10. Mai 2020 / 18:56 Uhr

Radsport-Bundesliga: Frust bei Leipziger Patrick Reißig über eine virtuelle Panne

Radsport-Bundesliga: Frust bei Leipziger Patrick Reißig über eine virtuelle Panne

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Was auf der Straße passieren kann, kann auch virtuell passieren. Das musste Patrick Reißig am eigenen Leib erfahren - sein Internet fiel aus und verhinderte eine bessere Platzierung.
Was auf der Straße passieren kann, kann auch virtuell passieren. Das musste Patrick Reißig am eigenen Leib erfahren - sein Internet fiel aus und verhinderte eine bessere Platzierung. © Alexander Prautzsch
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Bei Kilometer 40 war es so weit: Das Internet bei Patrick Reißig versagte, das Podium ist vorerst futsch. Bei den Leipzigerinnen dagegen lief es rund.

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Leipzig. Im Männerfeld lief es am Samstag im vierten Rennen der virtuellen Rad-Bundesliga für die Leipziger Fahrer nicht so rund. Auf dem diesmal fast komplett flachen und 53 Kilometer langen Kurs auf der Online-Plattform Zwift gelang es Johannes Banzer als einzigem Fahrer des Leipziger Bundesliga-Teams schnellestelle.de, im Hauptfeld ins Ziel zu kommen. Dort hatte der DHfK-Renner als 67. jedoch nichts mit dem Kampf um die vorderen Plätze zu tun.

Einen rabenschwarzen Tag erlebte Patrick Reißig, der seinen dritten Rang im Gesamtklassement verteidigen wollte. Dabei verlief zunächst auch alles nach Plan. Reißig fuhr immer relativ weit vorne im Feld, aber nicht in allervorderster Front, um Kraft für den Schlussspurt zu sparen. Dass er in diesen gar nicht erst eingreifen konnte, lag an einer Panne bei Kilometer 40 – auch das gibt es in virtuellen Radrennen: Hier sind es jedoch keine platten Reifen, die einen Fahrer stoppen, sondern schnöde Verbindungsprobleme.

Treppchen noch in Sichtweite

Bei Reißig streikte kurzzeitig das Internet, sodass Rollentrainer und Pulsmesser keine Werte mehr an Zwift schicken konnten. Die Folge: Reißigs Avatar (also sein Ebenbild in der virtuellen Welt) blieb einfach stehen. „Es fühlt sich genauso schlimm an wie ein Defekt in einem richtigen Straßenrennen“, so der Leipziger. Das Feld jagte nun ohne ihn in Richtung Ziel.

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Dort sah es zunächst so aus, als ob der Gesamtführende Lucas Carstensen (Bike Aid) knapp die Nase vorn hatte. Die Ergebnisliste spuckte dann aber Bahn-Nationalfahrer Richard Banusch (LKT Brandenburg) als Gewinner aus. Insgesamt führt weiterhin Carstensen, der ein Rennen vor Schluss kaum noch vom ersten Platz verdrängt werden kann. DHfK-Athlet Reißig rutschte erst mal vom Treppchen, kann sich aber noch Hoffnungen auf eine gute Gesamtplatzierung machen, denn es gibt ein Streichergebnis – gezählt werden die Punkte aus vier von fünf Rennen.

Platz zwei für Romy Kasper diesmal "das Optimum"

Wiederum hervorragend lief es aus Leipziger Sicht im Frauenrennen. Die Gesamtführende Romy Kasper (SC DHfK/RSV Speiche) war jederzeit auf der Höhe des Geschehens und versuchte zwischendurch sogar, mit Attacken dem erwartbaren Sprintfinale zu entgehen.

Das nützte zwar nichts, denn Kasper wurde wieder eingeholt. Als aber am Ende 18 Frauen um den Sieg spurteten, fuhr sie hinter der favorisierten Tanja Erath (Canyon SRAM) als starke Zweite über den Zielstrich. „Tanja ist eine ausgewiesene Sprinterin, die mich im Spurt locker stehen lässt. Der zweite Platz war heute das Optimum“, sagte Kasper.

Mit Erath wird die Leipzigerin beim abschließenden Rennen am Samstag um den Sieg in der Gesamtwertung der virtuellen Rad-Bundesliga kämpfen. Zwar führt Kasper (bisher zwei Siege und zwei zweite Plätze) dort aktuell vor der Zweitplatzierten Erath (zwei Siege, einmal Zweite, einmal Achte), aber wie erwähnt wird das schlechteste der fünf Ergebnisse gestrichen. Es bleibt also spannend!

Rainer Kelch