06. März 2021 / 13:57 Uhr

Rad-Stars vor einer Saison der Ungewissheit: Das sind die Ziele von Buchmann, Schachmann und Co.

Rad-Stars vor einer Saison der Ungewissheit: Das sind die Ziele von Buchmann, Schachmann und Co.

Tom Mustroph
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Emanuel Buchmann (l.) und Maximilian Schachmann aus dem Team Bora-hansgrohe stehen aufgrund der Corona-Krise vor einer ungewissen Zukunft.
Emanuel Buchmann (l.) und Maximilian Schachmann aus dem Team Bora-hansgrohe stehen aufgrund der Corona-Krise vor einer ungewissen Zukunft. © IMAGO/Sirotti (Montage)
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Die Radsport-Szene steht wegen der andauernden Coronavirus-Pandemie einmal mehr vor einer Saison voller Ungewissheiten. Der SPORTBUZZER beleuchtet die Ziele der deutschen Stars um Emanuel Buchmann und Maximilian Schachmann aus dem Team Bora-hansgrohe.

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Der Ball rollte ohne Unterlass, auch in die Pedale wird schon getreten. Deutschlands hoffnungsvollster Klassementradsportler Emanuel Buchmann machte bereits im Fe­bru­ar bei der UAE-Tour durch die Vereinigten Arabischen Emirate seine Aufwartung. Dort musste er in den Bergen Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar ziehen lassen. An diesem Samstag steht für ihn als nächste Prüfung das Sandstraßenrennen Strade Bianche an. „Das ist ein Test für den Giro d’Italia. Dort wird es auch Strecken über Sand geben, und wir wollen, dass er dort keinen Kulturschock erleidet“, sagte Ralph Denk, Buchmanns Teamchef bei Bora-hansgrohe, dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Mehr hat sich Maximilian Schachmann vorgenommen. Am Sonntag beginnt die Fernfahrt Paris-Nizza. Schachmann gewann das Rennen im vergangenen Jahr. „Max ist mental und körperlich gut auf die Titelverteidigung vorbereitet. Er kommt unmittelbar aus dem Training, war zuletzt noch im Höhentraining“, sagte Denk.

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Paris-Nizza war vor einem Jahr das letzte große Rennen vor dem Lockdown. Damals beherrschte die Sorge vor dem Virus die Szene. Sieben World-Tour-Teams waren gar nicht angereist, zwei weitere stiegen unterwegs aus. Paradox ist, dass die Ansteckungszahlen vom Frühjahr 2020, als die Angst mitfuhr, heute als Erfolg gewertet würden: Etwa 200 Neuinfektionen gab es in Frankreich zu Beginn der Rundfahrt, 1200 am Ende. Ein Jahr später liegt die Zahl der Neuansteckungen pro Tag bei mehr als 25 000.



UCI-Präsident lobt Hygienekonzepte im Radsport

Gewöhnung hat eingesetzt, an die Pandemie und an den Sport in der Pandemie. UCI-Präsident David Lappartient lobte die „hohen Standards“ der Hygienekonzepte im Radsport. „Weil Athleten und junge Erwachsene keine Priorität bei den Impfungen besitzen, haben wir beschlossen, die gleichen Standards wie im vergangenen Jahr beizubehalten“, teilte er mit.

Jeweils sechs und drei Tage vor den Rennen müssen sich alle Fahrer und Betreuer eines PCR-Tests un­ter­zie­hen. Erste positive Tests gab es auch in diesem Jahr schon. Das Team Alpecin-Fenix verließ vorzeitig die UAE-Tour wegen der Infektion eines Betreuers. Falsch positive Fälle gab es allerdings auch. „Ein Fahrer von uns konnte wegen eines positiven Testergebnisses, das sich bei Folgetests als falsch positiv herausgestellt hatte, erst einen Tag später zu einem Rennen anreisen“, erzählte Denk dem SPORTBUZZER. Er forderte „verlässliche Standards“ bei der Testung.

Teamchef Denk: Hunderttausende Euro Extrakosten durch Corona

Denk will gute Leistung für gutes Geld. Auf mehrere Hunderttausend Euro beziffert er die Extrakosten für Corona-Tests und weitere Pandemiemaßnahmen, mehrere Hunderttausend Euro hat sein Rennstall durch entgangene Startgelder wegen ausgefallener Rennen 2020 eingebüßt. „Das summiert sich auf etwa eine Million Euro, die wir woanders einsparen müssen“, sagt er.

Für diese Saison hofft er auf mehr Startgelder bei vollem Rennkalender. Für sportliche Erfolge sollen Schachmann beim Kampf um die Gesamtwertung bei Paris-Nizza und Topsprinter Pascal Ackermann mit Etappensiegen beim „Rennen zur Sonne“ sorgen. Buchmann wird nach den Strade Bianche bei der Baskenlandrundfahrt an seiner Bergform feilen, um im Mai fit für den Kampf um das Rosa Trikot beim Giro zu sein. Schachmann und Ackermann haben zudem den Klassiker Mailand-Sanremo im Visier. Darüber hinaus strebt Sprinter Ackermann sein Tour-de-France-Debüt an. Und Schachmann will bei den Olympischen Spielen in Tokio antreten. Große Ziele in der zweiten Saison der Ungewissheit.