19. Januar 2020 / 19:31 Uhr

Qualitätsproblem? Kopfproblem? Vorn ist der VfL zu schlecht

Qualitätsproblem? Kopfproblem? Vorn ist der VfL zu schlecht

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
1. FC Köln - VfL Wolfsburg
Sie vergaben selbst dickste Möglichkeiten: Allein Wout Weghorst hatte gleich zu Beginn zwei große Chancen zur Führung. © Federico Gambarini/dpa
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Der VfL Wolfsburg hat den Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga verpatzt - das hing auch mit einem altbekannten Problem zusammen...

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Vielleicht war es nur Pech, vielleicht ist es ein Kopfproblem. Vielleicht – und das wäre für den VfL gar nicht gut – fehlt es diesem Team auch an Qualität, wenn es darum geht, genau das zu tun, worauf es im Fußball nun einmal am meisten ankommt: Tore schießen. Am Samstag jedenfalls, zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde, verlor Wolfsburg vor allem deshalb beim 1. FC Köln, weil es in den ersten zwei (!) Minuten gleich drei (!) sehr gute Torchancen vergab. Auf der Gegenseite sorgten Jhon Cordoba (2) und Jonas Hector für einen am Ende sogar verdienten 3:1-(2:0)-Sieg des Aufsteigers, das einzige VfL-Tor erzielte vor 49.100 Zuschauern Renato Steffen.

„Wir haben es einfach verpasst, das Tor zu schießen“, haderte VfL-Mittelfeldspieler Maximilian Arnold nach dem Abpfiff. „Ich glaube, dann hätte man Köln schon ziemlich in die Bredouille gebracht. Wir hätten heute auch ein Tor oder mehr machen müssen, weil die Möglichkeiten einfach da waren.“

Dass diesmal auch Abwehrpatzer dazukamen, macht den Fehlstart ins neue Jahr nur noch bitterer. Im Gegensatz zur Defensive aber ist die Offensive eine Dauerbaustelle – vorn ist der VfL einfach zu schlecht. Aus 221 Torschüssen in dieser Saison machte Wolfsburg 19 Tore und 24 Punkte. Zum Vergleich: Freiburg kommt auf exakt dieselbe Zahl an Torschüssen, hat aber zehn Tore und fünf Punkte mehr als Wolfsburg. „Es ist in Wahrheit schon seit Sommer so, dass wir uns beim Verwerten schwertun“, gibt Trainer Oliver Glasner zu. „Da werden wir dran arbeiten.“

Die Bilder zum Spiel 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg

Wolfsburgs Marcel Tisserand (rechts) versucht akrobatisch auf das Kölner Tor zu schießen. Zur Galerie
Wolfsburgs Marcel Tisserand (rechts) versucht akrobatisch auf das Kölner Tor zu schießen. ©
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Auf die Frage „Qualitätsproblem oder Kopfproblem“ hat er eine eindeutige Antwort. „Das ist Kopfsache. Ich glaube, wir haben zu viel darüber gesprochen, wir haben es zu viel thematisiert. Da heißt es, jetzt cool zu bleiben. Wir werden die Abschlüsse auch weiterhin trainieren. Mein Eindruck ist, je weniger Druck die Spieler bei den Abschlüssen haben, umso einfacher geht es bei ihnen. Das ist jetzt auch wichtig, dass ich und wir im Trainerteam nicht noch mehr Druck auf die Spieler aufbauen.“

Mit elf Toren in 25 Saison-Pflichtspielen ist Wout Weghorst bester VfL-Angreifer, die Quote ist okay. Aber danach wird’s düster – Josip Brekalo kommt auf vier Tore, alle anderen trafen seltener. Ausgerechnet Weghorst und Brekalo waren es, die drei Top-Chancen zu Beginn hatten, eine weitere vergab Joker Steffen kurz nach seinem Treffer – den er mit genau der Coolness erzielte, die dem VfL in allen anderen Abschluss-Situationen fehlte.

Auf der anderen Seite hatten sie einen, der diese Coolness diesmal hatte: Doppel-Torschütze Jhon Cordoba, dem auch sonst viel gelang und der für das eher schlicht aufgebaute Kölner Angriffsspiel von enormer Bedeutung war. „Ich weiß nicht, wie viele Zweikämpfe Cordoba gewonnen hat“, stöhnte VfL-Kapitän Josuha Guilavogui. „Er hat das Spiel allein entschieden.“ Cordoba – den einst der jetzige VfL-Manager Jörg Schmadtke nach Köln geholt hatte und für dessen Transfer er enorme Kritik hatte einstecken müssen. „Er ist schon speziell, er ist schon etwas anders zu bearbeiten, das ist uns nicht gelungen“, so Schmadtke enttäuscht. „Das spricht für die Qualität von Cordoba...“

Die Stimmen zum Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem VfL Wolfsburg

Oliver Glasner: „Wir haben uns viele Chancen herausgespielt, die Spieler haben bis zuletzt alles gegeben, auch nach dem 0:3 haben wir nicht aufgesteckt, die Körpersprache hat mir gefallen. Wir haben auch nach dem 1:3 versucht, noch das zweite Tor zu schießen. Aber heute war es so, dass wir im eigenen 16er nicht gut genug waren – und gegnerischen Strafraum, dort, wo die Spiele entschieden werden, waren wir es auch nicht.“ Zur Galerie
Oliver Glasner: „Wir haben uns viele Chancen herausgespielt, die Spieler haben bis zuletzt alles gegeben, auch nach dem 0:3 haben wir nicht aufgesteckt, die Körpersprache hat mir gefallen. Wir haben auch nach dem 1:3 versucht, noch das zweite Tor zu schießen. Aber heute war es so, dass wir im eigenen 16er nicht gut genug waren – und gegnerischen Strafraum, dort, wo die Spiele entschieden werden, waren wir es auch nicht.“ ©
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