10. Januar 2021 / 18:45 Uhr

Punktgewinn in Unterzahl: Das wird zur Wolfsburger Spezialität

Punktgewinn in Unterzahl: Das wird zur Wolfsburger Spezialität

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
In Unterzahl: Der VfL Wolfsburg (l. Wout Weghorst) sicherte sich in Berlin noch einen Punkt.
In Unterzahl: Der VfL Wolfsburg (l. Wout Weghorst) sicherte sich in Berlin noch einen Punkt. © (c) AFP-Pool
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Der VfL Wolfsburg sicherte sich bei Union Berlin nach 1:2-Rückstand noch einen Punkt - und das in Unterzahl. Dass der Fußball-Bundesligist nach Platzverweisen nicht aufsteckt, hatte er schon in der jüngeren Vergangenheit gezeigt.

In Unterzahl aufdrehen – das kann der VfL. Beim 2:2 am Samstag in Berlin machte Wolfsburgs Fußball-Bundesligist mit einem Mann weniger aus einem 1:2 noch einen Punktgewinn. „Man sieht, dass wir stabil sind, dass wir mit Rückschlägen und außergewöhnlichen Situationen sehr gut umgehen können“, sagt Sportdirektor Marcel Schäfer – und verweist auf die Vorsaison, als der VfL in Unterzahl in Frankfurt (Gelb-Rot Marcel Tisserand) und gegen Düsseldorf (Rot Marin Pongracic) noch traf und so Sieg oder Punkt sicherte.

Für den Trainer war das Abwenden der Niederlage nach Platzverweis und Rückstand eine Art moralischer Sieg: „Dass wir in Unterzahl noch mal zurückgekommen sind, zeigt, dass wir gefestigt sind und einen guten Spirit in der Mannschaft haben.“

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Auch von Wout Weghorst gab’s „ein Riesenkompliment“ für das Team. Der Niederländer hatte mit seinem Treffer per Handelfmeter für den Ausgleich gesorgt und damit die dritte Auswärtspleite (1:2 in München, 0:2 in Dortmund) abgewendet. „Die erste Halbzeit hat mir nicht gefallen, da waren wir zu passiv, haben uns zu oft überraschen lassen. In der zweiten Halbzeit haben uns die Wechsel gut getan", sagte der Angreifer und fügte hinzu: "In den letzten sieben, acht Minuten war bei uns etwas die Luft raus. In Unterzahl geht das Unentschieden aber in Ordnung."

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Ähnlich sah es Renato Steffen. Für den Torschützen zum 1:0 war „das 2:2 okay, wenn man sich das Spiel anschaut, mit einem Mann weniger“. Dennoch hätte auch er gern den Dreier mitgenommen. Vor allem körperlich waren die Wolfsburger bei zweikampfstarken Berlinern gefordert. „Wir wussten, was uns erwartet. Natürlich ist die Spielweise von Union nicht so angenehm. Aber ich habe damit kein Problem, ich kann dagegenhalten", sagte Steffen und ergänzte: "Gerade bei so einem Wetter, auf dem Platz war es schwer. Aber als Fußballer kannst du nicht immer nur bei Sonnenschein nehmen."

Etwas anders sah es Weghorst. "Es war ein anderes Spiel als wir es gewohnt sind", strich der Torjäger heraus, der jetzt bei zehn Bundesliga-Treffern steht. "Ich spiele lieber schönen Fußball und bekomme den Ball schon in die Box geflankt. Aber solche Spiele gibt es nicht immer."

Sei es drum, einen Punkt nahmen die Wolfsburger mit - zu zehnt. Wird das Spiel im Unterzahl also zur VfL-Spezialität? „Wir sollten“, so Schäfer, „solche Leistung dann auch zu elft hinbekommen.“