09. Februar 2020 / 20:24 Uhr

Punkt für mittelmäßige Leistung bringt Hansa Rostock nicht weiter

Punkt für mittelmäßige Leistung bringt Hansa Rostock nicht weiter

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Den schönsten Spielzug der Rostocker krönte Verteidiger Nico Neidhart mit dem Treffer zur 1:0-Führung.
Den schönsten Spielzug der Rostocker krönte Verteidiger Nico Neidhart mit dem Treffer zur 1:0-Führung. © Lutz Bongarts
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Der FC Hansa Rostock steckt nach dem 1:1 gegen Unterhaching im Mittelfeld der 3. Liga fest. Zwar präsentierten sich die Schützlinge von Trainer Jens Härtel im Vergleich zur Vorwoche stärker, doch gegen die Rand-Münchener reichte es trotz Überlegenheit am Ende nur zu einem Remis.

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Jens Härtel hatte Gesprächsbedarf: Wild gestikulierend lief der Hansa-Trainer nach dem Schlusspfiff des Spiels gegen Unterhaching auf Korbinian Vollmann zu. „Es ging um die Entstehung des Gegentreffers. So wie wir da verteidigt haben, hatte ich es mir nicht vorgestellt“, erklärte der 50-Jährige. Als Härtel seine emotionsgeladene Ansage an den Mann gebracht hatte, nahm er den Spieler in den Arm.

Was die Rostocker am Sonnabend gegen das Team aus Unterhaching anboten, war insgesamt nicht schlecht und deutlich besser als bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern II.

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Doch die Leistung war nicht gut genug, um die aufstrebenden Unterhachinger zu bezwingen. Wichtige Erkenntnis nach dem 1:1 (0:0)-Unentschieden: Wenn Hansa so weitermacht, wird der Weg in den kommenden Wochen nicht an die Tabellenspitze führen. Aber auch nicht in Richtung Abstiegszone.

Nico Neidhart, der in der zweiten Halbzeit den schönsten Spielzug der Rostocker mit dem Führungstreffer krönte (61. Spielminute), hätte sich über sein zweites Saisontor durchaus freuen können. Doch einen der wenigen Momente der Unordnung in der Hansa-Abwehr nutzten die Bayern eiskalt aus. Einen Pass von der Grundlinie verwertete der eingewechselte Dominik Stroh-Engel zum Ausgleich (80.).

„Bis zum 1:0 war das eine richtig gute Leistung von uns. Wir haben wenig zugelassen und druckvoll gespielt. Danach haben wir ein bisschen den Faden verloren und Haching ins Spiel kommen lassen. Das ist extrem bitter“, bilanzierte Neidhart.

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Der verpasste siebte Heimsieg der Saison trübte die Hoffnungen der euphorischen Anhänger – knapp 11 000 Fans waren zum Heimspiel ins Ostseestadion gekommen – in den Kampf um den Aufstieg eingreifen zu können.

Doch dafür reichen Leistung und Ergebnisse derzeit nicht. „Wir waren die bessere Mannschaft. Aber am Ende waren wir nicht mehr so mutig. Wir haben versucht, den Gegner von unserem Strafraum wegzuhalten. Aber das ist bei der Qualität manchmal schwer“, meinte Härtel.

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Für „Einsatz, Intensität und Spielfreude“ machte er seinen Spielern ein Kompliment: „Die Mannschaft hat alles rausgehauen. Das war gut. So will ich das in der Zukunft sehen.“

Für einen Sieg fehlte den Rostockern vor allem ein weiterer Torerfolg. Der gelang nicht, weil die Angriffe nicht mit letzter Konsequenz und Genauigkeit ausgespielt wurden. Vieles sei gut gewesen. „Aber dann haben wir den Ball wieder quer oder zurück gespielt“, haderte der 50-jährige Trainer. Ganz viel Luft nach oben hatte Hansa zuallererst bei der Ausführung von Freistößen und Ecken. Acht hatte der FCH im Duell gegen Haching. Wirkliche Torgefahr entstand bei keiner einzigen. „Da haben wir viel Potenzial. Standards sind ein einfaches Mittel, Spiele für sich zu entscheiden“, meinte Härtel, der sein Team im Vergleich zur Vorwoche auf drei Positionen verändert hatte: Kapitän Julian Riedel war für den Gelb-gesperrten Reinthaler, Neidhart für Maximilian Ahlschwede und Neuzugang Daniel Hanslik für Vollmann in die Startelf gerückt. Er habe „ein bisschen Reibung erzeugen“ wollen, begründete der Trainer die behutsame Personal-Rotation.

Verheißungsvoll war der Auftritt von Neuzugang Daniel Hanslik. Der 23-Jährige, den Hansa bis Saisonende von Holstein Kiel ausgeliehen hat, bereitete die Führung sehenswert vor. „Wir haben es 80 Minuten gut gemacht. Schade, dass uns die drei Punkte noch flöten gegangen sind“, ärgerte sich der Stürmer. „Er hatte gute Situationen und Ansätze. Das Tor hat er super vorbereitet“, lobte Härtel, der insgesamt optimistisch gestimmt war. „Wir müssen jetzt zusehen, dass wir 46 Punkte holen. Wir werden sicher nicht alle Spiele gewinnen. Aber wenn wir so auftreten wie heute, dann werden wir weitere Punkte holen.“

Jetzt abstimmen: Welche Noten gebt Ihr den Hansa-Profis nach dem Heimspiel gegen Unterhaching?

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