29. Oktober 2019 / 14:49 Uhr

"Unverschämtheit, Willkür": Punktabzug für den VfB Wülfel 

"Unverschämtheit, Willkür": Punktabzug für den VfB Wülfel 

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kastriot Kasumi (vorne) und der VfB Wülfel laufen der Musik in der 1. Kreisklasse 4 hinterher -, weil sie drei Punkte abgezogen bekommen haben und weil sie zwei Spiele weniger absolviert haben als die Konkurrenz.
Kastriot Kasumi (vorne) und der VfB Wülfel laufen der Musik in der 1. Kreisklasse 4 hinterher -, weil sie drei Punkte abgezogen bekommen haben und weil sie zwei Spiele weniger absolviert haben als die Konkurrenz. © Debbie Jayne Kinsey
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Weil es der VfB Wülfel, Tabellendritter in der 1. Kreisklasse 4, nach der Absage des Heimspiels gegen den SV Eintracht Hiddestorf verpasst hat, ein Platzprotokoll abzugeben, ist er nun mit einem Punktabzug von drei Zählern bestraft worden. Und ist deswegen mächtig angefressen.

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Am 6. Oktober sagte der VfB Wülfel die Heimspiele seiner ersten (in der 1. Kreisklasse 4 gegen den SV Eintracht Hidddestorf) und zweiten Mannschaft (in der 4. Kreisklasse 4 gegen den LSV Alexandria II) witterungsbedingt ab. So weit, so gut, so alltäglich.

Nun haben die Verantwortlichen des NFV-Kreises Region Hannover den VfB allerdings mit einem Punktabzug von drei Zählern bestraft. Und zwar nur die erste Mannschaft, die dadurch auf Platz drei zurückfiel - acht Punkte hinter den Sportfreunden Ricklingen.

Kein Platzprotokoll

"Es lag ein Missbrauch des Paragrafen 28 der NFV-Spielordnung vor", sagt Wilfried Aben, Staffelleiter der 1. Kreisklasse 4 zur Begründung. Dieser Paragraf regelt das Verhalten des Gastgebers bei Spielabsagen, er sieht unter anderem ein Platzprotokoll vor, das die genauere Ursache für die Absage erläutern soll.

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Bilder aus der Vorrunde 6 vom SPORTBUZZER-Cup 2019 beim VfB Wülfel ©

"Erscheint das nicht innerhalb von zehn Tagen bei der Spielinstanz, sieht die Spielordnung Geldstrafen oder Punktabzug vor", sagt Aben. Und genau dieser Punktabzug stößt dem VfB Wülfel sauer auf.

"Ich kenne diesen Paragrafen überhaupt nicht"

"Ich bin jetzt 55 Jahre alt", sagt VfB-Vorsitzender Olaf Steinwedel, "und schon so lange dabei, aber diesen Paragrafen kenne ich überhaupt nicht. Ich finde es wieder mal eine Unverschämtheit." Fest steht: Der Platz an der Paderborner Straße war unbespielbar.

Steinwedel habe sich quer durch Hannover telefoniert, mit zahlreichen Vereinen gesprochen. "Es hätte ja auch sein können, dass wir etwas verschlafen haben", sagt er. "Ich habe keinen Verein gefunden, der diesen Paragrafen kennt." Die Offiziellen des Verbandes hätten sich ziemlich bedeckt gehalten.

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"Das ist Willkür"

Der VfB Wülfel habe das vorgeschriebene Protokoll noch nie abgegeben. "Und jetzt, wo es im Aufstiegskampf so eng ist, da wird es auf einmal verdreht. Jetzt auf einmal bekommen wir eine Strafe, ohne Möglichkeit, dagegen Einspruch einzulegen. Das tut schon weh, das ist Willkür."

Zumal die Reserve nicht mit einem Punktabzug bestraft worden ist, so wie andere Mannschaften aus dem Kreis, die ihre Spiele am gleichen Tag ebenfalls abgesagt und kein Platzprotokoll bei der Spielinstanz eingereicht hatten.

Am Sonntag kommen die SF Ricklingen

Die ausgefallenen Spiele der VfB-Teams werden übrigens am 31. Oktober nachgeholt. Die erste Mannschaft kann um 14 Uhr mit einem Heimsieg gegen das Schlusslicht aus Hiddestorf zurück auf Platz zwei klettern, die Reserve trifft bereits um 11 Uhr ebenfalls auf den noch sieglosen Tabellenletzten LSV Alexandria II. Und am Sonntag (14 Uhr) empfangen die Wülfeler als Kontrastprogramm den Spitzenreiter der 1. Kreisklasse 4, die Sportfrende Ricklingen.

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