24. März 2021 / 14:32 Uhr

Quarantäne-Trainingslager für Wolfsburg im April? "Da sind Experten am Werk"

Quarantäne-Trainingslager für Wolfsburg im April? "Da sind Experten am Werk"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wünscht sich, dass mehr Talente den Weg zu den Profis schaffen: Marcel Schäfer, der Sportdirektor des VfL Wolfsburg.
Wünscht sich, dass mehr Talente den Weg zu den Profis schaffen: Marcel Schäfer, der Sportdirektor des VfL Wolfsburg.
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Es wird keine Spielpause im Profi-Sport geben, der VfL Wolfsburg darf am Ostersamstag gegen den 1. FC Köln ran. Allerdings könnte auf die Fußball-Bundesligisten demnächst ein Quarantäne-Trainingslager zukommen.

Die Entscheidung ist gefallen: Der VfL Wolfsburg darf am Ostersamstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln spielen. Der angedachte Oster-Lockdown wurde gekippt, damit ist auch die Spielpause im Profi-Sport vom Tisch. Das beschloss die Politik bei einem anberaumten Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am Mittwochmittag. Allerdings droht den Fußball-Bundesligisten ein Quarantäne-Trainingslager von Mitte bis Ende April - VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer hätte Verständnis dafür.

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Wie der Kicker berichtet, plant die Deutsche Fußball Liga ein Quarantäne-Trainingslager und habe die Vereine darüber bereits informiert. Demnach sollen die 36 Erst- und Zweitliga-Klubs vom 14. bis 26. April abgeschottet werden. "Dies würde mit Blick auf die englische Woche am 30. Spieltag dazu dienen, gleich drei Spieltage (29, 30, 31) noch zusätzlich abzusichern", zitiert das Fachmagazin aus dem vierseitigen Brief, der von DFL-Boss Christian Seifert und DFB-Vorstandsmitglied Ansgar Schwenken unterzeichnet und dann an die Profi-Klubs verschickt worden sein soll. Kommt es so, würde das für Wolfsburg die Spiele gegen Bayern München, beim VfB Stuttgart und gegen Borussia Dortmund betreffen. Ziel der DFL ist es, Spielausfälle zu verhindern, um den geplanten Saison-Zeitplan wahren zu können.

Der VfL hätte Verständnis für diese Maßnahme. "Da sind Experten am Werk, die das Wohl der Liga, der Klubs und der Spieler im Blick haben", sagt Schäfer. "Dementsprechend werden wir gewisse Dinge umsetzen." Was Quarantäne-Trainingslager bedeutet, weiß der VfL aus eigener Erfahrung. Nachdem die vergangene Saison von Mitte März bis Mitte Mai unterbrochen war, mussten sich die Bundesligisten in der Woche vor dem Re-Start abschotten, die Wolfsburger bezogen das Ritz-Carlton in der Autostadt. Auf dieses Hotel dürfte die Wahl erneut fallen, sollte die DFL den Schritt nun gehen.

Keine Angst vor Corona-Rückkehrern

Nun aber hoffen die Verantwortlichen des Tabellendritten zunächst einmal darauf, dass alle Profis nach der Länderspielpause verletzungsfrei und gesund nach Hause kommen. Angst, dass sich Spieler bei ihren Nationalmannschaften mit Covid-19 infizieren, haben die Wolfsburger nicht. Dabei war Innenverteidiger Marin Pongracic von der Länderspielpause im November mit Corona zurück nach Wolfsburg gekommen. "Wir sind in engem Austausch mit den Liga-Verbänden und den Verbänden, zu denen unsere Nationalspieler reisen. Es wurden auch dort sämtliche Vorkehrungen getroffen, um die Spieler bestmöglich zu schützen", sagt Schäfer. Dennoch sei Corona ein Thema, "das uns derzeit einfach begleitet. Wir versuchen als Verein immer, Maßnahmen zu ergreifen, um das Ansteckungsrisiko hier so gering wie möglich zu halten."

Erfreulich für den VfL: Das Spiel gegen Köln kann am Ostersamstag stattfinden. Die Politik ruderte am Mittwoch zurück, das öffentliche Leben wird an Gründonnerstag und an Ostersamstag nicht zusätzlich eingeschränkt. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass zu viele Folgeprobleme entstanden wären, hätte die Politik - wie zunächst beschlossen - die besagten Tage zu Ruhetagen erklärt. Aufwand und Nutzen stünden in keinem guten Verhältnis, wurde Merkel von Teilnehmern der überraschend einberufenen Runde mit den Länderregierungschefs zitiert. "Der Fehler ist mein Fehler", sagte die Bundeskanzlerin demnach. Dass die Wolfsburger spielen dürfen, daran hatte Michael Meeske immer geglaubt. "Solch ein Eingriff wäre unserer Einschätzung nach auch unverhältnismäßig, da es keinen Zusammenhang zwischen dem Infektionsgeschehen und Spielen ohne Zuschauer gibt", hatte der VfL-Geschäftsführer bereits am Dienstag gesagt - und Recht behalten.