter, PSG dem dritten Tor aber näher als die Gäste dem ersten: Di Maria (54.) zwang Bürki mit einem Freistoß aus 25 Metern zu einer Glanztat. Tuchel brachte nun auch Mbappé, der vermutlich nicht länger als 30 Minuten spielen konnte - für ihn ging Sarabia runter. Das Spiel hatte nur noch wenig von dem Tempo der ersten Halbzeit, was den Gastgebern in die Karten spielte - die nun das Heft des Handelns fest in der Hand hatten. Der eingewechselte Julian Brandt (71.) hatte noch die beste Möglichkeit. Insgesamt kam von der Borussia aber zu wenig, um den ersten Viertelfinal-Einzug seit drei Jahren perfekt zu machen.

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Am Ende wurde es sogar schmutzig: Emre Can (89. Minute) sah nach einer Rudelbildung die Rote Karte. Der Winter-Neuzugang des BVB hatte Neymar an der Seitenlinie gefoult und ihn danach geschubst. Der Brasilianer fiel leicht und sah wie Marquinhos und Angel di Maria als Initiatoren der Rudelbildung die Gelbe Karte.