25. September 2019 / 21:23 Uhr

Pura Vida! Hattorfer Tischtennis-Spielerin Kim Roland erlebt in Costa Rica das Jahr ihres Lebens

Pura Vida! Hattorfer Tischtennis-Spielerin Kim Roland erlebt in Costa Rica das Jahr ihres Lebens

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kim Roland
Das Abenteuer wurde ein Traumjahr: Kim Roland, Oberliga-Tischtennis-Spielerin des MTV Hattorf, lebte ein Jahr in Gosta Rica, sah ein tolles Land und hatte Famlienanschluss. Links ist sie beim Sightseeing mit Gastschwester Lucia. © Jürgen Braun / privat
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Sie wusste nicht, wie das werden würden mit dem Heimweh, se wusste nicht, ob sie ihrem Lieblingssport würde nachgehen können. Es war ihr egal, sie ging das Risiko ein – nun ist Kim Roland, Tischtennis-Spielerin des MTV Hattorf, wieder hier. Nach dem Jahr ihres Lebens – und tollem Tischtennis. In Costa Rica. Und, ja, Heimweh gibt es.

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Vor gut eineinhalb Jahren hatte die Schülerin die mutige Entscheidung getroffen: „Ich will ein Auslandsjahr machen.“ Sie zählt zum ersten Jahrgang, der wieder 13 Schuljahre bis zum Abitur hinter sich bringen darf, ihre Noten waren top, in Spanisch ist sie gut, sie durfte die elfte Klasse überspringen und hatte einen Plan: „Ich wolle gern ins spanischsprachige Ausland, auf die Idee mit Costa Rica hat mich mein Kieferorthopäde gebracht.“ Argentinien („dieses Spanisch gefällt mir nicht“), Spanien („dahin geht es im Sommer immer in Urlaub“) oder Costa Rica bot eine Auslandsaufenthalt-Organisation an. Da stand die Entscheidung. Für eine Reise ins Ungewisse. Vater Axel erinnert sich: „Ich wäre fast hinten über gefallen, sagte noch ,geht es nicht eine Nummer kleiner’.
Doch die Tochter beharrte. Obwohl: „Ich wusste überhaupt nicht, was auf mich zukommen könnte.“ Die Reise ging nach Alajuela, 20 Kilometer von der Hauptstadt San José entfernt. Heute schwärmt die Gymnasiastin mit leuchtenden Augen: „Es war einfach nur super. So liebe Gasteltern, es war perfekt, ich habe da eine neue Familie gefunden.“ Zu der zählten neben Alexander und Jessica Vargas Fonseca, den Gasteltern, deren fünf Söhne und eine Tochter.

Wenn Roland erzählt, hat man den Eindruck, Heimweh war gar nicht so viel, daheim war es schlimmer – mit Sehnsucht nach ihr. Schwester Lara: „An Geburtstagen, Weihnachten, beim Tanzschulabschluss da hat man besonders schmerzhaft gemerkt, dass sie fehlt.“ Mutter Karin: „Ich fand Kims Entschluss gut, aber am Anfang war es schon schwer, nach hinten heraus haben wir es als Familie gut gemanagt.“

Wale beobachtet und die Baumkronen des Regenwaldes erkundet

Kim sah derweil „wunderschöne Strände“, konnte Wale beobachten, erkundete auf einer Exkursion die Baumkronen des Regenwaldes, sprang von Klippen in Flüsse, bestaunte die Lebensfreude („Die Menschen haben dort eine so entspannte Einstellung“) in Costa Rica, das wegen seiner Größe und Gebirge auch als die Schweiz Mittelamerikas bezeichnet wurde. „Pura Vida“ - ein Schild in Costa Ricas Landesfarben mit diesem Aufdruck brachte sie als Souvenir mit. „Pura Vida“ bedeutet „reines Leben, einfach leben“, ist in Costa Rica ein Ausruf der Freude, eine Haltung, ein Gruß.

Kim Roland (l.) im Einsatz für den MTV Hattorf. Zur Galerie
Kim Roland (l.) im Einsatz für den MTV Hattorf. ©
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„Ich hatte so ein Glück“, berichtet die Schülerin. Denn Tischtennis ging auch. Und wie. Stolz trägt sie ein Mitbringsel, die Trainingsjacke der CODEA Alajuela, des regionalen Sportzentrums ihrer Gastheimat. „Nur zehn Minuten entfernt und der Stützpunkt der ganzen Region“, erzählt sie. Statt Meisterschaften gibt es in Costa Rica regionale Turniere, sie spielte bei dreien mit – einmal wurde sie Erste, zweimal Zweite, die örtliche Zeitung berichtete groß über die Deutsche an Alajuelas Tischtennis-Platten.

„Das Team war auch total super, ich habe ganz liebevolle Geschenke zum Abschied bekommen“, war Roland kurz vor dem Rückreisetermin gerührt. In der Heimat schnitt Schwester Lara für die den Empfang Herzchen um Herzchen aus. das Warten wurde lang am Tag X, „es wurden bestimmt 100 Herzen“, sagt Lara. Und dann war Kim wieder da, absolvierte inzwischen schon die ersten Oberliga-Spiele mit dem Team, dass es immerhin geschafft hatte, ohne sie aufzusteigen. „Und jetzt habe ich Heimweh“, sagt Kim. „Heimweh nach Costa Rica. „Am liebsten würde ich in den Herbstferien schon wieder hin“.

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