22. Mai 2020 / 16:06 Uhr

Quotientenregel: Freude bei der SVG – Frust in Kästorf

Quotientenregel: Freude bei der SVG – Frust in Kästorf

Jan-Philipp Brömsen
Göttinger Tageblatt
Szene aus dem Spitzenspiel zwischen der SVG und Kästorf. Die Sandweg-Elf hat trotz der 0:1-Niederlage den besseren Quotienten.
Szene aus dem Spitzenspiel zwischen der SVG und Kästorf. Die Sandweg-Elf hat trotz der 0:1-Niederlage den besseren Quotienten. © Foto: PH
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Große Erleichterung bei den heimischen Fußball-Klubs. Die Planungen für die neue Saison können beginnen, nachdem der Niedersächsische Fußballverband (NFV) am Mittwochabend seinen Beschlussvorschlag präsentiert hat. Doch im Zuge der Quotientenregel-Anwendung gibt es Gewinner, aber auch Verlierer - besonders in der Landesliga.

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Es war der 3. November am Sandweg. Das Spitzenspiel der Landesliga zwischen der SVG und dem SSV Kästorf stand an. Ein mauer, von Taktik geprägter Kick, der kurz vor Ende noch einmal intensiv wurde. Schiedsrichter Dimpker zeigte in der 86. Minute auf Anweisung seines Assistenten auf den Strafstoßpunkt – Elfmeter für Kästorf. Alexander Brakowski verwandelt zum Tor des Tages für die Gäste – Trübsal und Wut bei der SVG. Ein richtungsweisendes Spiel gegen einen direkten Konkurrenten ging verloren. Nur knapp sechs Monate später ist die Gemengelage eine andere – die SVG ist nach der Quotientenregel potenzieller Aufsteiger in die Oberliga. Mit einem Hauch von 0,1 Punkten Vorsprung (SVG 2,39 zu Kästorf 2,38) dürfte sich die Erkner-Elf den Platz in der fünften Liga sichern. Bitter für Kästorf.

Frust beim SSV Kästorf

„Es ist sicher mehr als verständlich, dass wir mit dieser Entscheidung alles andere als glücklich sind“, sagt Ingo Düsterhöft, Vorsitzender des SSV Kästorf. Düsterhöft hatte auf eine sportliche, faire Lösung gehofft. „Es gibt immer Gewinner und Verlierer. Hier geht es auch nicht um die SVG, sondern um die Art und Weise der NFV-Entscheidung. Da sind wir einfach klar benachteiligt“, betont der Vorsitzende.

Nicht nur, dass Kästorf aufgrund des nicht vorhandenen Kunstrasenplatzes zwei Spiele weniger absolvieren konnte, sondern die Tatsache, dass die Tabelle ein schiefes Bild abgebe, sei ärgerlich. „Das Bild ist einfach komplett verzerrt. Eine sportliche Lösung wäre fair gewesen. Wir hätten mit zwei Siegen in den Nachholspielen an der SVG vorbeiziehen können“, beklagt Düsterhöft, der gleichermaßen in den Ring wirft, dass es auch Absteiger hätte geben müssen. So entstehe ein deutlicher Überhang in den Klassen.„Es wird sich kein Team freuen, wenn es in der Woche aus dem Harz nach Kästorf muss und um Mitternacht wieder zu Hause ist“, so der Vorsitzende. Insgesamt fasst er zusammen: „ Das ist so einfach nicht gerecht.“

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"Gerechtigkeit gibt es nicht“

„Natürlich ist das für die Vereine, wie Kästorf oder Vahdet mehr als ärgerlich. Es war ein spannender Kampf um die Meisterschaft, die leider nicht sportlich beendet werden konnte. Wir sind die glücklichere Mannschaft. Eine Gerechtigkeit gibt es da nicht“, sagt Thorsten Tunkel, Abteilungsleiter der SVG. Tunkel verteidigt jedoch die Diskussion um die Quotientenregelung. „Irgendwo kommt der Wert her. Wir haben ja auch unsere Leistung gebracht. In dem Fall ist es Pech für Kästorf. Ich kann auch nachvollziehen, dass man dort enttäuscht ist“, so Tunkel. In vielen Ligen sei die Entscheidung äußerst knapp ausgefallen. „Letztlich muss man sagen, dass Kästorf ein wenig zum Opfer der eigenen Sportanlage geworden ist. Allerdings kann auch keiner garantieren, dass der SSV die beiden nicht ausgetragenen Spiele auch gewonnen hätte“, ergänzt Tunkel.