30. November 2019 / 21:05 Uhr

Pyro-Irrsinn auf der Lohmühle: Kosten die eigenen Fans den VfB Lübeck den Aufstieg?

Pyro-Irrsinn auf der Lohmühle: Kosten die eigenen Fans den VfB Lübeck den Aufstieg?

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
Die VfB-Fans erwiesen ihrem Verein vermutlich einen echten Bärendienst.
Die VfB-Fans erwiesen ihrem Verein vermutlich einen echten "Bärendienst". © 54°/Garve
Anzeige

Raketen und Bengalos beim 7:0 gegen den Heider SV - VfB spielte auf Bewährung - Jetzt droht ein Geisterspiel gegen Holstein Kiel und sogar Punkteabzug ist möglich - Vorstand streicht den Fans Privilegien

Anzeige
Anzeige

Mit einem beeindruckenden 7:0 gegen den Heider SV hat der VfB Lübeck in der Regionalliga die Jagd auf Tabellenführer VfL Wolfsburg II fortgesetzt – auch wenn die „Wölfe“ am Samstag wieder mit 4:2 beim HSV II nachlegten. „Wir werden dran bleiben und sie weiter unter Druck setzen“, verspricht Trainer Rolf Landerl. Bisher wurde die Mannschaft dabei großartig von den Fans unterstützt. Am Freitagabend war das anders: Pyro-Randale, Raketen aus dem Fanblock unter den Pappeln – das Match stand kurz vor dem Spielabbruch. Sicher ist: Der Verband (NFV) wird massiv eingreifen, es drohen Strafen, die sogar den Aufstieg kosten können. Denn der VfB spielte „auf Bewährung“:

Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass die VfB-Ultras die Aufmerksamkeit auf sich lenkten.  Zur Galerie
Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass die VfB-Ultras die Aufmerksamkeit auf sich lenkten.  ©
Anzeige

Vorstandssprecher Schikorra zähmt "Ultra"-Anführer

Am Freitag hatte es zunächst direkt vor dem Anpfiff eine Choreografie mit Lübeck-Optik im Pappelblock gegeben – aber auch mit grün-weißen Bengalos. Schon da war sicher, dass es eine Geldstrafe geben würde. Zum Anpfiff der zweiten Halbzeit eskalierte die Lage. Jetzt zündeten etliche VfB-Anhänger – die meisten vermummt – Raketen, das Spiel wurde unterbrochen. Ein stadtbekannter „Ultra“-Anführer hielt sich dabei im Innenraum auf, enterte mit Drohungen die Haupttribüne, weil von dort lautstarke Buhrufe gegen die Feuerwerks-Aktion zu hören waren. Ordner marschierten auf, wollten den „Ultra“ stellen, Vorstandssprecher Thomas Schikorra eilte zur Vermittlung hinzu, konnte deeskalieren, bevor weitere „Ultras“ dem Kollegen zur Hilfe kommen konnten.

VfB-Choreo gegen den Heider SV

Bereits beim Anpfiff der Partie gegen den @Heider SV Liga GmbH untermauerten die Fans des VfB Lübeck v. 1919 e. V. ihre Choreo mit Pyrotechnik.⚽️🔥

Gepostet von Sportbuzzer Lübeck am Freitag, 29. November 2019

Teile der Fans "eine Katastrophe"

„Sportlich war das großartig, was die Mannschaft gemacht hat, was Teile der Fans gemacht haben, war eine Katastrophe“, sagte er mit dem Abstand einer kurzen Nacht, in der es intern schon diverse Krisengespräche gegeben hatte. Schikorra: „Wir werden scharf reagieren. Wir haben gutes Videomaterial. Es wird Stadionverbote geben, wir werden Blockfahnen, in deren Schutz Aktionen vorbereitet werden, verbieten. Wir werden den Fans Privilegien nehmen.“

Stimmen zum Spiel VfB Lübeck gegen den Heider SV

Keinen mildernden Einfluss dürften diese Maßnahmen allerdings auf die Sanktionen durch den NFV haben. Denn in Sachen „Pyro“ spielt der VfB auf Bewährung. Im eigenen Stadion hatte es in der Regionalliga schon lange keine entsprechenden Vorfälle gegeben. Zuletzt wurde zwar beim DFB-Pokalspiel im August gegen Pauli gezündelt, was aber für den Regionalligabetrieb keine Auswirkungen hat.

Feuerwerk über der Pappelkurve nach Anpfiff zur zweiten Halbzeit

Feuerwerk und Pyrotechnik werden zu Beginn der zweiten Halbzeit der Partie VfB Lübeck v. 1919 e. V. gegen den @Heider SV Liga GmbH in der Pappelkurve gezündet.🔥

Gepostet von Sportbuzzer Lübeck am Freitag, 29. November 2019

Geldstrafe und "Geisterspiel" so gut wie sicher

Allerdings sind in der 4. Liga 2017 und 2018 vier Bengaloaktionen beim NFV aktenkundig. Nach dem letzten Vorfall in Jeddeloh (24.11.2018) wurde der VfB zu einem „Geisterspiel“ ohne Zuschauer (plus Geldstrafe) verdonnert. Nach Berufung wurde das Urteil abgeändert: Der VfB (und seine Fans) spielen darum nun bis zum 31. 12. 2019 auf Bewährung. Die ist nach den Vorfällen von Freitag hinfällig! Eine Geldstrafe (maximal 5000 Euro) ist wohl sicher, ein „Geisterspiel“ nur schwer abzuwenden. Da bietet sich den Fußball-Juristen des NFV fast zwangsläufig das Landesderby zum Rückrundenstart am 22. Februar 2020 auf der Lohmühle gegen Holstein Kiel II an.

Einzelkritik VfB Lübeck gegen den Heider SV

Lukas Raeder: Bekam nicht einen gefährlichen Ball auf seinen Kasten. In der zweiten Halbzeit wurde ihm so langweilig, dass er sogar den Assist zum 6:0 beisteuerte. Deichmann verwertete seinen langen Ball.  Zur Galerie
Lukas Raeder: Bekam nicht einen gefährlichen Ball auf seinen Kasten. In der zweiten Halbzeit wurde ihm so langweilig, dass er sogar den Assist zum 6:0 beisteuerte. Deichmann verwertete seinen langen Ball.  ©

Entscheidung im Titelrennen durch Punktabzug?

Wenn es krass kommt, droht dem VfB aber sogar ein Abzug von Punkten – und das könnte in der Saisonendabrechnung in der Verfolgung des VfL Wolfsburg II verheerende Auswirkungen haben und am Ende sogar den Titel und damit den Aufstieg in die 3. Liga kosten. Was kaum jemand weiß: Schon in der Saison 2013/14 sind dem VfB wegen Pyrovergehen drei Punkte aberkannt worden. Damals fiel das nicht ins Gewicht, weil es die SH-Oberligaliga-Saison nach der Insolvenz war, die der VfB souverän als ungeschlagener Meister mit 93 Punkten abschloss. Jetzt sieht das anders aus.

Mitmachen: #GABFAF-Adventskalender

Bundesliga-Tickets, Fußballschuhe, signierte Trikots und vieles mehr: Trage Dich hier ein und gewinne einen der 24 Preise. (mehr Infos)




Klicke hier Weiter und dann auf der nächsten Seite Absenden - und Du hast die Chance auf jeden der 24 Preise.

ANZEIGE: 50% auf alle JAKO Artikel! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN