11. Januar 2023 / 17:31 Uhr

Heikler Empfang: Warum Weltmeister Lionel Messi bei seinem PSG-Comeback ein Pfeifkonzert droht

Heikler Empfang: Warum Weltmeister Lionel Messi bei seinem PSG-Comeback ein Pfeifkonzert droht

Alexis Menuge 
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lionel Messi droht bei seinem Comeback ein Pfeifkonzert der PSG-Fans.
Lionel Messi droht bei seinem Comeback ein Pfeifkonzert der PSG-Fans. © Imago/Nicolo Campo/Xinhua (Montage)
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Vor dem ersten Auftritt von Weltmeister Lionel Messi bei Paris Saint-Germain befürchten die PSG-Bosse ein Pfeifkonzert – dabei wollen sie den Vertrag mit ihrem Superstar eigentlich unbedingt verlängern.

24 Tage nach seinem langersehnten Triumph bei der Weltmeisterschaft in Katar wird Lionel Messi an diesem Mittwoch wohl sein erstes Pflichtspiel 2023 bestreiten. Im Pariser Prinzenpark empfängt Paris Saint-Germain in der französischen Ligue 1 Schlusslicht SCO Angers. Eigentlich ein Grund für eine ausgelassene Party – stattdessen gibt es hinter den Kulissen mächtig Wirbel.

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Seit Tagen diskutieren die Verantwortlichen des französischen Meisters die Art des Empfangs, den sie ihrem Weltstar bereiten möchten. Soll Messi den WM-Pokal vor dem Anpfiff in den Händen halten und dem Pariser Anhang präsentieren? Nachdem Argentinien das große Finale am 18. Dezember ausgerechnet gegen Frankreich für sich entschieden hatte und die Giftpfeile zwischen den Nationen vor und nach dem Spiel hin- und herflogen?

Es sieht so aus, als würden die PSG-Bosse die Idee aus diesem Grund wohl doch verwerfen, um einen Aufruhr zu vermeiden. Pfiffe dürfte es aber so oder so geben.

PSG-Fans stehen mit Messi schon länger auf dem Kriegsfuß

Denn das Tischtuch zwischen dem Weltfußballer und den Ul­tras von PSG scheint endgültig zerschnitten – und zwar nicht erst seit dem WM-Endspiel, sondern schon seit dem Achtelfinalaus in der Champions League im März vergangenen Jahres bei Real Ma­drid (1:3). Beim darauffolgenden Heimspiel gegen Girondins Bordeaux (3:0) wurde Messi wie noch nie in seiner Karriere ausgebuht. Bei jedem Ballkontakt wurde er von den eigenen Fans gepfiffen. Und auch als der Stadionsprecher seinen Namen verkündete, gab es Unmutsbekundungen. Messi wurde gemeinsam mit Neymar als der Hauptschuldige für das vorzeitige Aus in der Königsklasse ausgemacht. Der Vorwurf: Er würde nicht sein Maximum für den Erfolg geben, obwohl er vor 18 Monaten "seinen" FC Barcelona verlassen hatte, um PSG zu helfen, endlich den allerersten Henkelpott in der Vereinsgeschichte zu holen.

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Bis heute hat der stolze Argentinier den Pariser Supportern diesen Umgang nicht verzeihen können. Er ging seitdem kein einziges Mal mehr zu den Fans, um sich nach dem Schlusspfiff mit seinen Mitspielern für die Unterstützung zu bedanken. Sich mit dem Anhang zu identifizieren fällt ihm mehr als schwer. "Das Verhältnis zwischen Messi und den PSG-Anhängern ist nach wie vor angespannt", weiß der ehemalige PSG-Kapitän Alain ­Roche. "Das ist natürlich sehr schade. Vielleicht werden Messis großartige Leistungen in Katar dafür sorgen, dass die Fans in Paris ihn ein Stück mehr unterstützen", hofft der ehemalige Nationalspieler. Sollte Messi an seine starken Auftritte bei der WM anknüpfen und PSG im Champions-League-Achtelfinale gegen Bayern München (14. Fe­bru­ar und 8. März) zum Weiterkommen führen, könnte die Stimmung wieder in seine Richtung kippen. Roche sagt aber: "Die Frage wird sein, ob Messi bereit ist, auf die Fans zuzugehen. Dafür muss er sich reinhängen wie für Argentinien. Dann kann man auf ein Happy End hoffen, von dem alle profitieren würden."

Messi soll Zusage für neuen PSG-Vertrag gegeben haben

Bei Messis Ankunft im August 2021 herrschte in der Stadt der Liebe noch grenzenlose Euphorie, es brach eine Art Messi-Mania aus. Zigtausende Anhänger feierten seine Unterschrift, sein Trikot war der Verkaufsschlager – das hat sich geändert. Doch unabhängig von diesem Konflikt arbeiten die Bosse weiterhin eifrig an einer Vertragsverlängerung, Messis Kontrakt läuft im Sommer aus. PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi will diesen unbedingt um ein weiteres Jahr ausdehnen und sogar eine Option bis Juni 2025 einbauen. Angeblich soll Messi bereits während der WM seine mündliche Zusage gegeben haben.

Mit 35 ist er sicher noch fit genug, um zwei bis drei Jahre auf höchstem Niveau mitzuhalten. Privat fühlt er sich mit seiner Familie in Paris inzwischen wohl. Und PSG ist der einzige europäische Verein, der ihm weiterhin sein fürstliches Jahresgehalt von rund 41 Millionen Euro brutto bezahlen kann. Die Bosse müssen nur hoffen, dass die Fans den Superstar nicht doch noch vergraulen.

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