08. Januar 2020 / 20:11 Uhr

Rainer Lisiewicz tritt aus dem Trainerteam des 1. FC Lok Leipzig zurück

Rainer Lisiewicz tritt aus dem Trainerteam des 1. FC Lok Leipzig zurück

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Rainer Lisiewicz
Rainer Lisiewicz © Picture Point
Anzeige

Weil der Regionalligist keinen zweiten Co-Trainer brauche, will der 70-Jährige künftig nicht mehr an der Seitenlinie sitzen. Ohne Aufgabe bei den Probstheidaern bleibt Rainer Lisiewicz freilich nicht.  Er soll auf Sponsorensuche gehen.

Anzeige
Anzeige

Leipzig. Seine A-Lizenz brachte ihn im Dezember 2018 zurück zum 1. FC Lok Leipzig. Ex-Coach Björn Joppe hatte keine, durfte sich nicht Cheftrainer nennen und brauchte laut Regionalliga-Regularien lizenzbesitzende Unterstützung. Die Lösung? Rainer Lisiewicz! 384 Tage später ist Joppe weg, Wolfgang Wolf von Tribüne auf Trainerbank gewechselt – und Lisiewicz der Meinung, nicht mehr vonnöten zu sein. Deswegen zieht der ehemalige Angreifer die entsprechende Konsequenz: Er tritt aus dem Lok-Trainerteam zurück.

Der Verein braucht keinen zweiten Co-Trainer. Ich habe das ja gemerkt: Wenn du nicht wirklich involviert bist, nicht immer da sein kannst, dann bist du auch nicht richtig im Tagesgeschäft“, schätzt Lisiewicz seine Position unter Wolf und dessen neuem Assistenten Nicky Adler realistisch ein.

DURCHKLICKEN: Einige Eindrücke aus dem Trainerleben des Rainer Lisiewicz

Fünf Jahre ein erfolgreiches Duo: Trainer Rainer Lisiewicz (links) und Assistent Uwe Trommer Zur Galerie
Fünf Jahre ein erfolgreiches Duo: Trainer Rainer Lisiewicz (links) und Assistent Uwe Trommer ©

Seine Entscheidung fiel bereits vor Weihnachten, am Montag einigten sich der 70-Jährige und Lok Leipzig, dass er nicht mehr mit an der Seitenlinie sitzt. Stattdessen wurde schriftlich vereinbart, dass er ab sofort auf Sponsorenjagd gehen wird. „Ich versuche zu helfen mit meinen guten Kontakten. Jeder weiß, dass es eine schwierige Aufgabe ist, aber ich war schon immer Optimist“, bleibt er wie gewohnt positiv. Die Gründe seines Rückzugs sind nachvollziehbar. Zuletzt wurde es immer schwieriger für den Sportlehrer, unter der Woche in Probstheida zu erscheinen. „Meine Stundenzahl an der Schule wurde erhöht. Außerdem bin ich Mitglied vom Vorbereitungskomitee für unser 100-jähriges Vereinsjubiläum“, erklärt der Präsident des SV Naunhof. „Es steht viel Arbeit in Naunhof an. Jeder wird gebraucht und der Vorsitzende erst recht.“

Lisiewicz räumt separaten Stuhl

Zu den Heimspielen werde er weiterhin kommen, auch in der Kabine wolle er ab und zu vorbeischauen. Es schwingt auch ein wenig Wehmut mit, wenn er sagt:. „Es war eine sehr schöne Erfahrung und ein sehr ereignisreiches Jahr.“ Die Mannschaft verabschiedete er am Mittwoch nachmittags. Was er mitgebracht hat, bleibt geheim. Man munkelt, isotonische Getränke könnten es gewesen sein. „Es ist eine dufte Truppe und ich drücke ihr die Daumen.“ Sein Wunsch: „Der Pokalsieg wäre die absolute Krönung.“

Weitere Meldungen aus Leipzig-Probstheida

Nach über einem Jahr wird Lisiewicz also nicht auf seinem separaten Stuhl neben der Lok-Trainerbank im Bruno-Plache-Stadion sitzen, wenn am Donnerstag (18 Uhr) das erste Testspiel der Vorbereitung angepfiffen wird. Der Regionalliga-Zweite knüpft sich seine eigene A-Jugend vor, die zurzeit auf Platz drei der Landesliga rangiert. Trotzdem wurde bei Lok Leipzig schon länger nicht mehr ein Talent aus der eigenen Akademie gesehen.

Marcel Wagner (18) ist seit einem Jahr im Profikader, kommt aber seitdem erst auf 29 Spielminuten. Moritz Butzke (18) bekam zu Beginn der Saison einen Vertrag, wie Wagner wurde er in dieser Spielzeit aber noch nicht aufs Feld geschickt. Die beiden Kapitäne werden heute für die Junioren spielen, vielleicht können sie mehr Eindruck hinterlassen als nach den Hallenturnieren in Markranstädt und Halle.

Eindruck hinterließen zahlreiche Fans beim verletzten Keeper und Publikumsliebling Benjamin Kirsten. Dieser bedankte sich per Videobotschaft für Genesungswünsche und aufopferungsvolle Angebote seiner Anhänger: „Ich fand es wirklich sehr rührend, dass der ein oder andere mir sogar seinen Meniskus angeboten hat.“