29. Oktober 2019 / 08:24 Uhr

PSV Neumünster wehrt sich erfolgreich gegen Inter Türkspor Kiel

PSV Neumünster wehrt sich erfolgreich gegen Inter Türkspor Kiel

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Ein Aufreger der Partie: Inters Wahel Amadi (li.) stoppt den Neumünsteraner Grady Zinkondo per Notbremse, doch Schiedsrichter Dajinder Pabla beließ es bei einer Gelben Karte.
Ein Aufreger der Partie: Inters Wahel Amadi (li.) stoppt den Neumünsteraner Grady Zinkondo per Notbremse, doch Schiedsrichter Dajinder Pabla beließ es bei einer Gelben Karte. © Jan-Phillip Wottge
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Sven Boy gefiel, was er sah. Die weiß-grünen Trikots der Polizisten waren dreckbesudelt. Ein Zeichen für Kampf und Einsatzwille. Und beides bekam der neue Coach des PSV Neumünster von seiner Elf beim 3:1-Heimsieg gegen Inter Türkspor Kiel wie eingefordert geboten. Es war der erste Sieg in der Fußball-Oberliga nach sechs Niederlagen.

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Ein Befreiungsschlag. Der Absturz auf einen Abstiegsplatz wurde abgewendet. Das Polster wuchs wieder auf fünf Punkte an. Losgelöst von der tabellarischen Notlage bewiesen die Polizisten jedoch viel mehr. Nämlich: Sie können sich wehren und trotz eines Rückstands zurückkommen. Optionen, die zuletzt nicht zum Repertoire der PSV-Elf gehörten.

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Gleichwohl kehrte auch das Matchglück zurück. Der Elfmeter zum 1:1 (44.) war ein Geschenk des schwachen Schiedsrichters Dajinder Pabla, leitete allerdings die Wende ein. „Das war zweifelsohne die Schlüsselszene. Ansonsten gehen wir mit einer Führung in die Halbzeit. Trotz aller Diskussionen über den Schiedsrichter und dessen Entscheidungen muss man feststellen, dass wir heute mehr Fußball als Abstiegskampf gesehen haben“, konstatierte Inter-Coach Özcan Atasoy.

Timo Barendt trifft vom Elfmeterpunkt

Die Polizisten behielten kühlen Kopf in der hitzigen Partie. Fyn Claasen, der unter Boy wieder im zentralen Mittelfeld auflief, staubte nach einer Ecke zum 2:1 (52.) ab. „Fyn ist für uns zentral sehr wichtig. Er kann einer unserer Führungsspieler sein“, erläuterte Boy. Neben Claasen kam Marvin Kehl in etwas defensiverer Rolle als zuletzt zum Zuge. Seiner Torgefahr tat es indes keinen Abbruch. Inter-Keeper Hüsnü Özdemir konnte Kehl nach 64 Minuten nur per Foul stoppen. Den folgenden Elfmeter verwandelte Timo Barendt zum vorentscheidenden 3:1.

„Man hatte heute das Gefühl, dass wir immer in der Lage waren, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden. Da gab es keine Zweifel in der Körpersprache“, analysierte Neumünsters Mittelfeldmotor Claasen und ergänzte: „Es macht wieder Spaß. Natürlich tragen Erfolge dazu bei. Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen, sondern müssen hungrig bleiben. Vielleicht haben wir dann das Tal überwunden.“

Donnerstag Kreispokal-Halbfinale bei der Probsteier SG

Der Glaube an die eigene Stärke ist zurück an der Stettiner Straße. Doch Boy baut vor: „Das war eines von acht möglichen Erfolgserlebnissen bis Weihnachten. Ich verlange nicht, dass wir alle Partien gewinnen, erwarten kann ich es aber.“ Der tonnenschwere Rucksack, den seine Mannschaft zu tragen hat, ist nach dem jüngsten Erfolg ein kleines Stückchen leichter geworden. Doch auf die Polizisten wartet eine Kraftprobe. Zunächst geht es am Donnerstag (13.30 Uhr) zum Kreispokal-Halbfinale beim Verbandsligisten Probsteier SG, ehe am Sonntag der nächste Abstiegskracher in der Oberliga beim SV Frisia 03 Risum-Lindholm auf den PSV wartet. „Wir müssen jetzt Schritt für Schritt gehen, um uns zu befreien“, fordert Boy und gesteht: „Selbstvertrauen hilft dabei.“

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Lübecks Tomislav Blazheski (re.) beobachtet, wie sein Teamkollege Noor Al Mortada Al-Tamemy (Nr. 7) nach einem Foulspiel am Bordesholmer Luca Groth (am Boden) von Schiedsrichterin Susann Kunkel die gelbe Karte erhält. Groths Teamkollege Felix Schlagelambers (Nr. 10) protestiert wegen des Foulspiels. ©

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