17. Juli 2020 / 20:51 Uhr

BVB-Sportdirektor Zorc wehrt sich gegen Kritik von PSG-Kollege Leonardo: "Unterliegt einem Irrtum"

BVB-Sportdirektor Zorc wehrt sich gegen Kritik von PSG-Kollege Leonardo: "Unterliegt einem Irrtum"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Paris-Sportdirektor Leonardo hat die Klubs der Bundesliga für ihr Talentescouting scharf kritisiert. Sein BVB-Kollege Michael Zorc (l.) reagierte prompt.
Paris-Sportdirektor Leonardo hat die Klubs der Bundesliga für ihr Talentescouting scharf kritisiert. Sein BVB-Kollege Michael Zorc (l.) reagierte prompt. © imago images/PanoramiC/dpa
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In einem Interview beschwert sich der Sportdirektor von Paris Saint-Germain über die Abwerbeversuche französischer Talente seitens der Bundesligisten. Leonardo sieht eine große Gefahr für die französischen Nachwuchszentren.

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BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat auf die Kritik von PSG-Sportchef Leonardo reagiert, der dem BVB, Bayern und Leipzig vorgeworfen hatte, aggressiv französische Talente abzuwerben. "Leonardo unterliegt da offensichtlich einem Irrtum. In der Regel ist es nämlich genau andersrum, als er es darstellt. Wir werden von den Familien und Beratern aus Frankreich aktiv angesprochen, da sie bei uns oft eine bessere Durchlässigkeit und ein höheres Entwicklungspotenzial der Talente sehen", konterte der 57-Jährige gegenüber Bild die Vorwürfe aus Frankreich.

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PSG-Sportdirektor Leonardo hat die Topvereine der Bundesliga scharf kritisiert. "Deutsche Vereine, speziell Bayern München, RB Leipzig und Borussia Dortmund, baggern immer mehr an jungen Spielern aus Frankreich", sagte Leonardo der französischen Zeitung Le Parisien am Donnerstag. Das sei eine große Gefahr für die Jugendakademien der französischen Klubs.

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Die Bundesligisten würden laut Leonardo "Eltern, Freunde, Familienangehörige oder den Spieler selbst anrufen", ohne dabei die französischen Vereine zu informieren. Jüngstes Beispiel sei der Transfer des erst 18-jährigen Innenverteidigers Tanguy Nianzou Kouassi, den Rekordmeister Bayern München ablösefrei von Paris Saint-Germain verpflichtete.

RB-Sportdirektor Markus Krösche wollte sich gegenüber Bild nicht konkret zu der Kritik des PSG-Bosses äußern, sagte nur: "Frankreich ist amtierender Weltmeister und wie Deutschland eine Fußballnation. Daher wäre es fahrlässig, den Markt nicht im Blick zu haben.“

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Im gleichen Zug hat der PSG-Sportdirektor die Kritik von Borussia Dortmunds Neuzugang Thomas Meunier scharf zurückgewiesen, dass der Klub sich nicht ausreichend um den belgischen Nationalspieler bemüht hatte. "Der Verein hat ihn niemals respektlos behandelt“, sagte der Brasilianer. Auch den Vorwurf des früheren PSG-Profis, der Sportdirektor habe sich nicht um eine Einigung mit dem BVB bemüht, damit der 28-jährige Belgier trotz seines Wechsels nach Dortmund in diesem Sommer mit Paris Saint-Germain um den Champions-League-Titel kämpfen kann, kann Leonardo nicht verstehen. Für Spieler, deren Verträge ausgelaufen seien, sei die einheitliche Regelung getroffen worden, dass diese um zwei Monate zu den geltenden Konditionen verlängert würden. Thiago Silva, Eric Choupo-Moting und Sergio Rico hätten sich vorbildlich verhalten.