12. Mai 2019 / 20:24 Uhr

Putera und der SC DHfK Leipzig stehen im Regen

Putera und der SC DHfK Leipzig stehen im Regen

LVZ
Leipziger Volkszeitung
SC DHfK-Torwart Milos Putera musste im Spiel gegen den Bergischen HC nicht nur sein Tor sauber halten, sondern auch das Wasser vom Hallenboden wischen.
SC DHfK-Torwart Milos Putera musste im Spiel gegen den Bergischen HC nicht nur sein Tor sauber halten, sondern auch das Wasser vom Hallenboden wischen. © Christian Modla
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Am Samstag drohte der Spielabbruch, als es vom Arenadach aus in den Torbereich des SC DHfK tropfte. Für die Stadt ist das Problem „sehr unangenehm und bedauerlich“. In den nächsten Tagen und Wochen werde es Gespräche mit dem Amt für Gebäudemanagement geben.

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Leipzig. Milos Putera und die DHfK-Handballer standen buchstäblich im Regen: Der Leipziger Torwart kaschierte am Sonnabend das seit Jahren bekannte Problem mit dem undichten Arena-Dach, indem er die immer zahlreicher werdenden Tropfen mit dem Kopf abfing. Was doch auf dem Spielfeld landete, wischte der Slowake meist höchstselbst mit dem Handtuch weg, während sein Team im Angriff spielte. Das seit Jahren bekannte Dilemma bei Starkregen war wieder präsent.

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Am 11. Mai 2019 hatte der SC DHfK Leipzig den Bergischen HC zu Gast. Zur Galerie
Am 11. Mai 2019 hatte der SC DHfK Leipzig den Bergischen HC zu Gast. © Christian Modla
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„Der Regen war ein bisschen nervig“, meinte Putera, der die Situation aber mit Humor nahm: „In der ersten Halbzeit habe ich deutlich besser gehalten als in der zweiten, obwohl ich da keine Probleme mehr mit dem Wasser hatte.“ Auch Gäste-Keeper Christopher Rudeck, der in Hälfte zwei das „Problem-Tor“ hütete, beschwerte sich nicht. Nun unterstützte ein Leipziger B-Jugend-Spieler die „Hallenkosmetiker“ und wischte alle ein, zwei Minuten den Belag trocken. Normalerweise hat aber auf dem Spielfeld während der Partie neben den 14 Akteuren niemand etwas zu suchen.

DHfK-Manager Karsten Günther: „Mein Herzschlag tendierte kurzzeitig Richtung null, das Spiel stand auf Messers Schneide. Wir können uns nur beim sportlich fairen Gegner und beim Kampfgericht bedanken, dass sie keinen Anlass gesucht haben, das Spiel abzubrechen.“

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Undichtes Arena-Dach ist „eine existenzbedrohende Sache“

Gerade bei einem Live-Spiel im Fernsehen (Sky) wäre dies eine hochpeinliche Nummer geworden. Der SC DHfK möchte eine solche Situation nicht noch einmal erleben, laut Günther ist das undichte Dach „eine existenzbedrohende Sache“ für die Gastgeber, wenn Punkte verloren gehen. Erstmals tropfte es nicht irgendwo, sondern direkt vor einem Tor aufs Spielfeld.

Am Sonntag unterstrich der Manager noch einmal: „Das Problem ist seit Jahren bekannt, aber es ist bislang nichts Grundlegendes passiert. Es gibt seit längerem verschiedene Hilfsangebote seitens unserer Sponsoren, die nicht angenommen wurden.“ Es sei ein städtisches Problem. Günther schlägt vor, dass alle Betroffenen an einen Tisch kommen, um einen Ausweg zu finden: Stadt, Arena-Vermarkter ZSL und die wichtigsten Nutzer der Halle. Es sei „höchste Eisenbahn“, dass etwas passiere.

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Wir blicken nochmal zurück auf den gestrigen Handballabend und liefern euch die Stimmen unserer Spieler nach dem 25:25-Unentschieden gegen den Bergischen HC. #DHfKTV 🎥

Gepostet von SC DHfK Handball am Sonntag, 12. Mai 2019

Gespräche mit dem Amt für Gebäudemanagement in den nächsten Tagen

Sportamtsleiterin Kerstin Kirmes sagte am Sonntag auf SPORTBUZZER-Nachfrage: „Das Problem ist sehr unangenehm und bedauerlich.“ Bislang sei es trotz umfangreicher Bemühungen nicht gelungen, die Ursache zu finden. Unter anderem könnten Vögel mitverantwortlich sein, dass immer wieder kleinere Löcher ins Dach gepickt werden, es seien auch schon Reparaturen erfolgt. „Die Eintrittsstelle des Wassers außen ist nicht identisch mit der Austrittsstelle innen“, so die Amtsleiterin.

Wasseransammlungen würden sich immer wieder woanders bilden, ehe sich das Wasser seinen Weg ins Innere der Arena suche. Die Stadt erfülle ihre Eigentümerpflichten. In den nächsten Tagen und Wochen werde es weitere Gespräche mit dem Amt für Gebäudemanagement geben. Seit rund einem Dreivierteljahr werde eine Firma bei solchen Havarien als Bereitschaftsdienst gerufen. Doch als das Wasser diesmal aufs Spielfeld zu tropfen begann, hatte die Partie gerade begonnen.

Von Frank Schober und Matthias Roth

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