12. Oktober 2021 / 09:00 Uhr

Radstar André Greipel über sein Verhältnis zum BDR: "Ich bin kein Arschkriecher"

Radstar André Greipel über sein Verhältnis zum BDR: "Ich bin kein Arschkriecher"

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
André Greipel hat seine Karriere als Radrennfahrer unlängst beendet.
André Greipel hat seine Karriere als Radrennfahrer unlängst beendet. © IMAGO/Rüdiger Wölk (Montage)
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Nach 158 Profisiegen hat André Greipel seine Karriere auf dem Rennrad unlängst beendet. Im Interview spricht der 39-Jährige, dessen Autobiografie "Aus dem Windschatten" an diesem Dienstag erscheint, über sein neues Leben als Familienvater, das ewige Dopingproblem im Radsport und sein schwieriges Verhältnis zum Verband.

Radsport-Legende André Greipel will sich nach seinem Karriereende nicht sofort wieder in die Arbeit stürzen. "Momentan fühlt es sich für mich wie eine Saisonpause an. Aber ich habe das eine oder andere Projekt im Kopf, womit ich beschäftigt sein werde. Ich nehme mir jetzt die Zeit, mich neu zu orientieren. Ich glaube, das habe ich mir auch verdient", sagte der 39-Jährige im Interview dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). Möglichkeiten, direkt wieder durchzustarten, hätte es gegeben, so der gebürtige Rostocker. "Wenn ich es gewollt hätte, hätte ich schon viele Sachen annehmen können. Ich hätte mich wieder Hals über Kopf in Arbeit stürzen können, aber das wollte ich nicht."

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Und so genießt der frühere Topsprinter, der in 17 Profijahren insgesamt 158 Siege einfuhr, aktuell den ganz normalen Alltag als Familienvater. "Das ist jetzt erst mal komisch für meine beiden Töchter. Ich werde jetzt voll eingespannt, da ich die Ausrede, trainieren zu müssen, nicht mehr habe", sagte er dem RND.

Das ewige Problem mit Doping im Radsport sieht Greipel nach Abschluss der eigenen Karriere, während der er unter anderem elf Etappen bei der Tour de France gewann, vorsichtig optimistisch: "Natürlich gibt es immer noch schwarze Schafe, und ich möchte auch für niemanden meine Hand ins Feuer legen. Aber die Kontrollmöglichkeiten sind heute viel effektiver als vor 20 Jahren – ich hoffe, dass das viele Fahrer abschreckt."

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Nicht vermissen wird Greipel in seinem neuen Leben wahrscheinlich den Austausch mit dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR), mit dem ihm ein mitunter schwieriges Verhältnis nachgesagt wurde. Dem RND sagte er: "Das hat damit zu tun, dass ich kein Arschkriecher bin. Ich habe immer versucht, mit Leistung zu überzeugen. Wenn das dem BDR trotz guter Leistungen nicht gereicht hat, habe ich es gerade als junger Fahrer oft nicht verstanden. Mir wurden oft Versprechungen gemacht, die dann nicht eingehalten wurden."

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