26. März 2020 / 13:36 Uhr

Quantensprung: Die Potsdamer Sport-Union bekommt zwei neue Hockeyplätze

Quantensprung: Die Potsdamer Sport-Union bekommt zwei neue Hockeyplätze

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
In den vergangenen Tagen wurde auf dem Sportplatz der PSU das Gefälle der Hockeyplätze durch Schottermaterial ausgeglichen.
In den vergangenen Tagen wurde auf dem Sportplatz der PSU das Gefälle der Hockeyplätze durch Schottermaterial ausgeglichen. © Bernd Gartenschläger
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Auf dem Gelände der Potsdamer Sport-Union entstehen zwei neue Hockeyplätze, die höchsten sportlichen und ökologischen Ansprüchen gerecht werden.

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Obwohl im Zuge der Coronavirus-Krise alle Sportstätten in Potsdam für den Trainings- und Spielbetrieb vorerst bis zum 19. April gesperrt sind, herrschte auf dem Gelände der Potsdamer Sport-Union in den vergangenen Tagen kein Stillstand. An der Templiner Straße entstehen derzeit zwei neue Kunstrasenplätze, die für den Verein laut seinem ersten Vorsitzenden Dietmar Thiele nach über 20 Jahren auf den alten Spielstätten einen „Quantensprung“ bedeuten. Erst am Dienstag war der 55 Jahre alte Unternehmensberater zusammen mit seinem Stellvertreter Thomas Buttenberg, dem ausführenden Unternehmer sowie dem Bauleiter für die wöchentliche Baubegehung vor Ort. „Natürlich in einem Abstand, wie es sich in der aktuellen Situation gehört“, sagt Thiele.

Er steht der PSU seit Mai 2019 vor und zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf der Sanierung sehr zufrieden. Dabei lobt er explizit die gute Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Potsdam und dem Kommunalen Immobilien Service (KIS). „Das läuft wirklich super. Uns als Bauherr wird von der Stadt dabei viel Vertrauen entgegengebracht, welchem wir bestmöglich versuchen gerecht zu werden.“ Im Vorfeld der Bauarbeiten hätten Planung und Vergabe rund ein dreiviertel Jahr Arbeit in Anspruch genommen, ehe Anfang Februar mit der Sanierung der runtergekommenen Hockeyplätze begonnen wurde. Eine weitere Saison auf den alten Kunstrasen-Belägen wäre nicht mehr zu verantworten gewesen.

„Der hintere Platz war aufgrund der zu geringen Maße ohnehin nur für den Trainingsbetrieb zulässig“, erläutert Thiele, dass es beim Hockey – anders als etwa beim Fußball – bei den Platzmaßen genaue Vorgaben und keinen Spielraum gibt. Auf dem vorderen Feld sei der „Teppich“ komplett abgenutzt und das Feld extrem stumpf gewesen, was eine extrem hohe Verletzungsgefahr zur Folge hatte. „Es gab gegnerische Trainer, die ihre Mannschaften hier nicht mehr auflaufen lassen wollten“, berichtet Thiele, der früher selbst Hockey spielte und ergänzt: „Das konnte ich absolut nachvollziehen.“

In Bildern: Baufortschritt auf dem Gelände der Potsdamer Sport-Union.


Auf dem Gelände der Potsdamer Sport-Union entstehen zwei neue Hockeyplätze, die höchsten sportlichen und ökologischen Ansprüchen gerecht werden. Zur Galerie
Auf dem Gelände der Potsdamer Sport-Union entstehen zwei neue Hockeyplätze, die höchsten sportlichen und ökologischen Ansprüchen gerecht werden. © Bernd Gartenschläger/Verein
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Um Mitglieder zu halten oder neue Sportler sowie Trainer für den am 13. Februar 1904 als Potsdamer FC Union gegründeten Verein zu gewinnen, sei die Sanierung extrem wichtig und für den Club als Hockeystandort in Brandenburg existenziell. Von den Bambini bis zu den ersten Herren und Damen sind bei der PSU auf der Anlage, die zudem Landesstützpunkt ist, 16 Mannschaften mit über 400 Aktiven im Spielbetrieb gemeldet. Und die können sich ab der neuen Freiluftsaison, deren Start wegen der aktuellen Ausbreitung des Coronavirus von Mitte April auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, über exzellente Bedingungen freuen.

Denn nachdem rund 40 Vereinsmitglieder Abriss- und Pflasterarbeiten vor dem eigentlichen Baubeginn in einem Arbeitseinsatz in Eigenregie übernommen hatten, und so ein Betrag im fünfstelligen Bereich eingespart werden konnte, sind die Fachleute im Moment dabei, die Verlegung von zwei Kunstrasenplätzen auf allerhöchstem Niveau vorzubereiten. „Wir bekommen zwei komplett blaue Kunstrasenplätze mit entsprechenden Wettspiel-Maßen. Der Belag ist aus einem neuen Bio-Kunststoff, der zu ungefähr 60 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen produziert wurde. Der kostet zwar etwas mehr, ist aber sehr nachhaltig. Das war der Landeshauptstadt Potsdam auf dem Weg zur angestrebten Klimaneutralität auch ein besonderes Anliegen“, berichtet Thiele. Um für die Zukunft auch den hinteren Platz wettkampffähig zu bekommen, wurde ein Weg zwischen den beiden Plätzen im Vorfeld schmaler gemacht und so der nötige Platz gewonnen.

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Die zunächst geplanten Kosten von rund einer Million Euro würden sich voraussichtlich um „zehn bis 15 Prozent erhöhen“, weil im Zuge der Baumaßnahmen festgestellt wurde, dass beide Plätze zur Seite des Vereinsheims hin ein Gefälle von 40 Zentimeter aufwiesen. Dieses musste durch das Auftragen von Schottermaterial zunächst ausgeglichen werden. Etwa Mitte April soll es auf diesen Stellen mit dem Verlegen einer neuen schwarzen elastischen Tragschicht weitergehen. „Damit muss noch gewartet werden, weil die Temperaturen nachts aktuell zu niedrig sind“, erklärt Thiele.

Im Anschluss wird der Kunstrasen verlegt. „Damit wäre unsere Anlage nicht nur ökologisch in einem Top-Zustand, sie wäre nach Auskunft des Herstellers eine der ersten in Deutschland, bei der dieser innovative Rasen verbaut wird, auf dem im kommenden Jahr in Tokio auch die olympischen Spiele im Hockey ausgetragen werden“, berichtet der PSU-Vorsitzende stolz und freut sich mit seinen Mitstreitern schon jetzt auf die Einweihung der neuen Anlage, wenn dort wieder Sport getrieben werden kann.

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