13. Oktober 2019 / 17:13 Uhr

Abschiedsspiel von Rafael van der Vaart: Fußball-Fest mit Emotionen und zwei eigenen Treffern

Abschiedsspiel von Rafael van der Vaart: Fußball-Fest mit Emotionen und zwei eigenen Treffern

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Rafael van der Vaart erlebte im Hamburger Volksparkstadion einen emotionalen Abschied von der Fußball-Bühne - an seiner Seite: Sohn Damian (kl. Foto).
Rafael van der Vaart erlebte im Hamburger Volksparkstadion einen emotionalen Abschied von der Fußball-Bühne - an seiner Seite: Sohn Damian (kl. Foto). © Getty
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Es war ein würdiger Rahmen, in dem das Abschiedsspiel für Rafael van der Vaart am Sonntag im Hamburger Volksparkstadion ausgetragen wurde. Vor über 30.000 Zuschauern durfte der Niederländer noch einmal an der Seite seiner engsten ehemaligen Mitspieler auflaufen – und konnte dabei sogar zwei eigene Treffer beisteuern. Am Ende gab es einen 7:6-Sieg für „Rafa's All Stars“ gegen „Rafa's HSV Stars“.

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Wie viele Tore er denn schießen wolle? Ruud van Nistelrooy lächelte nur, zeigte in Richtung seiner beiden Knie: „Die schmerzen mir ja noch manchmal.“ So klingt das Understatement eines ehemaligen Weltklassestürmers, der in seiner Zeit bei den Topklubs Manchester United und Real Madrid sowie dem Hamburger SV über 300 Pflichtspieltore erzielt hat. Dass er auch an diesem Nachmittag in einer Halbzeit gleich zweimal treffen würde, spielte am Ende nur eine von vielen Nebenrollen. In der Hauptrolle an diesem Nachmittag im Hamburger Volksparkstadion steckte ein anderer: Rafael van der Vaart.

Der 36-jährige Niederländer feierte am Sonntag an alter Wirkungsstätte sein offizielles Abschiedsspiel. Als nach 88 Minuten sein 13-jähriger Sohn Damian unter stehenden Ovationen eingewechselt wurde, markierte das den Höhepunkt dieses für ihn letzten Fußball-Fests. Gemeinsam schauten sie sich am Mittelkreis auf dem Videowürfel Fotos aus gemeinsamen Tagen an.

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"Ich bin unglaublich dankbar für diesen Tag", sagte van der Vaart nach dem Spiel: "Es war eine schöne und lange Karriere. Ich möchte mich bei meiner Familie, meinen Teamkollegen und allen, die gekommen sind, bedanken." Dann richtete er sich an die HSV-Fans: "Der HSV war immer der richtige Schritt für mich. Auch damals, als ich zurückgekommen bin. Ich habe Euch lieb."

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Zahlreiche Top-Stars dabei: Robben, van Nistelrooy, van Persie & Co.

Viele ehemalige Weggefährten und Freunde waren erschienen, um sich an der Seite von van der Vaart noch einmal die Ehre zu geben – darunter große Namen des Weltfußballs: Arjen Robben, Mark van Bommel, Dirk Kuyt, Giovanni van Bronckhorst, Michel Salgado, Robin van Persie oder Patrick Kluivert. Sie alle liefen auf für das Team „Rafa‘s All Stars“, trainiert vom ehemaligen Bayern-Coach und dem Ex-Nationaltrainer der niederländischen Nationalmannschatt Louis van Gaal. Richtig laut im Volkspark wurde es dann aber erstmals beim einzelnen Auflaufen von „Rafa‘s HSV Stars“, etwa erwähntem van Nisterooy, der mit einem langen „Ruuuuuuuud“ empfangen wurde, oder Collin Benjamin, David Jarolim, Guy Demel oder Mehdi Mahdavikia.

Die Karriere von Rafael van der Vaart in Bildern

Der SPORTBUZZER blickt auf die bewegte Karriere von Rafael van der Vaart in Bildern zurück. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER blickt auf die bewegte Karriere von Rafael van der Vaart in Bildern zurück. ©
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Es sollte ein „Tag der Superlative“ werden, wie es HSV-Legende Lotto King Karl ankündigte, der die Partie am Mikrofon begleitete und der natürlich auch die mittlerweile beim Hamburger Zweitligisten abgesetzte Hymne „Hamburg, meine Perle“ schmetterte. Nur einmal unterbrach er den Song natürlich, um van der Vaart selbst unter tosendem Applaus und lauten Sprechchören einlaufen zu lassen.

Nach ersten melancholischen Momenten und dem bereits zuvor aus van-der-Vaart-Sicht erfolgreich ausgetragenen Vorspiel zwischen der Mannschaft seines Sohns Damian (die C-Jugend von Victoria Hamburg gewann im von der Amateurinitiative #GABFAF initiierten Spiel gegen den Suchsdorfer SV mit 2:0) startete der Kick. Es dauerte allerdings für ein Abschiedsspiel außergewöhnlich lange, bis der erste Treffer fiel; zuvor wurden sogar die ersten Spielerwechsel getätigt.

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So wurde sich zunächst nach einem Fehlpass schon mal der Rücken gehalten, oder Robben scheiterte mit einem zu lässigen Lupfer am ehemaligen Hamburger Keeper René Adler. Es musste also erst ein „Sprint“ von Ailton her, der von Johnny Heitinga im Strafraum gefoult wurde – den Strafstoß übernahm der Kugelblitz in der 32. Minute selbst, Keeper Edwin van der Sar war ohne Chance. Das war Robben dann aber doch etwas zu viel des Guten, er glich zwei Minuten später umgehend aus, indem er Adler diesmal umdribbelte. Der Freistoß, den Piotr Trochowski dann aus über 20 Metern ins Tor streichelte, hatte mit Abschiedsspiel mal so gar nichts zu tun, das war große Fußball-Kunst.

#GABFAF ehrt Ehrenamtler

Auch in der Halbzeit ging es dann erst mal um übergeordnete Dinge. 30 Ehrenamtler, die sich im Amateurfußball verdient gemacht haben, wurden von der Amateurinitiative #GABFAF ausgezeichnet. HSV-Präsident und #GABFAF-Supporter Marcell Jansen übergaben den von Sky-Kommentator Wolff Fuss aufgerufenen Betreuern, Platzwarten oder Bierwarten die Ehrungen.

Diese Ehrenamtlichen werden beim van-der-Vaart-Abschied geehrt

Ohne das Engagement der Ehrenamtlichen würde im Amateurfußball nichts laufen. Deswegen rollt #GABFAF beim Abschiedsspiel den roten Teppich für einige Helfer aus.  Zur Galerie
Ohne das Engagement der Ehrenamtlichen würde im Amateurfußball nichts laufen. Deswegen rollt #GABFAF beim Abschiedsspiel den roten Teppich für einige Helfer aus.  ©

Als Robin van Persie, ebenfalls mal Weltklasse-Stürmer, die zweite Halbzeit mit einem satten Rechtsschuss zum 2:2 eröffnete, nahm das Spiel anschließend etwas Fahrt auf. Van der Vaart, der in der Halbzeit die Teams gewechselt hatte und nun für die HSV-Stars auflief, bediente Bastian Reinhardt nur zwei Minuten später per butterweicher Flanke – 3:2. Weitere drei Minuten später bediente Robben van Nistelrooy – 3:3. In der 65. dann lauter Jubel im ganzen Stadion: Dennis Diekmeier legte eine Flanke ab für van der Vaart, der nicht lange fackelte und seinen berüchtigten Linksschuss auspackte. Zu seinem Treffer kamen dann natürlich alle Spieler auf dem Feld zum Gratulieren.

Das letzte Tor erzielt van-der-Vaart-Sohn Damian

Robben glich in der 69. Minute per Kopf erneut aus, dann drehten die All Stars auf. Van Nistelrooy (73.) traf in bester Torjäger-Manier zum 5:4, Andy van der Meyde erhöhte auf 6:4 (76.). Dann packte van der Vaart einen Schlenzer aus 18 Metern aus: 5:6-Anschlusstreffer – und erneut großer Jubel. Van der Meyde (79.) mit seinem zweiten Treffer traf zum 7:5 für die All Stars. Das große Finale gehörte dann van-der-Vaart-Sohn Damian der den 7:6-Endstand markierte – und natürlich auch einen letzten großen Applaus erntete.

Jochen Breyer: #GABFAF in 60 Sekunden
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