16. November 2019 / 12:31 Uhr

Ralf Minge in der Kritik: Mitglieder von Dynamo Dresden stellen Fragen

Ralf Minge in der Kritik: Mitglieder von Dynamo Dresden stellen Fragen

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Ralf Minge hatte keinen leichten Auftritt, Präsident Holger Scholze (r.) fühlt mit dem Sport-Geschäftsführer.
Ralf Minge hatte keinen leichten Auftritt, Präsident Holger Scholze (r.) fühlt mit dem Sport-Geschäftsführer. © Jochen Leimert
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Der SGD-Sport-Geschäftsführer muss sich viele kritische Anmerkungen der Mitglieder gefallen lassen, stellt aber Mehrausgaben für den Profikader in Aussicht.

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Dresden. So viele Fragen musste Ralf Minge lange nicht beantworten. Der Sport-Geschäftsführer von Dynamo Dresden wurde bei der Jahreshauptversammlung von den Mitgliedern ins Kreuzverhör genommen. Die knapp 900 stimmberechtigten Mitglieder im Saal brachten dabei ihre Unzufriedenheit über die aktuelle sportliche Lage zum Ausdruck. Minge erklärte, dass ihm und seinem Team Fehler unterlaufen seien. Der Plan vom Sommer sei bisher nicht voll aufgegangen: “Ich übernehme die Verantwortung und der stelle ich mich auch”, so der 59-Jährige. Man werde nun reagieren, ergänzte er, im Winter auf dem Transfermarkt Verstärkung verpflichten. Noch sei im Budget für die Profi-Mannschaft eine Summe von 1,7 Millionen Euro übrig. Aus Gründen der Sparsamkeit habe man sich bislang zurückgehalten, doch es habe inzwischen ein Umdenken stattgefunden. Finanz-Geschäftsführer Michael Born sagte zu, notfalls auch über das Budget hinaus Mittel für Neuverpflichtungen zu befürworten.

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Ralf Minge zur sportlichen Krise bei der SG Dynamo Dresden.

Nichtsdestotrotz sprach Minge den Spielern, die da sind, sein Vertrauen aus. “Für den Charakter der Mannschaft lege ich meine Hand ins Feuer.” Er bedaure, dass nicht alles bislang funktioniert hat, glaube aber an das Potenzial der Truppe. Dass die Mannschaft trotz der aktuellen Tabellensituation noch viel Kredit bei den Mitgliedern hat, zeigte der Beifall, der den Spielern beim Verlassen des Saals um 11.52 Uhr zuteil wurde. Kritische Fragen richteten sich vor allem an Minge, der besonders seinen Chefscout und zeitweiligen Stellvertreter als Sport-Geschäftsführer, Kristian Walter, verteidigen musste.

“Ich hänge am Verein”

Einige Mitglieder konnten nicht verstehen, dass Trainer Uwe Neuhaus zu Beginn der vergangenen Saison so früh entlassen worden war. Minge erklärte, dass die Trennung von Neuhaus Ursachen gehabt habe und ihm selbst “brutale Schmerzen” bereitet habe. Dennoch brach er eine Lanze für Walter, der bei der Neuhaus-Entlassung den Hut aufgehabt hatte: “Mit dem Kristian Walter arbeite ich jetzt seit 2014 zusammen - das ist für den Verein ein Glücksfall.” Er verteidigte zudem die Ausleihe von Sturmtalent Vasil Kusej nach Innsbruck, weil der Tscheche nicht mehr überzeugen konnte: “Die Entwicklung ist nicht so verlaufen, wie wir uns das gewünscht haben.”

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Bilder von der Mitgliederversammlung der SG Dynamo Dresden am 16. November 2019 Zur Galerie
Bilder von der Mitgliederversammlung der SG Dynamo Dresden am 16. November 2019 ©
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Minge lehnte es erneut ab, eine 2. Mannschaft in den Spielbetrieb zu schicken: “Ich halte eine U23 in der Oberliga für deplatziert.” Frühestens ab der Regionalliga mache dies Sinn. Bei aller Kritik an seiner Person und seiner Arbeit stellte der Sport-Geschäftsführer klar: “Ich hänge am Verein, nicht zwingend an dem Job.” Er sei nicht der Verein, er lebe Dynamo. Ein Schlusswort, das der Großteil der Mitgliedschaft mit viel Applaus honorierte.