08. Januar 2020 / 13:36 Uhr

Trainer Philipp Gasde ist angekommen: Ein wenig PSV Eindhoven beim RSE

Trainer Philipp Gasde ist angekommen: Ein wenig PSV Eindhoven beim RSE

Dirk Drews
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bülent Durduran im Gespräch mit Trainer Philipp Gasde.
Bülent Durduran im Gespräch mit Trainer Philipp Gasde. © Debbie Jayne Kinsey
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Der souveräne Landesliga-Spitzenreiter aus Ramlingen/Ehlershausen will sich die große Chance auf die Oberliga nicht nehmen lassen. Mit 13 Punkten Vorsprung, dem besten Angriff und der besten Verteidigung der Landesliga Hannover ist der RSE klarer Meisterschaftsfavorit.

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Schon Anfang Oktober nannten bei einer Umfrage alle 15 Trainer der Staffel den RSE als Titel- und Aufstiegskandidaten Nummer eins. Dass der 2012 abgestiegene Landesligist nach sieben vergeblichen Anläufen nun wieder Kurs Richtung Oberliga nimmt, hängt auch mit Erfolgscoach Philipp Gasde zusammen.

"Echtes Team geworden"

Der 36-jährige A-Lizenz-Inhaber, der seit Januar 2019 beim RSE Regie führt und zum Abschluss der vergangenen Saison mit dem Team auf Rang drei landete, hat inzwischen eine homogene und ehrgeizige Mannschaft geformt. „Wir sind ein echtes Team geworden, nachdem die Mannschaft nach einer halbjährigen Anlaufphase die taktischen Vorgaben verinnerlicht hat und auch mich kennengelernt hat“, sagt Gasde, der auf eine interessante sportliche Laufbahn zurückblicken kann.

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Neben dem Platz aufgewachsen

Das Fußball-Abc lernte er einen Steinwurf von seinem Elternhaus entfernt auf dem Sportplatz des FC Latferde, von dort zog es den Nachwuchskicker über die C-Junioren der SG Hameln/Tündern zu Hannover 96. Bei den B- und A-Junioren von Hannover war Gasde unter Trainer Markus Olm als Auswahlspieler ein Leistungsträger. Auf das große Talent wurde gar ein Champions-League-Klub aufmerksam: Die PSV Eindhoven.

"Dort wird ein gepflegter Ball gespielt"

Beim mehrfachen niederländischen Meister war Gasde bei den ­A-Ju­ni­o­ren am Ball und stand vor einer Profikarriere. „Das eine Jahr in Holland hat mich fußballerisch geprägt. Dort wird ein gepflegter Ball gespielt, die Passqualität ist sehr hoch, und auch im taktischen Bereich habe ich viel gelernt“, erklärt der Coach, der in Eindhoven den Sprung in die U19-Nationalmannschaft schaffte und unter Trainer Ulrich Stielike drei Länderspiele für Deutschland bestritt. Eine langwierige Schambeinentzündung verhinderte aber eine mögliche Profilaufbahn.

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Zurück zu den Wurzeln

Zurück in der Heimat, war er als Defensivakteur im Regionalligateam vom VfV 06 Hildesheim von 2004 bis 2006 im Einsatz. Weitere Stationen waren die Oberligisten FC St. Pauli II (2007) und Meiendorfer SV (2011) sowie der Landesligist Spvgg Bad Pyrmont, für den Gasde von 2012 bis 2017 auch als Spielertrainer fungierte. Nach einem Trainer-Intermezzo bei Germania Hagen (2017/2018) ist der RSE nun nicht nur die sportliche Heimat. Gasde wohnt inzwischen auch im 850-Seelen-Dorf Ramlingen – und wie einst in Latferde auch nur einen Steinwurf entfernt zum Sportplatz am Akazienweg.

Pendelnder Realschullehrer für Mathe und Sport

„Ich fühle mich wohl hier“, betont der Übungsleiter, der beruflich bedingt einige Strapazen auf sich nimm. Der Realschullehrer für Mathematik und Sport gibt Unterricht an einer Oberschule in Hameln und muss fast täglich eine Strecke von 180 Kilometern bewältigen. „Ich hoffe, dass ich bald eine Stelle im Norden der Region antreten kann“, sagt Gasde, dessen großes Engagement vom RSE und dem Sportlichen Leiter Kurt Becker honoriert wurde. „Philipp leistet mit seinem Co-Trainer Peter Müller und Torwarttrainer Martin Kunka im Team hervorragende Arbeit“, betont Becker, der den Vertrag des Trios vorzeitig bis zum 30. Juni 2021 verlängert hat.

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Kirchdorfs Jan-Erik Berkenkamp köpft ein zum zwischenzeitlichen 3:1, SV Wilkenburgs Keeper Burhan Öztürk ist chancenlos, trifft mit dem Fuß nur die Nase des Kirchdorfers. ©

Oberliga zum 100. Geburtstag?

Spätestens bis dahin – passend zum 100-jährigen Vereinsbestehen – soll es in Ramlingen/Ehlershausen wieder Oberligafußball geben. Oder vielleicht schon früher? „Ich würde mich freuen, wenn es in dieser Saison schon klappt. Die große Aufstiegschance wollen wir in den verbleibenden zwölf Spielen mit guten Leistungen wahrnehmen“, betont Gasde, der auch in der Winterpause akribisch am Unternehmen Aufstieg arbeitet. Seinen Spielern gab er einen individuellen Trainingsplan mit. Der offizielle Trainingsauftakt ist laut Becker am 1. Februar aber der große RSE-Ball. Bei der traditionellen grün-weißen Ballnacht wird also auch Gasde zugegen sein.

Testspiele: Am 8. Februar in Engelbostel gegen den Koldinger SV, am 15. Februar gegen den TSV Wendezelle, am 18. Februar in Havelse gegen den STK Eilvese, am 23. Fe­bru­ar gegen den SSV Kästorf und am 29. Februar bei der Universität Hannover gegen den SV Lengede.

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