16. November 2020 / 12:07 Uhr

Nach Quarantäne für Haaland & Co: Norwegen beruft Not-Nationalelf für Österreich-Spiel

Nach Quarantäne für Haaland & Co: Norwegen beruft Not-Nationalelf für Österreich-Spiel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Teil des Norwegen-Kaders für das Nations-League-Spiel in Österreich: Union-Profi Julian Ryerson (l.) und der frühere St. Pauli-Spieler Mats Möller Daehli.
Teil des Norwegen-Kaders für das Nations-League-Spiel in Österreich: Union-Profi Julian Ryerson (l.) und der frühere St. Pauli-Spieler Mats Möller Daehli. © imago images/Montage
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Nach dem positiven Corona-Befund und der Absage der Partie gegen Rumänien hat Norwegen für das Nations-League-Spiel gegen Österreich einen komplett neuen Kader nominiert. Nationaltrainer Lars Lagerbäck, der sich wie sein Stamm-Aufgebot um BVB-Star Erling Haaland in Quarantäne befindet, wird in Wien von U21-Coach Leif Gunnar Smerud vertreten.

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Das Nations-League-Spiel zwischen Österreich und Norwegen, das wegen eines positiven Corona-Tests bei der Nationalmannschaft der Skandinavier auf der Kippe stand, kann am Mittwoch nun wohl doch stattfinden. Weil die gesamte Mannschaft um die Bundesliga-Stürmer Erling Haaland (Borussia Dortmund) und Alexander Sörloth (RB Leipzig) vom norwegischen Fußballverband in häusliche Quarantäne geschickt wurde, musste dafür von Interimstrainer Leif Gunnar Smerud eigens eine komplett neue Mannschaft berufen werden - gewissermaßen eine Not-Nationalelf.

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Smerud, der eigentlich für die U21 der Norweger verantwortlich ist, vertritt in Wien Lars Lagerbäck, der sich wie die komplette Mannschaft in Selbsisolation befindet. Er berief in seinen 18 Mann starken Kader unter anderem Julian Ryerson von Union Berlin. Der 22 Jahre alte Rechtsverteidiger könnte gegen die Österreicher zu seinem Länderspiel-Debüt kommen. Außerdem ist mit Mats Möller Daehli ein langjähriger Spieler des FC St. Pauli dabei. Der 25-Jährige, im Sommer überraschend aus Hamburg nach Genk gewechselt, stand zuletzt vor exakt einem Jahr im norwegischen Aufgebot, wurde danach von Lagerbäck nicht mehr berücksichtigt.

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Alle nun nominierten Akteure mit Ausnahme des früheren Fürthers Veton Berisha, der bereits von einer Coronavirus-Infektion genesen ist, kicken im Ausland. Der Plan ist, dass all diese Spieler nach Norwegen reisen und dort direkt in einem Flughafenhotel einquartiert und auf das Virus getestet werden, ehe sie am Dienstag gemeinsam per Charterflug nach Wien abreisen.

Der ursprüngliche Kader der Norweger musste sich geschlossen in Quarantäne begeben, nachdem der frühere Braunschweiger Omar Elabdellaoui positiv getestet worden war. Wegen des Befundes hatte die UEFA das für Sonntag geplante Spiel in Bukarest zuvor abgesagt. Zunächst hieß es von den norwegischen Gesundheitsbehörden, die gesamte Mannschaft um Haaland müsste in Norwegen zehn Tage lang in Quarantäne. Am Sonntag folgte die Kehrtwende, zumal alle weiteren Tests negativ ausgefallen waren. Die Spieler durften nun zu ihren Vereinen zurückreisen, allerdings müssen sie weiterhin in Selbstisolation bleiben.

Die norwegischen Corona-Bestimmungen besagten, dass „Personen, die sich in Quarantäne befinden, ausnahmsweise öffentliche Verkehrsmittel benutzen dürfen, um an einen geeigneten Quarantäneort zu gelangen“. Einige Spieler reagierten auf das Chaos mit Unverständnis: „Jetzt reisen wir morgen mit dem Linienflug nach Hause. Das akzeptieren die norwegischen Behörden, sagen aber gleichzeitig "Nein", wenn wir getrennt von allen anderen mit einem Charterflug nach Rumänien reisen wollen“, sagten Stefan Johansen, Martin Ödegaard und Joshua King - die nun allesamt nicht mehr dabei sind.