16. Juni 2018 / 16:00 Uhr

Rafati-Kolumne: Warum Cristiano Ronaldo auch Schiedsrichter Rocchi rettete

Rafati-Kolumne: Warum Cristiano Ronaldo auch Schiedsrichter Rocchi rettete

Babak Rafati
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Cristiano Ronaldo im Streit mit Schiedsrichter Gianluca Rocchi aus Italien.
Cristiano Ronaldo im Streit mit Schiedsrichter Gianluca Rocchi aus Italien. © imago/ITAR-TASS
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SPORTBUZZER-Kolumnist Babak Rafati erklärt, warum der italienische Schiedsrichter Gianluca Rocchi bei einer Szene des Spiels zwischen Portugal und Spanien danebenlag – und warum er bei einem spanischen Sieg in Erklärungsnot gekommen wäre.

Der Videobeweis feiert Premiere. Beim Spiel Frankreich gegen Australien korrigiert Schiedsrichter Andres Cunha seine Entscheidung nach Ansicht der TV-Bilder – und das zu Recht. Griezmann wird strafbar an der Ferse getroffen. Ein eindeutiges Foul, für das ich aber auch die Zeitlupen brauchte. Anders war das bei einer Szene am Tag zuvor.

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Viele wunderten sich, warum der Videoassistent beim Treffer von Spaniens Diego Costa zum 1:1 nicht einschritt, als er Pepe mit dem Ellenbogen trifft – ich aber nicht. Für mich zwar ein Foul, aber kein klassischer Fall für den Videobeweis. Für mich war es vielmehr ein Fehler des Schiedsrichters Gianluca Rocchi.

Auch Schiedsrichter agieren mit Taktik

Im Nachhinein eine clevere Entscheidung, weil es taktisch klug war, das 1:1 zu geben, nachdem Portugal früh durch einen (berechtigten) Elfmeter in Führung gegangen war. Trotzdem bekommt man da als Schiedsrichter ein ungutes Gefühl und pfeift danach eine derart wichtige Situation, in der man sich nicht zu 100 Prozent sicher ist, aus taktischen Gründen nicht ab. Auch Schiedsrichter agieren mit Taktik.


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Sein Fehler wäre fast entscheidend gewesen

Auch am Tag danach sprach alles von diesem Spiel. Der Name Rocchi fällt dabei aber nicht. Und das hat der Italiener Cristiano Ronaldo zu verdanken. Hätte Spanien gewonnen, wäre sein Fehler entscheidend gewesen. So spricht keiner mehr darüber. Und ich finde, darüber hinaus hat Rocchi in einem sehr intensiven Spiel eine sehr ansprechende Gesamtleistung gezeigt.

Wenn er so weitermacht, ist er für mich im Halbfinale gesetzt – auch weil er wie Collina, der für die Ansetzungen verantwortlich ist, Italiener ist. Weil 2014 mit Rizzoli schon ein Landsmann das Finale leitete, ist Rocchi dafür kein Thema, glaube ich.

Heute ist Rafati Referent in der freien Wirtschaft und Mentalcoach für Profifußballer und Manager zum Thema Stressmanagement und Motivation (www.babak-rafati.de).


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