29. Mai 2019 / 12:09 Uhr

Kleiner Umbruch? 1. FC Germania Egestorf/Langreder II verliert halbe Mannschaft!

Kleiner Umbruch? 1. FC Germania Egestorf/Langreder II verliert halbe Mannschaft!

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wer ist noch zu halten? Michael Owusu nicht, er wird den 1. FC Germania Egestorf/Langreder II wie viele andere Spieler verlassen. Der neue Trainer Michael Wohlatz (eingeklinkt) muss erst einmal ein neues Team aufbauen.
Wer ist noch zu halten? Michael Owusu nicht, er wird den 1. FC Germania Egestorf/Langreder II wie viele andere Spieler verlassen. Der neue Trainer Michael Wohlatz (eingeklinkt) muss erst einmal ein neues Team aufbauen. © deisterpics/Stefan Zwing
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Mit Michael Wohlatz hat der 1. FC Germania Egestorf/Langreder schon vor geraumer Zeit seinen neuen Trainer für die Reserve gefunden. Allerdings kann der künftige Coach nicht auf einen eingespielten Stamm bauen. Beim Bezirksligisten deutet alles auf einen ungewollt radikalen Umbruch hin.

Als Michael Wohlatz im April als neuer Trainer der U23 des 1. FC Germania Egestorf/Langreder vorgestellt worden ist, hat es noch nach einem kleinen Umbruch ausgesehen. Doch inzwischen hat sich die Situation beim Bezirksligisten drastisch geändert. „Aktuell sieht es so, dass elf Spieler des aktuellen Kaders den Verein verlassen“, teilt Wohlatz, der derzeit noch den Bezirksligisten SG Blaues Wunder Hannover trainiert, den derzeitigen Status quo mit.

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Erst die Zu-, dann die Absage

Dazu habe es noch Absagen von Talenten aus dem Nachwuchsbereich gehagelt, die zuvor bereits fest zugesagt hätten. „Klar ist das eine schwierige Situation“, sagt Wohlatz. „Jetzt geht es halt darum, einen neuen Kader aufzubauen. Dabei kann das erste Jahr kann nur ein Findungsjahr werden.“

Allerdings gilt Wohlatz nicht von ungefähr als ambitioniert und ehrgeizig: „Zu dem Zeitpunkt, als ich zugesagt habe, sah es nicht nach solch einem Aderlass aus“, räumt der B-Lizenz-Inhaber ein. Auch die erste Mannschaft schien in der Regionalliga gesichert, muss allerdings jetzt in die Oberliga runter. Das verändert die Ausgangslage natürlich. „Ich hatte schon die Hoffnung, dass ich auf einem stärkeren Stamm aufbauen und oben mitspielen kann.“

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Nicht zuletzt deshalb habe er die Offerte der Germanen angenommen. Sein Ziel sei es schließlich, irgendwann im Landesliga-Bereich zu arbeiten. Doch er nehme die Herausforderung an. Jetzt gelte es, angemessen umzudisponieren. „Ich übernehme neun Spieler aus dem U23-Bestand. Dazu habe ich bereits Zusagen von sieben externen Neuzugängen. Aus der Dritten rücken fünf Spieler nach.“

Welche Jugendspieler rücken auf?

Wie viele Talente aus dem eigenen Juniorenbereich zur Verfügung stünden, wisse er noch nicht. „Aus der U19 kommen acht Spieler raus, aus der U18 sieben.“ Drei Youngster werden in den Kader der Ersten integriert, vier haben bereits ihren Abschied angekündigt, vier stehen studienbedingt nicht zur Verfügung, bei den restlichen vier gibt es noch ein Fragezeichen. „Mit fünf weiteren potenziellen Verstärkungen aus anderen Klubs bin ich noch im Gespräch.“

Bei den fixen Neuzugängen handele es sich um Spieler aus der Landes-, Bezirks- und Kreisliga sowie um zwei Flüchtlinge, die sich erstmalig im Vereinsfußball versuchen würden.

Die Bilder der Saison 2018/2019 in Hannovers Amateurfußball:

Kirchdorfs Dennis Lattmann kracht nach einem Foul von Björn Fischer in die Bande und bekommt direkt noch eine Bierdusche. Zur Galerie
Kirchdorfs Dennis Lattmann kracht nach einem Foul von Björn Fischer in die Bande und bekommt direkt noch eine Bierdusche. ©

Aus dem bisherigen U23-Kader hätten folgende Spieler ihre Zusage für eine weitere Saison im Germanen-Trikot gegeben: Nico Schikora, Scott Millard, Holger Hattendorf, Steven Widdel, Christoph Jülke, Tom Struß, Clemens Stamm und Fabio Hoffmann. Hinter Nick Weihrauch, Jonas Hecking, Theo Hellwig und Ole Burghart stünde noch ein Fragezeichen. Lukas Novotny gehöre künftig zum Personal der ersten Mannschaft, Finn Klenk gehe für ein Jahr ins Ausland.

Acht gehen definitiv

Den Klub definitiv verlassen werden Julian Lenz (SV Bavenstedt), Torben Senft (SC Hemmingen-Westerfeld), Torben Sieg, Fabian Golombek (beide SG Rodenberg), Marc Bodenburg, Luca Zander, Michael Owusu und Jannik Dörn (alle unbekannt). Rouven Bräunig war bereits in der Winterpause zum Koldinger SV gewechselt.

„Ich bin mir sicher, dass die ersten 15 grundsätzlich das Potenzial haben, um oben mitzumischen.“ Auch sei geplant, dass die erste Mannschaft kadertechnisch breiter aufgestellt werde. „Ein oder zwei Spieler könnten am Wochenende dann regelmäßig in der U23 auflaufen.“


Bilder vom Spiel der Bezirksliga 3 zwischen dem SV Gehrden und 1. FC Germania Egestorf/Langreder II

Der Egestorfer Michael Owusu verschafft sich Abkühlung. Zur Galerie
Der Egestorfer Michael Owusu verschafft sich Abkühlung. ©

Allerdings gebe es einige Variablen: sehr viele Neuzugänge, ein neues Trainerteam, eine andere Spielidee. „Das braucht Zeit“, gibt sich Wohlatz realistisch. „Deshalb wäre Platz fünf oder sechs im ersten Jahr schon gut.“ Für ihn seien einige Aspekte grundlegend: „Ich will nicht, dass wir Spiele abliefern, die aussehen, als ob es um nichts mehr geht.“

Im dritten Jahr um den Aufstieg mitmischen

Außer einer spielerischen Weiterentwicklung erwarte er Leidenschaft, Teamgeist und Siegeswillen, und zwar in jeder Partie. „Was möglich ist, sehe ich derzeit bei meiner aktuellen Mannschaft“, verweist der Coach auf die SG Blaues Wunder. „Die Jungs liegen derzeit in einer stärkeren Staffel auf Platz fünf, sogar Rang drei ist noch drin.“

Wohlatz möchte auch den Kontakt zur U19, U18 und U17 intensivieren und verstetigen. „Wir müssen es schaffen, die jungen Spieler früher und schnellen an den Verein zu binden.“ Insgesamt sei er zuversichtlich: „Ziel ist es, im dritten Jahr um den Landesliga-Aufstieg mitzumischen.“