08. Februar 2020 / 13:18 Uhr

Novum beim HSV-Heimspiel: So lief der erste kontrollierte Pyrotechnik-Einsatz

Novum beim HSV-Heimspiel: So lief der erste kontrollierte Pyrotechnik-Einsatz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im HSV-Heimspiel gegen Karlsruhe durfte erstmals kontroliert Pyrotechnick abgebrannt werden.
Im HSV-Heimspiel gegen Karlsruhe durfte erstmals kontroliert Pyrotechnick abgebrannt werden. © imago images/Michael Schwarz
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Erstmals im deutschen Fußball wurde am Samstag beim Heimspiel des Hamburger SV gegen den Karlsruher SC kontrolliert Pyrotechnik abgebrannt. So lief die Aktion. 

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Unter zaghaftem Beifall der Zuschauer im Volksparkstadion ist erstmals im deutschen Fußball kontrolliert Pyrotechnik außerhalb des Zuschauerbereichs abgebrannt worden. Blauer und weißer Rauch zog durch die Arena, und die meisten der rund 50 000 Zuschauer waren zufrieden. Drei Minuten vor dem Heimspiel des Hamburger SV in der 2. Bundesliga gegen den Tabellenvorletzten Karlsruher SC am Samstag zündeten zehn Fans aus dem Ultra-Lager vor der Nordtribüne zehn Rauchtöpfe. Eine Fachfirma beaufsichtigte den Vorgang. Ordnungskräfte standen mit Feuerlöschern für den Notfall bereit. Der HSV hatt dafür eine Ausnahmegenehmigung vom Deutschen Fußball-Bund gestattet bekommen. Auch die Behörden der Stadt genehmigten die Aktion.

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Mit Spannung war die Reaktion der Fans erwartet worden. Während der knapp dreiminütigen Show schwenkten sie blaue, schwarze und weiße Fahnen. Es hatte Befürchtungen gegeben, die Ultras könnten die Aktion sabotieren und mit eingeschmuggelter Pyrotechnik ihrerseits im Zuschauerblock Feuerwerk abbrennen und damit zum wiederholten Male disziplinarische Maßnahmen auslösen. „Es liegt an unseren Fans, was wir daraus machen“, hatte HSV-Trainer Dieter Hecking am Vortag an die Ultras appelliert. Pyrotechnik ist für viele Fußball-Anhänger Teil der Fankultur. Deshalb wollen sie darauf nicht verzichten. Das kontrollierte Abbrennen von Feuerwerk außerhalb des Zuschauernbereichs könnte ein Kompromiss sein.

Legale Pyroaktion könnte Nachahmer finden

Der HSV hofft auf veränderte Bewertungen in der seit Jahrzehnten bestehenden Pyro-Problematik. Akzeptieren die HSV-Ultras die überwachte Show und verzichten ihrerseits künftig auf unkontrolliertes und verbotenes Abbrennen von Feuerwerk im Zuschauerblock, könnte das Hamburger Pilotprojekt bundesweit Nachahmer finden. Bislang müssen Vereine häufig sechsstellige Euro-Strafen bezahlen, weil Fans sich über das Pyro-Verbot hinwegsetzen und Feuerwerk im Zuschauerbereich zünden. Mit der erst vor wenigen Tagen ausgesprochenen Strafe von 190.000 Euro ist Hertha BSC Rekordhalter bei den Bußgeldern für unerlaubten Pyro-Einsatz der Fans.

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Einen Tag vor dem Hamburger Pilot-Projekt hatte die Gewerkschaft der Polizei vor dem Abrennen von Pyro-Technik in Fußballstadien gewarnt. „Dadurch können die Einsätze unserer Kolleginnen und Kollegen rund um das Fußballgeschehen hierzulande noch brenzliger werden“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek am Freitag in Hannover. Es bestehe die Gefahr, dass Ultra-Gruppierungen durch die Aktionen eher provoziert als zur Einsicht geführt werden könnten.

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