02. April 2020 / 13:20 Uhr

Radsport-Idol Täve Schur will trotz Corona „nach wie vor hundert werden“

Radsport-Idol Täve Schur will trotz Corona „nach wie vor hundert werden“

dpa
Gustav-Adolf Schur hatte in seiner aktiven Zeit wahre Begeisterungsstürme ausgelöst. Zwischen 1950 und 1964 säumten Millionen Menschen die Straßen, wenn der neunmalige DDR-Sportler des Jahres und seine Teamkollegen auf ihren Rennrädern vorbeirauschten.
Gustav-Adolf Schur hatte in seiner aktiven Zeit wahre Begeisterungsstürme ausgelöst. Zwischen 1950 und 1964 säumten Millionen Menschen die Straßen, wenn der neunmalige DDR-Sportler des Jahres und seine Teamkollegen auf ihren Rennrädern vorbeirauschten. © dpa
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Der zweifache Weltmeister und Friedensfahrtsieger hält sich seit einem Schwächeanfall bei Gartenarbeit und Gymnastik fit. Der frühere Radsportler beim SC DHfK Leipzig hatte im vergangenen Februar seinen 89. Geburtstag gefeiert und will „nach wie vor hundert werden“.

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Leipzig. Das Radsport-Idol Täve Schur peilt trotz der Corona-Krise seinen hundertsten Geburtstag an. Auch wenn der 89-Jährige seit einem Schwächeanfall nur noch selten auf dem Rennrad sitzt, fühle sich der zweimaligen Weltmeister und Friedensfahrtsieger bei Gartenarbeit und Gymnastikübungen immer noch agil. „Ich fühle mich aber weit jünger als 89 – und ich möchte nach wie vor hundert werden“, sagte Schur der Thüringer Allgemeinen. Er schob dann noch nach: „Auch in gefährlichen Zeiten.“

Er bezeichnete die derzeitige Situation als furchtbar. „Schlimmer war nur der Krieg, den ich als Junge miterlebt habe“, sagte Schur und erwarte nach der Pandemie viele Antworten auf entscheidende Fragen: Wie entsteht so etwas Gefährliches? Warum ausgerechnet in China? Warum wurden so viele Gesundheitssysteme, auch hier, dermaßen heruntergespart? Wer soll das nun alles bezahlen?

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Der immer noch in Heyrothsberge bei Magdeburg wohnende DDR-Sportstar und einstige Volkskammer-Abgeordnete, der später für die PDS im Bundestag saß, wünsche sich 2021 Olympische Spiele „im Sinne der Sportler“.

Er selbst verpasste Tokio 1964. Bei der damaligen Olympia-Ausscheidung in Erfurt auf einer Autobahn rammte ihm ein westdeutscher Radfahrer vorsätzlich das Knie unter den Lenker. Der Sturz bedeutete das Aus und das Karriereende. Schur kennt den Namen des Sportlers, nennt ihn aber nicht. „Das gehört zu meinem Verständnis von Fairness.“