25. März 2020 / 08:55 Uhr

Radebeul-Trainer Wohllebe: „Wir werden nun Woche für Woche neu entscheiden“

Radebeul-Trainer Wohllebe: „Wir werden nun Woche für Woche neu entscheiden“

Jürgen Schwarz
Dresdner Neueste Nachrichten
Daniel Wohllebe, Trainer Radebeuler BC.
Die Saison hatte sich Radebeuler BC Trainer Daniel Wohllebe freilich anders vorgestellt. © Steffen Manig
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Der neue Trainer des Radebeuler BC, Daniel Wohllebe ,spricht im SPORTBUZZER-Interview über die Situation seines Teams in der Corona-Krise, seine früheren Stationen und Vorstellungen für die laufende Saison.

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Radebeul. So hatte sich Daniel Wohllebe seine Trainerzeit beim Fußball-Landesligisten Radebeuler BC nicht vorgestellt. Anfang des Jahres hatte der 42-Jährige einen Vertrag beim RBC unterschrieben, aber nach nur drei Punktspielen (vier Punkten) als verantwortlicher Coach der Karl-May-Städter ist die Saison bis mindestens 19. April unterbrochen. Zumindest Zeit für ein ausführliches Gespräch war dadurch gegeben.

Herr Wohllebe, bitte stellen Sie sich kurz vor.

Ich bin in Borna geboren, war bis Juni 2018 Trainer beim FC Grimma. Ich bin verheiratet, Vater einer zehn Jahre alten Tochter und arbeite im Hauptberuf bei der EGE GmbH, die Fenster, Türen und Fassaden herstellt, als Produktionsleiter im Bereich Kunststoff.

Die Corona-Krise setzt uns allen zu. Wie sind Sie mit Ihren Spielern verblieben?

Unser letztes Training war am 12. März mit der Vorbereitung auf das Gastspiel in Wilsdruff. Dann kam die Absage und wir haben das Training gestrichen. Wir werden nun Woche für Woche neu entscheiden. Aktuell trainieren die Spieler individuell. Entsprechende Trainingspläne haben wir ihnen an die Hand gegeben.

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Sie waren als Spieler und Trainer fast ausschließlich in Grimma unter Vertrag, oder?

Ja, das stimmt. Ich habe in Grimma mit sechs Jahren angefangen Fußball zu spielen. Danach habe ich in der Muldestadt alle Jugend-Mannschaften durchlaufen und bin vor der Saison 1996/97 in den Männerkader aufgerückt. Damals gelang uns der Oberliga-Aufstieg, danach war ich einige Jahre in dieser Liga aktiv. Es waren fantastische Duelle dabei, gegen Dynamo Dresden, Sachsen Leipzig, Zwickau, Halle oder den 1. FC Magdeburg. Später habe ich ein Jahr in Naunhof gespielt, bin aber 2008 wieder nach Grimma zurückgekehrt. Mit knapp 31 Jahren musste ich nach mehreren Knie-Operationen und einem Knorpelschaden meine Laufbahn beenden.

Und danach?

In der Saison 2009/10 war ich als Spielertrainer aktiv, danach bis 2018 Chefcoach. Danach habe ich mir bewusst eine Pause verordnet. Im Vordergrund stand meine Familie.

Wie kam der Kontakt zum RBC zustande?

Ich war mit meiner Frau auf dem Weg zum Chemnitzer Weihnachtsmarkt, als RBC-Sportchef Eberhard Weiche anrief und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, das Traineramt zu übernehmen. Wir haben danach noch zwei-, dreimal telefoniert und dann war alles in trockenen Tüchern.

Einige Ihrer Spieler gelten als schwierig. War Ihnen das bekannt?

Ja, es wurde von einigen Personen an mich herangetragen. Aber diese Leute kamen eher aus dem Umfeld, nicht direkt aus dem Verein. Ich kann nur sagen, es sind gute Jungs und ich hatte von Anfang an einen positiven Eindruck.

Im vorerst letzten Punktspiel gegen Neustadt hat Ihre Mannschaft groß aufgespielt und 6:2 gewonnen. Was haben Sie verändert?

Während der Vorbereitung, die durchwachsen war, haben wir das Spielsystem verändert. Ich achte auf Ordnung und Disziplin, versuche Ernsthaftigkeit und Spaß zu kombinieren.

Aktuell wird über einen Saisonabbruch spekuliert. Angenommen, die Serie wird vorzeitig beendet, wie würden Sie die Auf- und Abstiegsfrage regeln?

Zunächst einmal möchte ich nicht in der Haut der Entscheidungsträger stecken. Derzeit würde ich mir schon wünschen, wir könnten die Serie zu Ende spielen. Nur je länger die Spiele abgesetzt werden, umso schwieriger wird es, diese nachzuholen. Den aktuellen Stand oder die Winterpausen-Tabelle als Grundlage für Auf- und Abstieg zu nehmen, macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Im Moment hoffe ich, dass wir das Ganze drei, vier Wochen nach hinten ziehen, den Titel und die Absteiger auf dem Rasen ermitteln können. Klappt das nicht, sollte man alles annullieren und 2020/21 wieder bei null beginnen.

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