09. Mai 2021 / 09:21 Uhr

Koch: Keine Provokation vor Nazi-Eklat um Keller – DFB-Vize attackiert Seifert und Grindel

Koch: Keine Provokation vor Nazi-Eklat um Keller – DFB-Vize attackiert Seifert und Grindel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sorgen aktuell für reichlich Wirbel an der DFB-Spitze: Vizepräsident Rainer Koch (l.) und Verbandschef Fritz Keller.
Sorgen aktuell für reichlich Wirbel an der DFB-Spitze: Vizepräsident Rainer Koch (l.) und Verbandschef Fritz Keller. © IMAGO/Ralph Peters/FAF/Sven Simon (Montage)
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DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat eigene Ambitionen auf den Posten an der Verbandsspitze ausgeschlossen. Es habe keine Provokationen gegeben, die DFB-Chef Fritz Keller dazu veranlasst hätten, ihn mit Nazi-Richter Roland Freisler zu vergleichen. Gleichzeitig schoss Koch scharf gegen DFL-Chef Christian Seifert und Ex-DFB-Boss Reinhard Grindel.

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DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat entschieden Vorwürfe zurückgewiesen, er habe die verbale Entgleisung von Verbandschef Fritz Keller provoziert. „Wir haben ihn weder in die Ecke gedrängt, noch ist der Nazi-Vergleich durch irgendeine Provokation meinerseits ausgelöst worden“, sagte Koch in einem Interview der Welt am Sonntag. Der 62-Jährige war im April bei einer Präsidiumssitzung von Keller mit dem früheren Nazi-Richter Roland Freisler verglichen worden, was bei vielen für Empörung sorgte. Die DFB-Landeschefs entzogen Keller am vergangenen Sonntag das Vertrauen.

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Die Anzeige Kellers bei der DFB-Ethikkommission sei "ohne mein Wissen und Zutun" durch Generalsekretär Friedrich Curtius hinterlegt worden, sagte Koch. Erneut verwies er darauf, dass er Kellers Entschuldigung entgegengenommen, ihm aber auch gesagt habe, "dass ich sie nicht akzeptieren kann". Als Berufsrichter empfinde er "den Vergleich mit Freisler, der wahlweise als "Blutrichter" oder "Henker in Robe" bezeichnet wird, persönlich als unglaublich verletzend".

Koch: "Keine Erwartungshaltung" wegen Keller-Rücktritt

Am Freitag wiederholten die Chefs der Regional- und Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes ihren Rücktrittsaufruf an Keller und forderten den DFB-Vorstand zur Amtsenthebung des Präsidenten auf. Auf die Frage, ob er nun den Rücktritt Kellers erwarte, antwortete Koch in dem Interview der WamS: "Da habe ich keine Erwartungshaltung." Er verwies auf das Votum der Landes- und Regionalverbände und forderte eine Reaktion von "Herrn Keller und auch der DFL-Vertreter im Präsidium und Vorstand".



Koch ging im WamS-Interview auch auf DFL-Präsident Christian Seifert los, der auch ihn selbst zum Rücktritt aufgefordert hatte. "Sollte es diese mir nicht bekannte Erwartungshaltung der DFL wirklich geben, wäre das nur die Bestätigung für diejenigen, die behaupten, dass der Profifußball jetzt auch noch über die Amateurvertreter, die mich ja erst vor einer Woche in geheimer Abstimmung bestätigt haben, bestimmen will", so Koch, der auch am früheren DFB-Präsidenten Reinhard Grindel kein gutes Haar ließ. Dieser hatte ihm in der Sommermärchen-Affäre Indiskretionen gegenüber Ex-Verbandschef Wolfgang Niersbach vorgeworfen. Koch dazu: "Blanker Unsinn! Offensichtlich hat er - nicht zum ersten Mal - niedere Beweggründe."

Koch: "Ich wollte und werde nie DFB-Präsident sein"

Den Vorwurf, er sei angesichts der zahlreichen Präsidenten-Rücktritte der vergangenen Jahre der Königsmörder des deutschen Fußballs, wies der seit 2007 als Verbandsvize amtierende Koch zurück. "Wenn ich der Königsmörder des deutschen Fußballs bin, dann sind es Christian Seifert, Peter Peters und Hannelore Ratzeburg auch, weil sie mindestens genauso lange oder noch länger im Präsidium sind wie ich." Eigene Ambitionen, die Nachfolge Kellers anzutreten, schloss er indes aus. "Ich wollte und werde nie DFB-Präsident sein, weil die Inhomogenität des DFB sich nicht in der Person des Präsidenten wiederfinden soll - und ich gelte nun mal klar als Mann der Amateure", so Koch weiter.