20. Mai 2020 / 15:01 Uhr

Quotienten-Regelung: Ostraus Trainer Donath kann mit Entscheidung leben

Quotienten-Regelung: Ostraus Trainer Donath kann mit Entscheidung leben

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Fußball-Kreisoberliga: SV Ostrau - Einheit Frohburg 2:2
Ostrauer Christopher Hübner hängt zwei Frohburger ab. © Jörg Schreiber
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Nach dem abrupten Abbruch der Kreisoberliga ruht beim SV Ostrau aktuell noch der Ball. Die Saison soll mittels Quotienten-Regelung abgeschlossen werden. Einen Termin für den Wiedereinstieg ins Training gibt es nicht.

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Ostrau. Bis ins Jahr 1879 reichen die Anfänge des sportlichen Treibens in Ostrau im Jahnatal zurück, wobei es in diesen knapp eineinhalb Jahrhunderten manch schwierige Zeit zu überwinden gab. Der Sprung über die aktuelle Hürde namens Corona ist noch nicht einmal vollständig abgeschlossen, doch die Flugkurve verbreitet durchaus Zuversicht.

Beim SV 1990 ist der Blick auf jeden Fall nach vorn gerichtet, auch die Fußballer rüsten sich für die Rückkehr in die Normalität. Seit 1937 wird unter wechselndem Namen (zuvor TV, SG und BSG Traktor) in der circa 4000 Einwohner zählenden nördlichsten Gemeinde Mittelsachsens dem runden Leder hinterher gejagt. Aktuell stehen zwei Männer- und fünf Nachwuchsmannschaften (teilweise in Spielgemeinschaften mit dem nur wenige Steinwürfe entfernt beheimateten SV Zschaitz sowie dem BC Mügeln aus dem Nachbarkreis Nordsachsen) im regelmäßigen Spielbetrieb, hinzu kommen die ohne Tabelle auskommenden Alten Herren.

Jeder gegen jeden

Mathias Donath ist Trainer des ersten Herrenteams, welches in der Vergangenheit zehn Kreismeistertitel und fünf Pokalsiege an die Kirchstraße - wo sich seit 1949 die Sportanlage befindet - holte. Aktuell ist man ziemlich erfolgreich in der Kreisoberliga unterwegs, hat sich dort fest etabliert, der letzte Aufstieg 2016 scheint bereits ewig her zu sein. Momentan rangieren die Blau-Gelben im Klassement auf dem 4. Platz, wobei es nicht bleiben dürfte. Der ins Haus stehende Abbruch des Spieljahres soll mit einer Quotienten-Regelung (Punkte geteilt durch Spiele) einhergehen, welcher den Ostrauern Rang 3 bescheren würde. Dem SV-Coach wäre die separate Wertung der ersten Halbserie lieber gewesen: „Einmal jeder gegen jeden, das hätte ich als besser und gerechter empfunden. Nicht nur, weil wir da auf dem 2. Rang standen. Aber ich kann mit der Entscheidung leben, ganz so wichtig ist das nun auch wieder nicht.“

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Zum vorzeitigen Saisonende sieht Donath ohnehin keine Alternative: „Das ist ein absolut richtiger Beschluss, alles andere wäre aus meiner Sicht nicht umsetzbar gewesen. Vielleicht klappt es noch, den Pokal abzuschließen, in welcher Form auch immer.“ Nicht zuletzt deshalb wollen sich die noch im Wettbewerb befindlichen Blau-Gelben in Kürze trotz der weiterhin bestehenden Einschränkungen wieder intensiven Leibesübungen widmen: „Wir sitzen gerade zusammen, um einen Entwurf für das Training zu erarbeiten. Schließlich sind die Auflagen unverändert hoch und gar nicht so leicht zu praktizieren. Natürlich wollen wir uns wieder an der frischen Luft bewegen, peilen einen Start in der vorletzten Maiwoche an.“ Für detaillierte Planungen hinsichtlich der kommenden Spielserie sei es allerdings definitiv noch zu früh.

Ebenfalls noch in Arbeit sind die Umbaumaßnahmen auf dem Sportgelände des SV 90. „Einiges ist schon fertig gestellt, zum Beispiel die Flutlichtanlage. Einiges ist noch zu tun, vor allem auf der Seite der Trainerbänke. Doch bis zur Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebes sollte so weit alles erledigt sein. Und dem Rasen hat die Pause natürlich besonders gut getan, es grünt und sprießt überall.“ Und da Grün bekanntlich die Farbe der Hoffnung ist, blicken die Ostrauer Kicker voller Zuversicht in die Zukunft. Auf die Zeit nach Corona.