16. Juli 2020 / 20:02 Uhr

Sarpei vergleicht Matondo-Fauxpas mit Tönnies' Rassismus-Eklat: Härtere Sanktion für S04-Talent "unbegreiflich"

Sarpei vergleicht Matondo-Fauxpas mit Tönnies' Rassismus-Eklat: Härtere Sanktion für S04-Talent "unbegreiflich"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hans Sarpei hat den Umgang von Schalke 04 mit Rabbi Matondo heftig kritisiert.
Hans Sarpei hat den Umgang von Schalke 04 mit Rabbi Matondo heftig kritisiert. © Getty Images (Montage)
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Nachdem sich Schalke-Youngster Rabbi Matondo beim privaten Krafttraining im BVB-Trikot ablichten lassen hat, gab es scharfe Kritik von Sportvorstand Jochen Schneider - und offenbar sogar eine Sanktion. Hans Sarpei hat seinen Ex-Klub dafür jetzt hart kritisiert - und eine Parallele zum Rassismus-Eklat um Clemens Tönnies gezogen.

Es war der nächste Aufreger beim derzeit krisengebeutelten FC Schalke 04: Youngster Rabbi Matondo sorgte in den vergangenen Tagen für Aufsehen, weil ein Foto im Netz kursierte, das ihn beim Kraft-Training in einem Trikot von Rivale Borussia Dortmund zeigte. Vom Klub gab es dafür Tadel, Matondo musste sich entschuldigen. Nun hat sich eine Schalker Ikone in die Affäre eingeschaltet – und die Reaktion des Vereins deutlich kritisiert: "Wenn der Trikottausch eines 19 Jährigen, der erst eine Saison in Deutschland spielt und nicht mit der Rivalität im Pott aufgewachsen ist, schwerer sanktioniert wird als das Thema Rassismus, ist das für mich unbegreiflich", schrieb der Ex-Schalker Hans Sarpei auf Twitter.

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Matondo hatte sich im Nachhinein für die Aktion entschuldigt, die bei den Fans der Königsblauen für viel Ärger gesorgt hatte. "Ich bin sehr traurig und von mir selbst enttäuscht, dass ich alle, die sich mit Schalke verbunden fühlen, damit im Stich gelassen habe", schrieb er in einer Instagram-Story. Hintergrund des Trainings im BVB-Trikot in Matondos walisischer Heimat Cardiff dürfte die Freundschaft des jungen Engländers zum Dortmunder Shooting-Star Jadon Sancho gewesen sein. Dessen Flock prangte zumindest auf dem Rücken des Jerseys.

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Sarpei kritisiert Sanktion für Matondo deutlich: "Damit sollte es gut sein"

Am Dienstag hatte Sportvorstand Jochen Schneider Matondo für die Aktion deutlich zurechtgewiesen. "Ich habe Rabbi Matondo am Telefon mehr als deutlich gemacht, was ich von so einer unüberlegten Aktion halte", sagte Schneider. "Er ist zwar erst 19 Jahre alt, aber das darf ihm trotzdem nicht passieren." Doch mit dem Tadel nicht genug: Matondo soll zusätzlich auch noch eine Geldstrafe in fünfstelliger Höhe an eine soziale Einrichtung spenden müssen, wie Sport1 berichtet.

Für Sarpei geht das entschieden zu weit. "Rabbi hat sich entschuldigt, damit sollte es gut sein", meint der 44-Jährige. Ihm stieß offenbar zudem auf, dass es die deutlichen Worte und die Sanktion gab, während der kürzlich zurückgetretene Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies im vergangenen Jahr nach vermeintlich rassistischen Äußerungen verhältnismäßig glimpflich behandelt wurde. Tönnies setzte nach den Entgleisungen zu Afrikanern trotz öffentlichen Drucks nur freiwillig drei Monate als Aufsichtsrat aus.