18. August 2022 / 18:01 Uhr

Pyrotechnik legalisieren? Werder-Präsident plädiert für "kontrolliertes Abbrennen"

Pyrotechnik legalisieren? Werder-Präsident plädiert für "kontrolliertes Abbrennen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Nach dem Aufstieg aus der 2. Bundesliga im Mai war in Bremen viel Pyrotechnik zu sehen.
Nach dem Aufstieg aus der 2. Bundesliga im Mai war in Bremen viel Pyrotechnik zu sehen. © IMAGO/ULMER Pressebildagentur
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Immer wieder kommt es vor, dass Fans verbotenerweise in den Stadien Pyrotechnik zünden. Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald hat sich nun dafür ausgesprochen, Pyros "kontrolliert Abbrennen" zu lassen.

Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald steht einem reglementierten Einsatz von Pyrotechnik im Profi-Fußball nicht ablehnend gegenüber. Man müsse "über einen kontrollierten und legalen Einsatz von Pyrotechnik sprechen", sagte er im Interview der Süddeutschen Zeitung (Freitagsausgabe).

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Im "kontrollierten Abbrennen von Pyro" sehe der 61-Jährige den Weg aus einer "Eskalationsspirale von Repression und Kriminalisierung", wie er der Zeitung sagte. An dem Dialog zu dem Thema müssten sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL), der Deutsche Fußball-Bund (DFB), Klubs, Fans, Feuerwehr und die Polizei beteiligen. Hess-Grunewald selbst halte das Abbrennen von Pyrotechnik für gefährlich und finde es auch nicht gut, wenn es die Fans tun, aber: "Erst einmal sollten wir uns klarmachen, dass dieses Phänomen da ist und nicht einfach verschwinden wird – und zwar an fast allen Standorten im deutschen Profifußball. So wie bislang bekommen wir das nicht in den Griff."

Werder-Präsident kritisiert Polizeieinsatz: "Eine Form der polizeilichen Repression"

Hess-Grunewald hatte vor etwa zwei Wochen den umstrittenen Einsatz der Wolfsburger Polizei am ersten Bundesliga-Spieltag kritisiert, an dem die Polizei aus Befürchtungen vor Pyrotechnik strenge Kontrollen der Anhänger von Werder Bremen anordnete. Werder-Ultras traten daraufhin die Rückfahrt nach Bremen an. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) räumte später Versäumnisse bei der Arbeit der Beamten ein.

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Der Polizeieinsatz sei Hess-Grunewald damit erklärt worden, "dass laut Polizei ein Einsatz mit Pyrotechnik sehr wahrscheinlich gewesen sei. Das deckte sich nicht mit unseren Informationen. Mal im Ernst: Mitte August, Samstag um 15.30 Uhr in Wolfsburg, das lädt eine Fanszene nicht unbedingt zum Zündeln ein", führte der Präsident aus und kritisierte erneut: "Das war eine Form der polizeilichen Repression, die wir in unserem freiheitlichen demokratischen Staat nicht gutheißen können."