22. Mai 2020 / 16:53 Uhr

"Gut und richtig": Rainer Koch verteidigt Unterschiede im Amateurfußball

"Gut und richtig": Rainer Koch verteidigt Unterschiede im Amateurfußball

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Abbrechen oder fortsetzen: Die Landesverbände des DFB verfolgen unterschiedliche Wege. DFB-Vize Rainer Koch befürwortet das.
Abbrechen oder fortsetzen: Die Landesverbände des DFB verfolgen unterschiedliche Wege. DFB-Vize Rainer Koch befürwortet das. © imago images/FAF, Grafik: #GABFAF
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Die meisten Landesverbände brechen die Saison 2019/20 ab, einige wollen weiterspielen. Dass es keine bundesweite Vorgabe gibt, sei richtig, sagt der für die Amateure zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch.

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Während die meisten Amateure mit der neuen Spielzeit beginnen, läuft in Bayern und Thüringen (und vielleicht in Mittelrhein) noch die alte - diese kuriose Situation könnte es geben, wenn Fußballspiele wieder möglich sind. DFB-Vize Rainer Koch (zugleich Chef des bayerischen Verbands) hat die unterschiedlichen Beschlüsse der Landesverbände verteidigt: Er finde es "gut und richtig, dass jeder Landesverband sich auf ein Votum seiner Vereine stützen kann. Das ist viel wichtiger als eine bundesweit einheitliche Lösung", sagt Koch in einem Interview mit der DFB-Pressestelle. Die Unterschiede im Vorgehen brächten "nahezu keine Probleme, weil es fast keine Berührungspunkte gibt".

Die Entscheidung, was mit der seit März unterbrochenen Saison passiert, liegt bei den 21 Landesverbänden. Auf die Frage, ob der DFB nicht ein Machtwort sprechen müsste, sagt Koch: "Wir sind ein föderales Land. Föderale Strukturen führen unvermeidbar mitunter zu unterschiedlichen Regelungen. Dafür werden im föderalen System die Entscheidungen nah an und mit den Menschen getroffen. Ich finde das bei Entscheidungen ohne nationale Auswirkungen grundsätzlich gut und richtig." Wenn die Entscheidung in den Ländern fällt, sei die Akzeptanz größer: "Das Virus ist im Süden nun einmal viel präsenter als im Norden, die Schulferien liegen völlig unterschiedlich, das staatliche und kommunale Handeln im Umgang mit dem Virus ist völlig verschieden."

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Entscheidung in Thüringen wackelt

In 18 der 21 Landesverbände ist ein Saisonabbruch schon entschieden oder sehr wahrscheinlich, weil sowohl Verband als auch die Mehrheit der Vereine dafür sind. Lediglich im Verband Mittelrhein gibt es noch keine Klarheit. Bayern und Thüringen hatten sich als einzige Verbände dafür entschieden, die Saison zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen. Ob die Entscheidung in Thüringen Bestand hat, ist aber unklar: Die Spielausschüsse von zwei Fußballkreisen haben beantragt, erneut abzustimmen. Die Fortsetzung sei übereilt beschlossen worden, die Vereine seien unnötig unter Zeitdruck gesetzt worden.

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Und Thüringen wackelt auch: Zwei Thüringer Kreis-Fußballausschüsse haben gefordert, die Entscheidung für eine Saisonfortsetzung zu kippen - mit harter Kritik am Prozedere, das der Landesverband vorgegeben hatte: "Dann wurde auch noch eine Abstimmung innerhalb von 60 Stunden erzwungen. Viele Vereine konnten sich in der Kürze in ihren Vereinen gar nicht intensiv austauschen und wurden dazu mit der rechtlichen Keule des Präsidiums konfrontiert. So erreichte man schließlich das erhoffte Ergebnis." Ob der Widerstand erfolgreich ist und auch Thüringen die Saison abbricht, ist noch offen. Falls ja, wäre Bayern möglicherweise das einzige Bundesland, das im Herbst die Spielzeit 2019/20 fortsetzt, während überall anders bereits die Saison 2020/21 läuft. Schwer vorstellbar, dass es dazu kommt. ⚽️ #GABFAF #amateurfussball #thüringen #fussballausschuss #saison #saisonfortsetzung

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Dass Bayern sich für eine Fortsetzung entschieden hat, begründet Koch so: "In Bayern glaubt kaum jemand, dass die Saison 2020/2021 ordnungsgemäß, sprich mit vollständig absolviertem Spielplan, abgewickelt werden kann. Deshalb die Entscheidung, die Saison 2019/2020 sportlich und ohne Entscheidungen am 'grünen Tisch' zu spielen und damit wenigstens eine Spielzeit zu retten."

Probleme durch die unterschiedlichen Regelungen erwartet Koch nicht. "Dem Amateurfußballer in Stralsund ist es aber zurecht völlig gleichgültig, was in Passau passiert."

Stichtag: 1. Juli 2021

Bis zum 1. Juli müssten die regionalen Sonderwege aber auf jeden Fall enden. "Am 1. Juli 2021 beginnt für alle die Saison 2021/2022. Dann gelten für alle wieder die gleichen Saisondaten gemäß des Rahmenterminkalenders", sagt Koch.